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Mark Forster im Interview: Therapiegruppe "Anonyme Popstars"

"Wenn sie mir dann im nächsten Jahr mal das Lebenswerk verleihen, ist damit mein Karriereende besiegelt."

30.05.2017

Mark Forster hat sich mit viel Talent, quirligem Enthusiasmus und jeder Menge Konfetti eine Dauerkarte für die Charts gesichert, allein mit Preisverleihungen hat er es nicht so. Wir sprachen mit dem Leonardo DiCaprio der deutschen Popmusik über seinen Festivalsommer und die Kelly Family.

 Mark Forster im Interview: Therapiegruppe "Anonyme Popstars"

 

Im letzten Jahr gehörtest du zu den erfolgreichsten deutschen Künstlern und trotzdem wollte es 2017 mit dem Echo nicht klappen. Wurmt dich das noch sehr?

 Grundsätzlich scheine ich mich ja mehr und mehr zum Leonardo DiCaprio der Musikawards zu entwickeln (lacht). Seit einem halben Jahrzehnt bin ich eigentlich regelmäßig für diverse Preise nominiert, hab aber noch nie einen gewonnen. Doch, ich habe einmal den Musikautorenpreis gewonnen, aber sonst … Wahrscheinlich muss ich auf den Preis für mein Lebenswerk warten.

 

Wobei die Ausgezeichneten sich ja dann immer fragen, ob ihnen durch die Blume gesagt wird, dass alle wünschen, man solle so langsam aufhören …

 Ja genau(lacht). Also wenn sie mir dann im nächsten Jahr mal das Lebenswerk verleihen, ist damit mein Karriereende besiegelt.

 

Heißt aber wiederrum „Feuer frei“ für ein Best-Of Album...

Das stimmt. Wäre auch gut. Oder ein unplugged (lacht).

 

Für den Sommer hast du dir einiges vorgenommen, unter anderem bist du Headliner beim Cherry Beach Festival am Bärwalder See …

Da war ich noch nie. Ich freu mich sehr drauf. Bis jetzt habe ich nur Bilder und Trailer davon gesehen, aber das sieht alles total cool aus und da bin ich schon stolz, dass wir Headliner sind.

 

Sommer, Sonne, Sandstrand, ein See und du auf der Mainstage – lässt sich das für dich noch übertreffen?

Keine Ahnung, vielleicht noch eine Softeisanalage im Backstage-Bereich und im Publikum. Das würde das Ganze noch weiter toppen, denke ich.

 

Kannst du eigentlich mit der Lausitz irgendwas anfangen. Schon mal da gewesen?

Na ja, die Lausitz ist ja auch Cottbus. Da war ich schon ein-, zweimal und der Fußballverein Energie Cottbus sagt mir auf jeden Fall was. Und ich mein, ich wohn ja in Berlin, das ist ja nicht so weit entfernt und man macht auch als Berliner Ausflüge in die eine oder andere Richtung. Da möchte ich nicht ausschließen, dass ich nicht auch schon mal durch die Lausitz geradelt bin.

 

Als du noch weniger Musik gemacht und mehr Musik gehört hast, warst du da selbst aktiver Festivalgänger?

Ich sag mal so; ich bin ja in der Pfalz aufgewachsen, da waren die Festivals eher so Weinfeste. Ich komm ja aus so einer richtigen Weingegend, ich bin auch zwischen den Weinreben aufgewachsen und mit einer Weinschorle in der Hand (lacht). Mit meiner Schulband war ich viel auf Weinfesten unterwegs und wir haben da gespielt. Aber eigentlich war ich kein großer Festivalgänger. Das fängt eher gerade jetzt an. Wir haben mit der Band so eine kleine Tradition gestartet, dass wir wenigstens einmal pro Sommer einen Betriebsausflug auf ein Festival machen. Im letzten Jahr waren wir mit Nightliner und Artist-Pass beim Wacken und durften uns da rumtreiben und so tun, als wären wir eine Heavy-Metal-Band und das werden wir in diesem Jahr bei einem Schlagerfestival wiederholen.

 

Ich könnte mir auch vorstellen, dass du in den Musikbereichen nicht sofort erkannt wirst.

Ja, dachte ich auch. Stimmt aber nicht. Tatsächlich hat ein Festival auch immer seinen ganz eigenen Vibe und das Wacken-Festival ist ja bekannt dafür, dass da sehr, sehr nette Leute feiern, die vielleicht optisch etwas aus dem Rahmen fallen, weil sie als Ritter verkleidet sind oder so. Ein paar haben mich da schon erkannt. Lustigerweise hab ich da sogar Leute aus meinem eigenen 4.000-Seelen Dorf getroffen … Also allgemein sind da sehr freundliche Leute unterwegs. Kann ich nur empfehlen, auch wenn man kein Heavy-Metal Fan ist, macht übers Wacken spazieren großen Spaß.

