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Poetry Slam: Geschichten übern Gartenzaun

Sprachblüten in aller Gemütlichkeit

18.11.2017

Poetry Slams – die moderne Form der literarischen Auseinandersetzung unter kreativen Schreiberlingen – dürfen sich seit Jahren einer ungebrochenen Beliebtheit erfreuen. Auch in der Landesshauptstadt ist die Angebotsauswahl groß. Im November laden die „Geschichten übern Gartenzaun“ zum Jahresabschluss ein

 

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Tresenphilosophie in Nachbars Garten
Eine Bühne und ein Mikrofon, in das nacheinander eine Handvoll Menschen sprechen, nuscheln, poltern, quieken, lachen, schreien, flüstern. Sie tragen vor, was sie irgendwann einmal zu Papier gebracht haben. Alles ist erlaubt; Gedichte, die sich reimen oder auch nicht, Prosa, die Geschichten erzählt, welche sich faktisch tatsächlich so zugetragen haben oder solche, die in einem kreativen Duschmoment fiktiv durch den Geist blitzten – hauptsache selbstgemacht. Das ist die neuzeitliche Form des Dichterwettstreits. Und weil die Bezeichnung im Deutschen nicht so klangvoll daherkommt, nennt man es einfach Poetry Slam. Slams im Allgemeinen und besonders die mit der Literatur und Dichtung erfahren seit Jahren einen fortlaufenden Hype, der nicht so recht abreißen will. 

 

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Wortbepflanze Beete gibt's in der GrooveStation zu sehen/hören
„Nicht selten eröffnen die Poeten mit ihren Stücken neue Perspektiven, mindestens geben sie einem aber etwas mit nach Hause, worüber man nachdenken und sich aktiv auseinandersetzen kann“, erklärt sich Slammerin Kaddi Cutz den dauerhaften Erfolg des Formats. „Tatsächlich trifft das auf die allermeisten Leute zu. Nur die wenigsten können einem Slam so gar nichts abgewinnen“, sagt Cutz. Sie ist selbst seit 2010 auf den Slambühnen der Republik zuhause, wurde im letzten Jahr sächsische Vizemeisterin und veranstaltet seit sechs Jahren gemeinsam mit Tina Tschiharsch den Poetry Slam „Geschichten übern Gartenzaun“ in der GrooveStation. „Wir waren weder die ersten, noch sind wir die einzigen in der Stadt“, lacht sie. „Uns erfasste bei einem spätabendlichen Lammcurry einfach die Lust dazu, selber zu veranstalten. Und das funktioniert glücklicherweise ganz gut.“ 

 

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Wie in der guten alten Nachbarschaft über die Nachbarn tratschen
Im Vergleich zu anderen Poetry-Slam-Formaten in der Stadt sind die Geschichten übern Gartenzaun, was ihr Name vermuten lässt: Ein Plausch unter Nachbarn, der über den Zaun hinweg zwischen Zwiebeln stecken und Rasenmähen die kleinen und großen Fragen des Lebens – mal mit aller Ernsthaftigkeit und mal mit ganz, ganz viel Humor – aufgreift und dabei nicht unbedingt immer nach einer Antwort sucht. Tresenphilosophie im Garten, zwischen Blumen und Bienen. Und für den, durch Publikumsabstimmung erklärten Gewinner gibt es neben einem Aufmerksamkeiten-Beutel, den die Zuschauer befüllen können, auch noch einen von Tschiharsch stets einzigartig gehäkelten Kaktus. „Unser Slam ist eine sehr familiäre Angelegenheit. Slammer und Publikum sind ganz nah aneinander dran, was sich unheimlich positiv auf die Atmosphäre auswirkt“, so Cutz. „Es ist sehr entspannt und fast schon gemütlich.“

 

Info: Am 22. November werden die wortbepflanzten Beete vorerst letztmalig für dieses Jahr in der GrooveStation beackert. Nutzt also die Chance, den tristen Monat mit Wortmalereien etwas bunter zu gestalten.



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