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Mein Viertel: Der Schillerplatz

Von Blauen Wundern und allem darum herum

10.05.2017
Autor: Kaddi Cutz

Ja, gut. Der Schillerplatz ist schon sehr stark von Banken und Versicherungen frequentiert. Dennoch schafft dieser Ort es wie kein anderer, Lebensqualität euer Leben zu pusten. Kein Wunder, immerhin gilt Blasewitz als der Villenvorort Dresdens. Die Steuern waren anno dazumal ein guter Grund, hier sesshaft zu werden, aber auch für weniger Gutbetuchte lohnt sich ein Besuch hier allemal. 

 

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Das blaue Wunder führt direkt zum Schillerplatz

Den zweiten Weltkrieg hat der Schillerplatz nahezu unbeschadet überstanden, sodass ihr auch heute noch die ursprüngliche Bebauung bestaunen könnt, die von Stadtvilla bis hin zum ursprünglich dörflichen Flair eine ziemlich beeindruckende Bandbreite aufweist.

Ihr habt Bock auf Sommer? Ja dann, nix wie hin hier! Der Schillerplatz mag zwar ob seiner offensichtlichen Sehenswürdigkeiten eher touristisch anmuten, tatsächlich könnt ihr aber auch als Einheimische hier einen guten Tag haben – gut ist das vor allem dann, wenn ihr Besuch bespaßen müsst: Der Schillerplatz ist bestens geeignet, um sowohl touristische Standardgelüste als auch den einheimischen Entdeckergeist zu befriedigen. 

 

Das Blaue Wunder: Na gut, wegdenken kann man es nicht. Muss es auch nicht, denn irgendwie hat es ja tatsächlich was und die Geschichte, die sich fast schon mythenartig um die Brücke rankt, birgt viel Potenzial für spannendes Geplauder bei einem koffeinhaltigen Heißgetränk. Das kann man sich fast nirgendwo besser zu Gemüte führen als bei „Charlottes Enkel“. Im wohl kleinsten Café Dresdens kriegt ihr Kaffeekompositionen serviert, die euch direkt in den Koffeinhimmel katapultieren. Omas Enkel hängt dekorativ an der Wand und wacht über allem, was hier so abgeht.Mit Erfolg, denn was auch immer man hier bestellt, vermag zu begeistern.

 

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Friedrich Schiller hat natürlich ein standesgemäßes Denkmal am mondänen Schillerplatz
Die Kuchenkreationen von Konditormeisterin Katja lassen jedes Krümelmonster postwendend Lobgesänge anstimmen. Und der Kaffee: Nun ja, Unkenrufen zufolge findet man in Dresden nirgendwo einen besseren – ob das so ist, müsst ihr selber entscheiden und euch dazu wohl oder übel durch das Angebot trinken. Inspirierend auch, welcher Trubel in dem Mini-Café herrscht: Zwar haben wir Glück und einen der begehrten Sitzplätze auf den höchstens 15m2 ergattert, allerdings bleibt uns auch der beeindruckende Ansturm, die Multikulturalität und das extrem offene Flair nicht verborgen. Hier geht es zu wie im Taubenschlag, was für den Kaffee spricht. 

 

Auf Schillers Spuren

 

So erholt und voll der Kalorien bietet sich natürlich ein Verdauungsspaziergang an, der direkt auf dem Marktplatz aber schon wieder auf eine harte Probe gestellt wird. Immer dienstags und donnerstags könnt ihr hier kulinarische Vielfalt jenseits des Supermarkteinerleis erleben. Käse, Antipasti, Handbrot mit Füllung, fangfideler Fisch und marktfrisches Gemüse – besser geht es kaum und Spaß macht‘s auch noch! Der Antipastistand hat wirklich Grandioses im Angebot, direkt nebenan bekommt ihr taufrische, handgemachte Pasta und auch der Gemüsestand birgt allerhand kulinarische Überraschung.

 

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Die Auswahl bei Oxfam ist groß
Lasst euch inspirieren! Und falls bei der kulinarischen Entdeckertour der Hunger Einzug hält: einen leckeren und günstigen Mittagssnack auf die Hand findet ihr hier allemal, allerdings solltet ihr dabei auch nicht aus den Augen verlieren, dass in wenigen Metern Sichtkontakt auch der Schillergarten mit allerhand kulinarischem Aufgebot und dazu mit einer sagenhaften Aussicht auf die Elblandschaft lockt. Das wusste auch schon Überraschung! – Friedrich Schiller zu schätzen, der hier zwischen 1785 und 1787 häufig gesichtet wurde, was fast ein Jahrhundert später auch zur Benennung des Platzes nach dem berühmten Dichter führte. 

 

Hier könnt ihr den Blick übers Wasser schweifen lassen, der Schwebebahn beim Schweben oder dem Frischgezapften beim Wenigerwerden zuschauen. 

