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Neues Messhof Fechtspiel kann den Vorgänger nicht toppen

Nidhogg 2 enttäuscht mit überladener Grafik und Waffen nach Zufallsprinzip

22.09.2017

Nidhogg war ein echter Überraschungshit und ist seit seinem Release im Jahr 2014 bis heute eines der besten Partyspiele überhaupt. Mit dem zweiten Teil versucht Entwickler Messhof Games nun das 2D-Fechtspiel auf eine neue Ebene zu heben. Die Erwartungen sind hoch. 

 

Neue Grafik Niddhogg 2
Fechten für Fortgeschnittene mit knalliger Grafik. Das ist nicht für jeden was.
Eingefleischte Nidhogg-Spieler werden ihren Augen nicht trauen, wenn sie zum ersten Mal einen Blick auf den Nachfolger werfen. Wo man früher noch mit Strichmännchen vor einem meist einfarbigen Hintergrund kämpfte, blenden nun bunte Wettereffekte, knollige Charaktere und Explosionen das Sehvermögen. Nachdem man sich von diesem Grafik-Schock erst mal erholt hat, merkt man aber doch recht schnell, dass das Spiel seinem System treu geblieben ist. Es geht, wie beim Vorgänger auch, darum, den Gegner in einem zweidimensionalen Fechtkampf niederzuringen. Ihr könnt mit eurer Waffe in drei unterschiedlichen Höhen angreifen, Sprungkicks sowie Purzelbäume ausführen und sogar euren Degen nach dem Gegner werfen. Habt ihr ihn erfolgreich eliminiert, gilt es, das Level möglichst schnell auf einer Seite zu verlassen, bevor der Schuft erneut erscheint. Hat es euch erwischt, muss der Gegner in die entgegengesetzte Richtung laufen und ihr verliert euren Fortschritt. So entsteht ein nervenaufreibendes Tauziehen mit großem Wiederspielwert. 

 

Wichtig für den Erfolg im Spiel ist eine schnelle Reaktion. Versucht der Gegner euch oben anzugreifen, solltet ihr mit einem tiefen Stich kontern. Wirft euer Gegner die Waffe, müsst ihr oben parieren. Ein gutes Auge ist also essenziell. Und genau hier liegt der Hund begraben: Beim Vorgänger war aufgrund der simplen Grafik immer rechtzeitig ersichtlich, wie der Gegner angreift. Jetzt kann man bei dem effektvollen Hintergrund und den komplexen Charakteren kaum noch erkennen, wo oben und unten ist. Ein weiteres Problem sind die neuen Waffen. Neben dem guten alten Degen gibt es nun zusätzlich ein Schwert, einen Bogen und einen Dolch mit jeweils unterschiedlichen Eigenschaften. Das wäre an sich kein Problem und eine tolle Neuerung, jedoch bekommt man nach jedem Tod eine zufällige Waffe in die Hand gedrückt. Da die Waffen nicht wirklich gleichwertig sind, kommen häufig unfaire Situationen zustande. Darüber können auch die neuen Maps und der Charaktereditor nicht hinwegtrösten.

 


Ein Stich ins Leere        

Fechtkampf Niddhogg 2
Schade: An den Vorgänger kommt Niddhogg 2 nicht heran.
Nidhogg 2 ist leider ein Paradebeispiel für einen Nachfolger, der vieles verschlimmbessert hat. Zugegeben, der erste Teil war schon ein herausragendes Spiel und wirklich schwer zu toppen. Gerade weil er simpel war und ein ausgeglichenes Kampfsystem hatte, war er so begehrt. Der Nachfolger macht das Spiel durch überladene Grafik und die neuen Waffen unvorhersehbar und bringt einen unnötigen Zufallsparameter in das Spiel. Schade, Nidhogg 2 schneidet sich leider mit dem Degen ins eigene Fleisch.



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