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Mein Viertel: Plauen

Im Süden der Stadt

04.06.2017

Die Temperaturen steigen immer weiter und der Sommer hält endlich Einzug. Doch nicht nur die Möglichkeit der beengten, heißen Stadt zu entkommen, lädt zu einem Abstecher nach Plauen ein, sondern auch kleine Cafés, handgemachte Kunst und der Plauensche Grund.  

 Mein Viertel: Plauen
Kaum zehn Minuten aus dem Stadtzentrum entfernt, erstreckt sich Plauen am Ufer der Weißeritz, welche dem mittlerweile eingebürgerten Stadtteil Dresdens seinen Namen verleiht. Das ehemalige Dorf Plawen, was soviel wie „Dorf an der Flöße” bedeutet, wurde 1206 im gleichen Dokument wie Dresden erstmals urkundlich erwähnt. Selbst heute haftet dem modernen Plauen noch etwas dörfliches an. In den kleinen Lädchen kennt man sich und in den Cafés werden herzlich die Stammkunden begrüßt. 

 

Zwischen Mühle und Kirche 

 

Entlang der Weißeritz erstreckt sich der Plauensche Grund, welcher uns direkt zur ehemaligen Bienertmühle führt. Hier kurbelte Gottlieb Bienert zur Zeit der Industrialisierung Plauens Wirtschaft durch den Umbau der ehemaligen Hofmühle zu einer großindustriellen Mühle mächtig an. Mittlerweile kann in der Bienertmühle nicht nur stilvoll gewohnt, sondern auch in der Zeit gereist werden. Das „Blickzurück” versteckt sich im Innenhof der Mühle und lässt jedem Antiquitätenliebhaber das Herz etwas höher schlagen. Von antiken Barockmöbeln über original Brillengestelle sowie Funk- und Fernsehgeräte bis hin zur guten alten DDR-Sammeltasse ist hier alles vertreten und sofort einsatzfähig. Doch damit ist noch nicht genug. In den nebenan gelegenen Restaurierungsräumen können alte Gegenstände wieder in ganz neuem Glanz erstrahlen. Treten wir aus dem Reich der Raritätenträume, fällt der Blick direkt auf die Überreste der alten Bahngleise der ehemaligen Bienertbahn, mit der Güter aus der Mühle nach ganz Dresden geliefert wurden. Folgen wir der Altplauner Straße Richtung Rathaus, fallen vor allem zwei Dinge ins Auge: Zum einen die monumentale Auferstehungskirche, welche bereits seit dem 12. Jahrhundert besteht und vermutlich über die ältesten Glocken Dresdens

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verfügt. Zum Anderen die zwei kleinen Geschäfte direkt gegenüber der Kirche. Bereits seit zwei Jahren füllen Heidrun Heine und Heike Wohlfarth ihre Schaufenster mit handgearbeiteter Holzkunst und teilen sich ihren kleinen Laden mit angehängter Werkstatt. Heidrun Heine ist sowohl in der Herstellung als auch in der Restaurierung von Holzkunst eine wahre Fachfrau. Ihr Spezialgebiet liegt vor allem in der erzgebirgischen Volkskunst, für welche sie auch gern den Weg in die heiligen Hallen der Erzgebirger Werkstätten auf sich nimmt, um nach alten oder schon abgesetzten Kleinserien Ausschau zu halten. Mit viel Liebe zum Detail widmet sie sich auch kleineren und größeren Wehwehchen ihrer Holzpatienten, egal ob das abgebrochene Ohr des Lieblingsosterhasens oder das langsame Abblättern der Farbe. Sie kennt die passenden Tricks, um die Herzstücke wieder im alten Glanz erstrahlen zu lassen. In der Werkstatt sowie dem Atelier Hampelmann von Heike Wohlfarth werden nach Wunsch Holzspielsachen, Dekogegenstände und natürlich auch Hampelmänner gefertigt. Dabei wird Wert auf Handarbeit und Unikate gelegt. Gleich neben dem Künstlerkollektiv befindet sich der Buchladen Leiteritz. Dieser brilliert vielleicht nicht mit einer
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riesigen Auswahl, sondern vielmehr durch ein kleines Programm mit Fokus auf interessante und gut gemachte Buchperlen. Inhaber André Leiteritz orientiert sich bei seiner Buchwahl nicht an der Masse und sorgt so für das ein oder andere Highlight. Egal ob besonders schön illustriert oder bereits nicht mehr auf dem Markt, es sollte genügend Zeit mitgebracht werden, um ausgiebig das vorhandene Buchangebot zu durchstöbern und zu genießen. Natürlich wird für alle Besucher mit konkreten Wünschen auch jedes Buch bestellt. 

 

Eishimmel auf Erden

 

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Schlendern wir auf der Reckestraße weiter Richtung Rathaus, warten schon die nächsten Highlights. Das Piccolino auf der Coschützer Straße überzeugt bereits seit zehn Jahren mit hausgemachtem Eis, welches im Eislabor hinter den Verkaufsräumen immer frisch zubereitet wird. Neben
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den Standartsorten wie Schokolade und Vanille gibt es auch saisonale Wechselsorten, welche unter anderem mal Marzipan-Schoko oder Frischkäse-Waldbeer sein können. Klingt verrückt? Schmeckt aber köstlich! Für die Eismuffel unter euch warten selbstgemachte Sandwiches sowie süße Waffeln und Crêpes, natürlich alles auch zum Mitnehmen. Gut so, denn im Sommer ist das Piccolino ein beliebter Anlaufpunkt für Familien und dementsprechend ist es sehr schwer, einen Platz zu finden. 

 

Gegenüber des kleinen Eishimmels könnt ihr euch passend zur frühsommerlichen Jahreszeit noch mit entsprechenden Blumenarrangements eindecken. Im Stielecht gibt‘s von Blumensträußen über Pflänzlinge unterschiedlichster Couleur und

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Höhe bis hin zu einer bunten Auswahl an Küchenkräutern alles, was das florale Herz begehrt. Hinzu kommt eine bunte Auswahl an Wohnaccessoires, Kerzen und Geschirr im Landhausstil. Für die Inhaberinnen Jeannette Vojtisek und Dianah Lisek ist es wichtig, auf die Wünsche ihrer Kunden einzugehen. Sie bieten von Hochzeitssträußen bis Geburtstagsgestecken zu jedem Anlass das richtige florale Arrangement. 

 

Das Herz von Plauen 

 

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Für die stets Hungrigen unter euch hat der Suppenladen Dresden Das Original auf der Nöthnitzer Straße seine Tore weit geöffnet. Neben wöchentlich wechselnden Suppen und der Suppe des Monats gibt es ebenfalls Salate und kleine Naschereien. Auch hier kann jede Bestellung “to go” geordert werden oder auch ganz einfach zum Liefern. 

 

Folgen wir der Nöthnitzer Straße Richtung Weißeritz, landen wir nach knapp 200 Metern im Herzen von Plauen – dem ehemaligen Dorfplatz mit dem Müllerbrunnen, welcher 1902 in Initiative der Mühlenbesitzerfamilie Bienert enstand. Auch hier haftet Plauen noch etwas Dörfliches an. Der Rathausturm überragt den Platz und um den kleinen Park in der Mitte versammeln sich kleine Geschäfte und Bistros. Alles wirkt entschleunigt und beruhigt und lädt zum Verweilen ein.



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