Wenn ihr euch losreißen könnt, dann geht’s weiter mit dem sommerlichen Spaziergang. Der führt uns vorbei an der Villa Marie, die allerdings auch eher mit leckeren Speisen als mit diätetisch adäquatem Programm ihre Gäste verzaubert. Wer sich vom äußerst leckeren Speisenangebot nicht anziehen lässt, flaniert vorbei und wähnt sich plötzlich im Urlaub, irgendwo im Süden.

 

Das Fährgässchen hat zwar touristisch auf den ersten Blick rein gar nichts zu bieten, verzaubert aber all jene, die einem zweiten Blick nicht abgeneigt sind, mit einem zwar kurzen, aber wunderschönen Stückchen Weg, der gesäumt von Blütengewächs, Sonne und Flair nicht nur ein unglaubliches Urlaubsfeeling, sondern auch tiefste Zufriedenheit in eure Herzen zaubert. Zumindest dann, wenn die Sonne scheint. Klingt doof, klappt aber! 

 

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Dienstag, Donnerstag und Samstag ist Markttag
Apropos: Wenn ihr ohnehin einen Trip Richtung Strandgebiet plant, es gibt einen Ort, wo ihr mindestens eure Urlaubslektüre preisgünstig shoppen könnt! Oxfam ist als Kette den meisten vermutlich nichts Neues, all denen, die das Konzept noch nicht kennen, sei aber gesagt: Wow!

Hier könnt ihr nicht nur euren überflüssigen Kram zugunsten der Allgemeinheit und im Sinne eines nachhaltigen Verständnisses zu einem neuen Leben verhelfen, sondern selbst das eine oder andere coole Schnäppchen machen. Vom Wandbild über das Designerkleid –  ihr könnt stöbern und sparen. Ich bin wegen meines nahenden Urlaubs direkt am nicht mal so schlecht ausgestatteten Bücherregal hängen geblieben und konnte so manch literarisches Highlight zum kleinen Preis erstehen.

Ein bisschen Zeit solltet ihr allerdings einplanen, es gibt wirklich viel zu entdecken. Regelmäßiges Hereinschauen lohnt sich hier auf jeden Fall, das gute Gewissen gibt es gratis dazu. 

 

Ihr steht eher auf schlechtes Gewissen? In Form von Kalorien und Kuchen? Dann solltet ihr vielleicht einen Besuch in Hüblers Café Lounge in Erwägung ziehen. Hier gibt es nicht nur gigantische Torten und Kuchen, die jedes Gramm Hüftgold irgendwie rechtfertigen, sondern auch eine riesige Pralinenauswahl, die sich gar vortrefflich in das zuckersüße Ambiente einfügt. Ablaufen kann man sich die wohlschmeckenden, aber unnützen Kalorien natürlich vortrefflich mit einem Gang über das Blaue Wunder.

 

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Der Schillergarten gehört zu den Hotspots am Platz
Das ist übrigens angeblich erst im Nachhinein blau geworden, was ihm auch den bekannten Namen verlieh. Schuld gewesen sein soll das Wetter – das  ist ja bekannt. Ob das wirklich stimmt, darüber scheiden sich die Geister, denn schon als die Brücke noch ganz neu war, fand ihr hellblauer Farbanstrich Erwähnung in einschlägigen Schriftstücken, erst 1936 kam über die Dresdner Nachrichten das Gerücht in Umlauf, die Brücke sei eigentlich grün gewesen und habe sich durch massives Einwirken der Witterungsverhältnisse ihrer Gelbanteile entledigt. Und dieser Mythos hält sich bis heute hartnäckig, auch wenn die Historie etwas anderes sagt. Möglicherweise wurde gar der Begriff „das Blaue vom Himmel herunter lügen“ von diesem imposanten Bauwerk inspiriert. Nicht. 

 

Exklusiv und kostenlos

 

Generell ist der pulsierende Schillerplatz ein wirklich guter Ort zum Entschleunigen. Es gibt nicht nur so manche architektonische Perle zu bestaunen, sondern auch grandiosen Kaffee, leckeren Kuchen, Spaziergänge in großartiger Kulisse und eine direkte Anbindung zum Elberadweg und der Sächsischen Dampfschifffahrt. Wenn man mag, finden sich auch ausreichend Gelegenheiten zum Shopping und für die cineastische Unterhaltung: Kino, Supermärkte und die eine oder andere Edelboutique sind einfach zu erreichen. Aber auch wenn sich hier einiges eher exklusiv und hochpreisig präsentiert - die schöne Aussicht von nahezu jedem Standort hier bleibt kostenlos! Wenn ihr also dem Alltag mal entfliehen, eine andere Art von Flair direkt an der Elbe und mit Blick auf eine schier atemberaubende Kulisse inhalieren wollt: Dann nichts wie hinein in die Linie 12 und ab zum Schillerplatz!

 



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