Die Band No King. No Crown. auf einem Felsen sitzend

No King. No Crown. im Interview

Man muss nicht überall seinen Fußabdruck hinterlassen

31.01.2019
Autor: Kaddi Cutz

Die Band No King. No Crown. duscht unter einer grünen Gießkanne
Lassen ihre Fans nicht im Regen stehen: No King. No Crown. gehen im Februar mit neuem Album auf Deutschland-Tour.
Euer letztes Album habt ihr vor ziemlich genau zwei Jahren rausgehauen  - was hat sich seitdem getan? Inwieweit spiegeln sich die zwei Jahre auf „Smoke Signals“ wider?

Die große Reise begann wirklich genau vor zweiJahren als wir erstmals als Band probten, um das Vorgängeralbum „Without Yesterday“ live so umzusetzen, wie es auch auf Platte erschienen ist. Damals hatte ich im Studio noch die meisten Instrumente selbst eingespielt und im Nachhinein Leute gesucht, die mir live bei der Umsetzung helfen würden. Über die letzten 18 Monate hat sich dann eine Vierer-Formation als Erfolgsrezept herauskristallisiert und wir haben Mitte 2017 angefangen, am neuen Album „Smoke Signals“ zu schreiben, welches am 1. Februar erscheint. Dieser Wandel vom Solokünstler zu einer kompletten Band hat natürlich auch seine Spuren auf „Smoke Signals“ hinterlassen. Wir arbeiten jetzt zu viert an den Songs und gehen Strukturen von vorn bis hinten gemeinsam durch - bis alle zufrieden sind. Der Weg zum fertigen Song hat so natürlich deutlich länger gedauert, dafür kamen auch viel mehr Ideen ins Spiel um einen neuen „No King. No Crown.“ - Sound zu kreieren – was total spannend war.

Irgendwie haben die Songs einen deutlich elektronischeren Einschlag. Wie kommt’s?

Zum einen, weil wir nun zu einer Band herangewachsen sind und viel mehr Möglichkeiten als vorher haben – nur mit Gitarre und Geige ist man dann doch relativ eingeschränkt (lacht). Ich wollte nie, dass No King. No Crown. zu einer klassischen Rockband wird – mit Schlagzeug und Bass- & E-Gitarre und sowas alles. Daher hat Martin sich mit dem Synthesizer beschäftigt und im Writing-Prozess angefangen, Beats zu bauen. Ich selber bin großer Fan von Künstlern wie RY X, Bon Iver, Dermot Kennedy u.a., weil die den Folk wunderbar mit Electronica kombinieren. Deshalb war ich auch sofort von den neuen Spielzeugen begeistert, die Martin im Proberaum präsentiert hat. Zum anderen haben wir mit Philipp Makolies (Woods of Birnam, Ex-Polarkreis 18) einen Produzenten gefunden, der sofort verstanden hat, in welche Richtung die Reise gehen soll und der sich so in das Projekt eingebracht hat, als wäre er ein fünftes Bandmitglied –was unglaublich viel Spaß gemacht hat. Philipp bastelt außerdem gerade an einem neuen Musikprojekt (MAKK), welches eine Mischung aus Dreampop und 80s-Electronica ist. Da ist auch Einiges bei den Aufnahmen und beim späteren Mixen in unseren neuen Sound mit eingeflossen.

Im Titelsong geht es um den oft achtlosen Umgang der Menschen mit der Natur - was hat euch inspiriert, euch diesem Thema zu widmen?

Der Song „Smoke Signals“ entstand auf meiner zweiwöchigen Reise durch Island.Unglaubliche Landschaften, unberührtes Gefilde, weit und breit nur Natur. Hier ist mir bewusst geworden, wie rücksichtslos und egoistisch der Mensch in die Natur eingreift und sie so verändert und deformiert, wie es ihm gefällt. Beeindruckt von den Gegebenheiten Islands, habe ich mir immer wieder die Frage gestellt, ob wir vielleicht zu weit gehen und ob es wirklich sein muss, überall Fußabdrücke zu hinterlassen.

Und, muss es? 

Frontmann René Ahlig an der Gitarre
René Ahlig zählt schon die Tage bis zum Release von "Smoke Signals"

Ich denke, dass in Zeiten des Klimawandels jeder seinen Teil zur Naturerhaltung beitragen und auf seine Umwelt achtgeben sollte. Mit dem Song versuchen wir natürlich auch zu sensibilisieren und hoffen, einige von den Hörern zum Nachdenken anzuregen und etwas zu bewirken. Ich selbst versuche seit einiger Zeit den Plastikverbrauch zu reduzieren, ernähre mich vegetarisch und fahre fast nur noch mit dem Fahrrad. Das sind kleine Sachen, auf die man leicht verzichten kann. Wenn jeder so ein kleines Stück zurückgeben würde, könnten wir mit Sicherheit was verändern. Go!

Ist Dresden eigentlich immer noch Quelle der Inspiration für euch oder werdet ihr wie „alle Künstler“ irgendwann abtrünnig und euer Glück in der Hauptstadt versuchen?

Das kam eigentlich noch nie in Frage. Wir fühlen uns hier alle vier, glaube ich, ganz wohl und das meiste passiert doch eh Online. Ich sehe jetzt zumindest keinen Grund, in die Hauptstadt zu ziehen. Zumal ich da auch gar nicht so gern bin. Mir ist Berlin viel zu hektisch und stressig (lacht). Dresden passt schon!

Mit der Album-Release Show in der Scheune am 15. Februar fällt auch der Startschuss zu einer großen Deutschland-Tour - worauf freut ihr euch am meisten?

Wenn du zwei Jahre im Proberaum eingesperrt bist, um ein Album zu schreiben, vier Sommerwochen bei plus 30 Grad im Studio aufnimmst und nun seit mehr als vier Monaten das neue Set probst, dann freust du dich einfach nur drauf, endlich auf einer Bühne stehen zu dürfen und all die wunderbaren Songs, die wir seit vielen Wochen und Monaten zurückhalten, endlich allen Hörern zu präsentieren. Wir freuen uns wirklich ungemein, denn die letzte große Tour liegt nun auch schon wieder zwei Jahre zurück. Ab 15. Februar sind wir dann für 14 Tage mit dem Kleinbus unterwegs. Das heißt für uns: zwei Wochen auf engstem Raum, was wirklich Spaß macht! Ich sage ja immer, es ist wie eine Klassenfahrt mit seinen besten Freunden, nur dass man abends noch ein Konzert spielt und immer sehr spät ins Bett kommt. Das ist aber auch schon der einzige Haken an der Sache (lacht).

No King. No Crown. in der Dresdner Neustadt
Wer braucht schon Berlin, wenn es in Dresden die Neustadt gibt?

Worauf könnt ihr auf Tour nicht verzichten?

Seit Jahren haben wir eine kleine Tradition, wenn wir in Hamburg spielen. Dort gibt es ein wunderschönes Café namens „Harbour Cake“, das selbstgemachte Knödel in vielen leckeren Sorten serviert. Unglaublich lecker. Wir machen dort immer nach dem Tag unseres Auftrittes Halt und kräftigen uns noch mal, bevor es in die nächste Stadt geht. Diesmal haben wir sogar einen Off-Tag in Hamburg und ich weiß jetzt schon, wo wir Mittag essen (lacht).

Da wünschen wir doch einen formidablen Tourstart und guten Appetit!

Übrigens: Für das Release-Konzert am 15. Februar in der Scheune könnt Ihr bei uns Freikarten gewinnen! Hier geht's zum Gewinnspiel.

 



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