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Made in Dresden: nu+cao – Der Schokoriegel fürs Gewissen

„Wir wollten etwas Gesundes, das natürlich ist und gleichzeitig nach Schokolade schmeckt“

16.02.2018

Naschen ohne schlechtes Gewissen? „nu+cau“ macht‘s möglich. Der Riegel aus Rohkakao ist der perfekte, süße Snack für euer Nachmittagstief und dabei sogar noch gesund. Christian Fenner, Mathias Tholey und Thomas Stoffels, die drei Gründer des Dresdner Start-ups nu organics GmbH, stehen voll und ganz hinter ihrem Produkt. Doch was bringt drei junge Wirtschaftsingenieure dazu, nicht Hightech, sondern einen Schokoriegel zu entwickeln?

 

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Die Gründer Mathias, Christian und Thomas (v.l.n.r.)
Die Idee kam Mathias und Thomas Anfang 2016, als sie in England an ihrer Masterarbeit schrieben. Am späten Nachmittag brauchten die beiden oft einen Snack, um die Stunden bis zum Feierabend noch möglichst produktiv hinter sich zu bringen. Leider war die Auswahl an Snacks eher dürftig, also machten die beiden Jungs, die schon länger intensiv mit gesunder Ernährung beschäftigten, sich Gedanken über die perfekten Zutaten für einen leckeren und gesunden Snack. Zurück in Deutschland – sicher, eine Marktlücke gefunden zu haben – holten sie Christian ins Boot, der damals noch seine Bachelorarbeit vor sich hatte. Nach Dresden kamen die drei aus rein privaten Zufällen, kennengelernt haben sie sich schon während des Studiums an der RWTH Aachen. „Den Wunsch, etwas Eigenes auf die Beine zu stellen und mit vollem Herzblut dahinter zu stehen, hatten wir irgendwie alle“, verrät Christian. In Dresden experimentierten die drei dann in der WG-Küche an der ultimativen Rezeptur für den gesunden Riegel, was anfangs gar nicht so einfach war. „Natürlich hatten wir keine Ahnung vom Schokolade-Machen, es gibt ja nicht umsonst den Beruf des Chocolatiers, aber das kommt dann einfach. Learning by doing eben“, erklärt Christian. Auf der theoretischen Seite bekamen die Quereinsteiger beinahe von Anfang an Unterstützung von Tom Teichert, einem befreundeten Lebensmittelchemiker aus Dresden.

 

Doch was macht nu+cao nun so besonders, was steckt drin? Alle vier Riegel bestehen aus sechs Grundzutaten: Hanfsamen, Rohkakao, Kokosblütennektar, Lucuma, Acerola und Mandeln. Je nach Sorte, ob Kokos-Zimt, Berberitze, Haselnuss oder Espresso, kommen jeweils ein oder zwei Zutaten hinzu. Auf Hanfsamen als Grundzutaten für den Riegel kamen Mathias und Thomas ziemlich schnell, schließlich sind die kleinen Dinger echte Nährstoffbomben: reich an Proteinen, Magnesium und Omega-3 Fettsäuren – und somit richtiges „Brainfood“. Dazu gesellte sich Schokolade aus Rohkakao (im engl. „raw“), der nicht über 42 Grad erhitzt wurde. So gehen hitzeempfindliche Stoffe, Vitamine und Enzyme nicht kaputt, auch bleiben bestimmte Bitterstoffe und Aromen erhalten, sodass der Riegel am Ende nicht nur richtig schokoladig schmeckt, sondern auch noch viele Antioxidantien, Mineralien und sekundäre Pflanzenstoffe enthält. „Schokolade hat nur ein negatives Image, weil sie in der Regel mit zu viel Zucker gemischt wird“, weiß Christian. nu+cau enthält daher keinen raffinierten weißen Zucker, sondern Kokosblütennektar. Der schmeckt fruchtig süß und lässt den Blutzuckerspiegel, im Gegensatz zu normalem Zucker, nicht so drastisch ansteigen. Insgesamt sind alle Riegel nicht nur low carb und roh, sondern auch vegan und glutenfrei.

