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Konzertbericht: Die Broilers am Elbufer

Euphorie trotz Unwetter

18.07.2017
Autor: Anna Bakker

Am 14. Juli 2017 ging es für uns bei strahlendem Sonnenschein ans Elbufer, um bei den Filmnächten eine der erfolgreichsten deutschen Bands zu sehen: die Broilers.

 Konzertbericht: Die Broilers am Elbufer
Lange Schlangen & dunkle Wolken vor dem Konzert.

 

Doch kaum aus der Straßenbahn ausgestiegen, kam der Schrecken, denn sich langsam auftürmende, riesige Gewitterwolken erschienen über den nicht enden wollenden Schlangen aus Menschen, die des Einlasses harrten. Der erste Tribut, den die äußerst strengen Sicherheitskontrollen forderten.

 

So standen wir nach 39 Minuten also immer noch, als schon die erste Vorband des Abends aufspielte: Emscherkurve 77 aus dem Ruhrpott, die ihr neues Album “Brandgefährlich” im Gepäck hatten und den Glücklichen, die sich schon ihr Plätzchen vor der Bühne sichern konnten, ordentlich einheizten.

Der dreckige Streetpunk der Oberhausener stimmte adäquat auf das Kommende ein und sorgte bereits für zörgerliche Pogo-Versuche und viel gute Laune.

 

 Konzertbericht: Die Broilers am Elbufer
Flogging Molly

Dermaßen aufgewärmt konnte es pünktlich 19:30 Uhr mit den heißersehnten Flogging Molly losgehen.

Womit es jedoch ebenfalls pünktlich losging: Starkregen.

Was nieselig begann, ergoss sich während des irisch-folkigen Auftritts in Kaskaden von Wasser sowie Blitz und Donner. Das hielt die begeisterte Meute selbstverständlich keinesfalls davon ab, springend und hüpfend lauthals mitzusingen und eine extrem gute Stimmung zu verbreiten.

Frontmann Dave King beteuerte mehrfach seine Freude darüber, in Deutschland zu spielen und ließ die volle Ladung irischer Energie in typischer Folk-Rock-Manier raus, begleitet von gewohnt ohrwurmigen Riffs sowie Banjo- und Akkordeonmelodien.

Klassiker wie “Drunken Lullaby” oder “Devil’s Dancefloor” wurden einstimmig mitgegrölt und ausgelassen im Regen dazu getanzt.

 

Viele Fans schienen eigens für Flogging Molly das Konzert besucht zu haben und sie wurden nicht enttäuscht, denn mit Songs quer durch alle Alben überzeugten die irisch-amerikanischen Jungs mit Elan und Abwechslung und ließen die Menge klatschnass aber glücklich zurück.

 

 Konzertbericht: Die Broilers am Elbufer
Wieder schönes Wetter bei den Broilers

Perfekte Voraussetzungen für die Stars des Abends: Die Broilers kamen und der Regen ging.

Schon beim Soundcheck stieg die Aufregung merklich, jeder Instrumentenanschlag wurde mit lautem Jubel quittiert. Nun wurde auch der letzte Fan aus der regengeschwängerten Lethargie geholt. Schließlich war es so weit: um kurz vor 9 starteten die Oi/Punk/Rockröhren mit “Zurück zum Beton” eindrucksvoll in die Show.

Weiter ging’s mit “Bitteres Manifest” vom neuen Album “sic!”, in welchem Frontmann Amara doch tatsächlich einen dicken Texthänger hatte, der aber souverän und humorvoll überspielt wurde. Kann ja mal passieren. In der Zwischenzeit waren die schwarzen Wolken am Himmel auch einem zarten Rosa gewichen.

 

Das Publikum war extrem textsicher und erging sich unter Rauchfontänen in einstimmigem “Whooooa”-Gegröle und genoss Songs wie “Meine Familie” und “Wie weit wir gehen”, bis das Konzert nach einer Liebeserklärung der Band (“So viel Schönheit auf einem Haufen”) den Höhepunkt der Fan-Harmonie erreichte: Bei “Ihr da oben” lagen sich alle in den Armen, nur um danach den Versuch des “größten Circle Pit den das Elbufer je gesehen hat” zu versuchen.

Klappte eher mäßig, was der Stimmung allerdings absolut keinen Abbruch tat, denn in den nächsten Songs kam auch das mitgebrachte Bläser-Trio voll zur Geltung und rundete die musikalische Darbietung geschmackvoll ab.

 

Natürlich folgte dann den Zeilen des Songs “Nur ein Land” die obligatorische Zuneigungsbekundung à la “Wir wurden von Freunden vor Dresden gewarnt, doch natürlich wollten wir die Stadt nicht hängen lassen.” Okay, äh, danke?

Der gute Wille wird ihnen natürlich trotzdem hoch angerechnet. Die Worte wurden glücklicherweise mit grandiosem Jubel quittiert und die Aussage noch einmal mit “Keine Hymnen heute” und beeindruckenden Dampffontänen unterstrichen.

 

 Konzertbericht: Die Broilers am Elbufer
Die beeindruckende Show der Broilers

 

Nach diesen ernsteren Tönen wurde wieder so richtig aufgedreht.

Ska wechselte sich mit Punk ab, Rock mit Oi und die Songpalette reichte von melancholisch über reggaelastig bis hin zu euphorisch durch die gesamte Bandgeschichte. Selbst Werke aus den frühesten Anfangstagen wurden wieder ausgegraben und ließen das treue Fanherz höher schlagen.

Mehr als zwei Stunden und über zwei Dutzend Songs später lag kein Stein mehr auf dem anderen und mit einem hübschen Mini-Feuerwerk wurde ein angemessenes Ende gefeiert sowie den Besuchern für Euphorie und Durchhaltevermögen gedankt.

 

Ein Auftritt, der seinesgleichen sucht und dem Ruf der Band, live einfach eine beeindruckende Show abzuliefern, durchaus gerecht wurde.

 



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