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Made in Dresden: Lipfein

Weil Küssen fetzt

15.11.2017
Autor: Kaddi Cutz

 

Weil Küssen fetzt – Wenn das mal kein tolles Motto ist! Dass Knutschen eine tolle Sache ist, können wir uneingeschränkt unterschreiben. Und ein bisschen schmunzeln, angesichts der subtilen Doppeldeutigkeit: Dass Küssen fetzt, erklärt sich irgendwie immerhin von selber. Dass für die maximale Freude dabei aber die beteiligten Lippen besser nicht allzu zerfetzt daherkommen sollten, ist eben genau das Anliegen des kleinen Dresdner Labels Lipfein.

 Made in Dresden: Lipfein
Lipfein für feine Lippen.
Marie Herrmann ist studierte Politikwissenschaftlerin – das hat mit Kosmetik bekanntermaßen wenig zu tun. Mit der Geburt ihres zweiten Kindes wuchs jedoch der Wunsch, auch beruflich neue Pfade zu beschreiten. Dieser war zunächst unkonkret, wenngleich durchaus fokussiert: „Ich wollte unbedingt etwas Eigenes machen. Was das genau sein sollte, wusste ich noch gar nicht. Aber mir war klar, dass es etwas sein sollte, an das ich mein Herz hänge und was auch einen wirklichen Sinn und Nutzen hat“, lacht die junge Mutter. Zwar fehlte anfangs noch die Erfahrung auf dem Parkett der Selbstständigkeit, abhalten konnte Marie das aber nicht und schon bald lag der Weg klar vor ihr: „Ich war damals selbst auf der Suche nach einer Lippenpflege, die vegan und natürlich sein sollte. Gefunden habe ich tatsächlich nichts, was mich begeistern konnte. Da war klar: ich mach es selbst!“ Und weil Marie der lebende Beweis dafür ist, dass sich ein sozialwissenschaftliches Studium und so ganz echte, physische Tatkraft nicht ausschließen, ging es ans Eingemachte. Beziehungsweise an die Beantwortung der Frage: Wie kann ich aus natürlichen Rohstoffen eine Lippenpflege kreieren, die das tut, was sie soll, lange haltbar ist und deren Produktion möglichst wenig zulasten von Mensch und Tier geht? Die Experimente mit Sheabutter und Kokosöl begannen. „Das ist ein bisschen wie kochen“, resümiert Marie. Und das trifft sich gut, denn wenn man wie sie ohnehin passionierte Hobbyköchin und für experimentelle Herdgeschichten offen ist, lässt ein cooles Ergebnis nicht lange auf sich warten. Gleich vorweg, ihre Lippenpflege hat ein großes Problem: Es klingt alles leider geil. So geil, dass ich den unbändigen Drang verspüre, mir die komplette Dose, die übrigens aus recyclebarem Weißblech besteht und von Hand mit den wirklich hübschen Label-aufklebern versehen wird, komplett einzuverleiben. Mal ehrlich: Schoko-Minze? Wie kann man das nicht essen wollen? „Kann man“, verrät die Expertin amüsiert, rät aber dennoch davon ab. Gefährlich sei der Verzehr aufgrund der natürlichen Zutaten keinesfalls, sagt sie, ein kulinarisches Highlight ist die Komposition aber trotzdem nicht. Auf die Schnute geschmiert ist das Zusammenspiel aus Kakao und Pfefferminz aber auf jeden Fall ein Knallbonbon – nach mehreren Tagen Testphase muss ich mich tatsächlich als Fan outen. Wenn ihr es weniger schokominzig mögt, findet ihr sicherlich in einer der anderen sieben Sorten euren Favoriten. Orange-Vanille oder Matcha-Zitrone sind die Duo-Alternativen, alle auf Basis unraffinierter Shea-Butter, kaltgepressten Bio-, Kokos- und Jojobaölen sowie Candillawachs – das umstrittene Mineralöl kommt in Maries Produkten garantiert nicht zum Einsatz. 

 

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Marie Herrmann stellt alle Produkte selber her.
In Zukunft, sagt Marie, habe sie schon Lust, das Angebot von der Lippenpflege auf weitere Kosmetikprodukte zu erweitern. Die Nachfrage ist auf jeden Fall da – gerade liegt der Fokus jedoch noch vorwiegend auf dem Mund. Wie man das als junge Mutter überhaupt alles hinkriegt? „Kein Problem“, sagt Marie, die ihre Produktionsstätte in den Räumen des Rockzipfel e.V. in Pieschen untergebracht hat. Der Verein versteht sich als Coworking-Space für Eltern und organisiert sich vor allem untereinander. Ein Elternteil hat ein Auge auf die Kinder, während parallel gearbeitet werden kann. „Das ist sehr angenehm. Wir kochen und essen zusammen, der soziale Aspekt spielt eine große Rolle, und das macht es irgendwie auch aus“, sagt Marie, die seit einigen Monaten auch im Vorstand des Vereins tätig ist. 

  

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Die Herstellung ist gar nicht so einfach und erfordert viel Mühe.
Wenn ihr Lust habt, in Maries äußerst leckere Lippenpflegewelt einzutauchen, könnt ihr ihre Produkte in ausgewählten Dresdner Geschäften finden. Der verpackungsfreie Lose-Laden bietet außerdem ein Pfandsystem für schon aufgebrauchte Lipfein-Dosen an. Marie selbst nimmt leere Dosen eher nicht zurück, da eine erneute Nutzung eine umfangreiche Reinigung bedeutet – und am Ende keine gute Ökobilanz. Die Dosen sind aber derart schmuck, dass kreative Köpfe sicher alternative Verwendungsmöglichkeiten ersinnen dürften. Kaufen könnt ihr die hübschen Dosen auch im Onlineshop. Wenn ihr auf Optik nicht den krassesten Wert legt, aber trotzdem das volle Pflegeprogramm wollt, könnt ihr mit der Option „B-Ware im Onlineshop“ übrigens sparen: Manchmal leidet eben die Optik bei handgemachten Produkten, ohne dass die Qualität einbricht. Aber auch generell lohnt sich ein Blick in die Produktpalette – immerhin steht Weihnachten vor der Tür! Wer leckere Lippenpflege ohne schlechtes Gewissen verschenken möchte, ist hier goldrichtig. Handmade in Dresden – wie kann man das toppen? Eigentlich gar nicht. Außer vielleicht mit Küssen.  

 

INFOS & PRoDUKTE unter www.lipfein.de  /  Balsam ab 6,99 € erhältlich, B-Ware günstiger



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