 

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nu+cau steht übrigens für nutritious und cacao
Nachdem Rezept und Produktkonzept fertig waren, musste nu organics GmbH zum Laufen gebracht werden. Ein erster großer Meilenstein war hier das Exist Gründerstipendium, was zum einen die Belohnung für die viele Arbeit und zum anderen die Bestätigung dafür war, dass nu+cao etwas Neues ist. Diese Innovation brachte aber auch Probleme mit sich. „Nachdem wir alle Schokoladenproduzenten in Deutschland, Österreich und der Schweiz abgeklappert hatten, mussten wir feststellen, dass man diesen Riegel so nicht einfach produzieren lassen kann“, erinnert sich Christian. Den dreien blieb praktisch keine andere Wahl, als die Riegel einfach selbst zu produzieren, was sie nach der erfolgreichen Crowdfunding-Kampagne dann auch taten. Den ersten Großauftrag mit 8.000 Riegeln in der Tasche, stellten die Jungunternehmer dann zu viert in der kleinen Manufaktur im Erdgeschoss eines Pieschener Bürokomplex eigenhändig her. Inzwischen übernehmen das allerdings ihre Mitarbeiter. 

 

Seitdem wächst das Unternehmen stetig weiter! Innerhalb kürzester Zeit eroberte der Rohkakao-Riegel den deutschen Markt. Anderthalb Jahre nach dem Crowdfunding gibt es nu+cao in 500 Bioläden in ganz Deutschland, auch können sie über Amazon oder den hausinternen Onlineshop bestellt werden. Das Ziel ist, deutschland- und europaweit weiter zu wachsen. Schon jetzt exportiert nu organics in vier europäische Länder und ist hierbei auf der Suche nach Partnern, die das Produkt im Ausland vertreten. „Unser erstes Exportland war Finnland“, erzählt Christian stolz. Doch auch am Thema Nachhaltigkeit wird stetig weitergearbeitet. Das war von Anfang an ein großes Thema; und so versucht man bei der Produktion möglichst wenig Müll zu produzieren. Die gesamte Verpackung ist plastikfrei und komplett biologisch abbaubar. Für ein so junges Unternehmen ist dieses Thema natürlich auch eine große Herausforderung. „Nachhaltigkeit ist ein Prozess“, erklärt Christian, „kein Unternehmen ist perfekt und es gibt immer Verbesserungsmöglichkeiten“. Jeder kleine Schritt zählt und so fand man nach einigem Hin und Her beispielsweise eine Alternative für die „Frischhaltefolie“, die beim Transport um Paletten gewickelt wird. Statt Folie wird nun ein riesiger Karton über die Riegel auf der Palette gestülpt.

 

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Noch immer werden alle Riegel per Hand hergestellt
Übrigens: Die wichtigste und zugleich auch kritischste Zutat, was fairen Handel, Kinderarbeit und Arbeitsbedingungen insgesamt betrifft, ist natürlich der Rohkakao. Daher haben sich Christian, Mathias und Thomas selbst ein Bild in Bali gemacht und handeln direkt mit der Bauernkooperation Big Tree Farms, woher auch der Kokosblütennektar kommt. Alle anderen Zutaten werden vom BIO-Großhändler bezogen. „Wir wachsen nicht nur als Betrieb, sondern auch als Organisation“,  verrät Christian, „der Plan, noch nachhaltiger zu wirtschaften und proaktiv zu werden, steht kurz vor der Umsetzung“. Sehr bald möchte nu organics langfristig Wiederaufforstungsprojekte unterstützen, was zukünftig mit der Marke in Verbindung stehen soll. Hier ist man bereits fleißig auf der Suche nach Partnern.

 

Für das wachsende Team gibt es übrigens seit vier Monaten ein Büro auf der gegenüberliegenden Straßenseite der Produktion. Die größten Herausforderungen für ein schnell wachsendes Startup sieht Christian darin, Struktur zu geben und gleichzeitig ein cooles Arbeitsklima zu schaffen.  Momentan ist nu organics dabei, gemeinsam einen Unternehmens-Sinn zu finden, diesen zu definieren und dann auch zu verkörpern. „Für uns ist der Sinn nicht das Geldverdienen selbst, sondern in erster Linie, Nachhaltigkeit und Gesundheit für den Menschen zu fördern“, beschreibt Christian besagten Unternehmens-Sinn. Dementsprechend soll der knapp 3€ teure Riegel irgendwann nicht nur ernährungsbewusste Biomarktkäufer ansprechen, sondern alle Menschen. „Wenn wir es schaffen, dass zum Beispiel Kinder eher unsere Schokolade essen als besagte Zuckerbomben, haben wir entscheidenden Einfluss auf die Gesundheit“, schwärmt Christian von dem, was möglich wäre, wenn der Riegel durch noch mehr Wachstum erschwinglicher werden könnte. Tatsächlich steht die Produktentwicklung bei nu organics niemals still, was bereits an Kostproben auf den Tischen im Büro erkennbar ist. An was genau getüftelt wird, will Christian noch nicht verraten, man kann sich aber durchaus vorstellen, einen Riegel nur für Kinder herzustellen. Es bleibt also spannend. 

 

WEB:  www.nucao.de



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