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Lesen auf den Dünen: Der Windlustverlag

"Es macht Laune, mit den eigenen Gedanken in Kontakt zu denen der anderen zu treten."

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24.01.2017
Autor: Kaddi Cutz

Schon als Kind hat sich René Seim Kurzgeschichten ausgedacht. Als auch seine Band mit englischsprachigen Texten Geschichte wurde, ging Seim vollends in die deutsche Dichtung über und reichliches Material häufte sich an. Wir haben uns den Dichter und Denker genauer angesehen.

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Autor René Seim

Beziffern würde er, wenn er es müsste, den Startschuss für ein „bewusstes Dichten“ auf circa 2005.

Erstmals an die Öffentlichkeit ging er mit seinen Texten nur wenige Jahre später: Im Rahmen der Reihe „Knüller“ hielt er seine erste Lesung vor fremden Menschen in der Rudolfstraße 7. Gefeiert wurde das gleichnamige neue Heft, für das er selbst aktiv als Redakteur, Zeicher, Schreiber und Verteiler seinen Beitrag leistete.

 

Zwar blieb man beim „Knüller“ irgendwann stehen und Seim stieg daher aus – ging aber seinen Weg weiter und traf auf diesem weitere spannende Persönlichkeiten. Seine Bekanntschaft mit Silvio vom „Maulkorb“ verhalf ihm zu weiteren Veröffentlichungen und Seim entdeckte seinen zunehmenden Spaß an Lesungen vor Publikum: „Vor Leuten zu lesen beinhaltet immer auch ein Ausprobieren von Sprache und Wirklichkeit – wenn ich nicht gestresst bin, dann entwickelt sich ein Spaß aus der Livesituation. Es macht Laune, mit den eigenen Gedanken in Kontakt zu denen der anderen zu treten."

 

„Bunte Hunde, wilde Vögel, schiefe Schafe“

Da er im Zuge seiner Lesungen immer wieder gefragt wurde, ob seine Werke denn auch käuflich zu erwerben seien, entschloss er sich im November 2012 zur Gründung des Windlustverlags und haute direkt auch seinen ersten Gedichtband „Bunte Hunde, wilde Vögel“ raus. „Ich hatte keine Lust, Zeit und Geld in Veröffentlichungsbewerbungen bei Verlagen zu stecken, deswegen hab ich das einfach selbst in die Hand genommen. Das kann ich übrigens auch allen Autoren nur raten, für die Selbsterfahrung ist das überaus lohnenswert. Vom Aufbau bis hin zur Verwaltung kriegt man da unheimlich viel mit, was bei späteren Verhandlungen mit Verlagen dazu beiträgt, verständnisvoller mit eben jenen umzugehen.“ Das Selbstveröffentlichen trug Früchte und sich somit fort, sodass Seim mittlerweile drei Gedichtbände im eigenen Verlag veröffentlichen konnte.

Im Windlustverlag ist 2014 der Nachfolger seines Erstlings „Bunte Hunde, wilde Vögel, schiefe Schafe“ erschienen, der vorwiegend „Gedichte über Personen mit Zeichnungen aus eigener Hand“ enthält, so der Autor und Verleger. Es folgten 2016 „Spielereien einer vielschrötigen Flöte“, die dritte Auflage mit Fotografien erscheint Anfang 2017. Außerdem im Verlagsprogramm: Postkarten mit Motiven von Seim und Peggy Berger, außerdem, der Diplomkatalog von Danny Linwerk.

 

Freuen kann man sich in Kürze auf „Fliegende Fenster“ - Dialogtheater von René Seim: Gesprächskurzgeschichten mit ganz eigenen dramatischen Elementen, die mal real-abstrus, mal abstrus-real daherkommen und ebenfalls vom Verleger selbst der illustrierte Gedichtband „Draußen zieht der Himmel blau vorbei“. Neu in 2017 wird außerdem eine Reihe eröffnen, die sich „Bonbon Orange“ nennen und sich rein auf die Kunst im darstellerischen Sinne konzentrieren wird – einer Galerie ähnlich wird der Betrachter/Leser mit den Werken und kurzen Vitas der Künstler alleine gelassen. „Themen sind Fotografie, Literatur, Malerei/Grafik. Für die erste Ausgabe stehen die meisten Künstler schon fest, verraten wird aber noch nichts“. 



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