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Nach vorn, episch, groovy

Ein Tag mit: Jake Dile

24.03.2017
Autor: Kaddi Cutz
 Nach vorn, episch, groovy
"Auf dem Cover stand 'Daft Punk'."
Schon seit seiner frühesten Jugend interessierte sich Jake für Musik und DJing. Ein Set von „DJ Josh“, im Radio aufgeschnappt, begeisterte ihn mit vielen genialen Tracks – die gar nicht so leicht zu finden waren: „Shazam gab‘s noch nicht und ich kannte niemanden in der Szene. Eines Tages stand ich in der Plattenabteilung vom Kaufhof und habe auf einem Album diese ganzen Tracks wiedergefunden. Auf dem Cover stand ‚Daft Punk‘. Der Verkäufer war DJ Steffi und hat mit DJ Tokn später seinen eigenen Plattenladen eröffnet. Die beiden waren so eine Art Mentoren für mich“. 
 

Erste Siege und die eigene Radioshow

 
Bei regionalen DJ-Contests fuhr Jake schnell erste Siege ein, nahm viele Mix-CDs auf und wuchs hinein in die Szene. Mit 18 startete er seine Ausbildung in Frankfurt und hatte dort erste Resident Jobs. An den Wochenenden spielte er in Frankfurt und Umgebung oder in Sachsen und Mitteldeutschland – teilweise fünf Mal die Woche! Dazu kamen erste internationale Gigs, die eigene Radioshow „Nachtaktiv“ und eigene Events. Parallel blieb die Begeisterung fürs Produzieren: „Die ersten Tracks und Jingles habe ich mit 15 gebaut. Um meine Skills auszubauen, habe ich nach meiner Ausbildung ein Studium als Audio Engineer an der SAE Berlin absolviert und dazu noch beim Radio gejobbt. Das bedeutete meist nicht mehr als fünf Stunden Schlaf am Tag. Anfang 2009 gründete ich dann mein eigenes Tonstudio und fing als Dozent für DJing & Producing an der VibrA Dresden an.“ Weil ihm der Nachwuchs am Herzen liegt, etablierte er mit Patrick Hofmann Deutschlands größten DJ Contest für Newcomer – den German DJ Contest. Und weil die Zusammenarbeit in viele erfolgreiche Projekte mündete, folgte vor zwei Jahren das Label „Seveneves Records“.
 

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"Ich versuche, in meinen Mixes immer sehr viel Energie zu transportieren."
"DJing ist mein Ding"

 
Und woran hängt Jakes Herz am meisten, bei so vielen Baustellen? „Heutzutage kann man alles selber machen, was einem Spaß macht – Man lädt sich ein Homepage-Programm runter und ist Webdesigner. Man besorgt sich ein Videoprogramm und ist Filmproduzent. Da besteht eine gewisse Gefahr, dass man sehr schnell den Schwerpunkt aus den Augen verliert. Ich habe mich damals bewusst für das Studium entschieden und wusste auch immer, dass ich in meinem Studio Musik und Werbung produzieren möchte, weil ich beide Szenen sehr spannend finde und auch einen guten Beitrag dazu leisten kann“, erklärt Jake. „Wenn du etwas seit 20 Jahren tust und du immer noch soviel Spaß dran hast und neue Sachen entdeckst, dann würde ich sagen, das DJing ist mein Ding. Aber auch die Arbeit als Dozent und Labelmanager ist mir sehr ans Herz gewachsen. Ich würde sagen, das ganze Konstrukt mit der Abwechslung, vielen Facetten, coolen Leuten ist ‚mein Ding‘!“ 
Dieses Facettenreichtum spiegelt sich auch in seinen Sets wieder: „Ich mag Sachen, die nach vorne gehen, ein episches Feeling haben und trotzdem groovy sind. Dabei ist das Genre fast egal. Ich versuche, in meinen Mixes und DJ-Sets immer sehr viel Energie zu transportieren.“
 
 

Zwischen viel Arbeit und wenig Schlaf 

 
Mit Energie startet Jake auch in den Tag – Früher-Vogel-like meist schon gegen 7 Uhr. Zum Frühstück gibt es schon die ersten Mails, Terminabsprachen und Meetings, bevor es ab 10 im Studio weitergeht. Digital-Medien-affin wie Jake ist, erfolgt eine Zusammenarbeit dort aber nicht nur vis-à-vis, sondern auch schon mal über Skype. Ab 17 Uhr gibt er dann noch Unterricht, und wenn andere um 20.15 Uhr die Glotze anschalten, stehen bei Jake Labelmeetings, Projekte oder einfach neue Musik auf der Agenda – aber auch mal ein entspannter Kino- oder Restaurantbesuch mit der Liebsten. Unter der Woche. Ab Freitag geht dann das DJ-Life los. Klingt nach viel Arbeit und wenig Schlaf, aber auch mächtig viel Spaß. Wird das nicht trotzdem auch mal unlustig? „Letztes Silvester hatte ich einen Totalausfall. Das war gegen 2 Uhr, ich war mitten im Set, die Stimmung war richtig heiß und auf einmal kippt irgendjemand Wodka Red Bull in die Steckdose, die komplette Musikanlage geht aus und 2.000 Leute gucken dich an. Peinlich, aber nach all den Jahren steht man über sowas drüber … nach fünf Minuten ging’s dann auch weiter“, erinnert sich der Profi mit einer Mischung aus Amüsement und Schaudern. Na gut, dann halt mal ein Positivbeispiel: Was war denn der größte Meilenstein bisher in der Karriere? „Ich blicke lieber nach vorn als zurück. Gerade wenn man solange im Business ist, merkt man, dass nur das Jetzt, Heute und die Zukunft zählt. Aber ein großer Meilenstein war das vor Kurzem veröffentlichte 100. Release auf unserem Label: „Eve“ kam unter meinem zweiten Projekt „Hofmann & Weigold“ raus. Mit dem Track kriegen wir gerade massiven internationalen Support und sind auch in den Charts vertreten. Ein Tipp für alle Deephouse-Lover!“
 
 
 

 

www.jakedile.de  

www.seveneves.de  

www.facebook.com/jake.dile 

 



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