 

Also stellt deine Berühmtheit für dich derzeit kein allzu großes Hindernis dar?

Nö, eigentlich noch nie. Auch als ich im Sommer zu Europameisterschaft in Frankreich unterwegs war, waren ja gerade zu den Deutschlandspielen viele Leute, die mich erkannt haben. Das war auch kein Problem. Wie gesagt solche Großveranstaltungen haben ihren eigenen Vibe. Und wenn jemand mal einen freundlich grüßt, dann ist das ja nicht schlimm.

 

Nach dem Festivalsommer geht es für dich recht direkt im Herbst auf große Tape-Tour. Worauf darf man sich da freuen?

Genau, es wird die größte Tour, die wir je gespielt haben. Und jeder, der schon mal auf einem Konzert von uns war, weiß ja, dass da eine Menge passiert. Viel Piffpaff und Konfetti und eine Million Leute auf der Bühne – da ist ordentlich was los. Je größer die Bühnen werden, desto mehr dürfen wir uns halt auch austoben. Ich bin gerade mit unserem Specialeffect-Experten wild am planen, was wir denn noch alles machen können. Ich darf natürlich auch nicht zu viel verraten … Ich sag mal so, es hat was mit riesengroßen Luftballons zu tun. Aber mehr darf ich wirklich nicht sagen.

 

Hast du eigentlich keine Bedenken, dass dich bei der übernächsten Tour keiner mehr in seine Halle lassen will, weil alle noch Konfetti vom Vorjahr aus den Ecken kratzen?

Doch ein bisschen (lacht). Aber naja, wenn sie mich dann nicht mehr reinlassen, hab ich es wenigsten einmal gemacht.

 

Ende Mai bist du bei TV-Sendung „Sing meinen Song“ zu sehen. Wie kam es dazu?

Die haben angerufen und gefragt, ob ich mir das vorstellen könnte – ganz klassisch also. Ich find es gibt ein paar Sendungen im Fernsehen – wirklich nicht viele – die man machen kann. Da gehört „The Voice“ und eben auch „Sing meinen Song“ dazu, find ich. Es ist eben gut gemachtes Fernsehen, wo Musik im Mittelpunkt steht. Ich musste da nicht lange überlegen. Hab erstmal gefragt, wer sonst so dabei ist und als ich gehört hab Gentleman, Lena, Moses Pellham usw. da war ich relativ schnell überzeugt.

 

In den letzten Staffeln hat man häufig gesehen, dass das für die Künstler eine sehr emotionale Erfahrung ist. Wie hast du das empfunden?

Ja, genau so. Es ist schon mehr als nur eine normale Fernsehshow. Ich bin ja selten in der Situation, dass ich mit sieben Menschen zusammensitze, die beruflich genau dasselbe machen wie ich und die auch in genau dergleichen Lebenssituation sind, welche unterm Strich natürlich großartig ist, aber eben auch ein paar Schwierigkeiten hat. Und dann sitze ich mit solchen Leuten zusammen, die haben sich mit mir beschäftigt, ich mich mit ihnen und zwar ganz intensiv und dann spricht man über jeden einzelnen, vier Stunden lang. Das hat was von Therapiegruppe, anonyme Popstars oder so (lacht). Das war schon sehr besonders und auch wirklich eine Ausnahmesituation. Ich weiß nicht, ob ich jemals in meinem Leben wieder in so eine Situation gerate. Ich hab auch eine Menge über mich selber und über den Umgang mit anderen Musikern gelernt und das war in Summe ganz toll.

 

Du interpretierst auch einen Song von Gentleman und einen von der Kelly Family. Was viel dir schwerer?

Leicht fällt es alles nicht, denn tatsächlich ist ja die große Besonderheit, dass derjenige, der sich das ausgedacht hat, vor deiner Nase sitzt und man direkt die Reaktion kriegt. Dass heißt bei jedem Einzelnen hab ich mir große Mühe gegeben, damit die das jetzt nicht scheiße finden. Bei Gentleman fiel es mir etwas leichter den Song auszusuchen, weil ich die allermeisten Songs von ihm tatsächlich sehr gut finde. Kelly Family war jetzt natürlich nicht so mein Ding. Als ich so dreizehn, vierzehn war, habe ich andere Mukke gehört – das nimmt mir Paddy wahrscheinlich auch nicht übel, wenn ich das jetzt erzähle. Aber als ich dann trotzdem einen Song gefunden habe, der mir gefällt und der auch irgendwie was mit mir zu tun hatte, hab ich mir genauso viel Mühe gegeben wie bei allen anderen auch.

Ich bin jetzt kein Kelly-Fan geworden, aber ich kann viel besser nachvollziehen, warum das Album, das Paddy mit 15 Jahren geschrieben hat, sich vier Millionen mal verkaufte und warum das so viele Leute wirklich lieben. Das ist schon meistens kein Zufall.

 

+++ Mark Forster live +++

 

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