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Politische Hochschulgruppen an der TU Dresden

Studenten machen Politik

23.11.2016

Ende November finden die Hochschulwahlen an der TU Dresden statt. Unter den rund 70 verschiedenen Hochschulgruppen sind viele politisch ausgerichtet. Doch wofür stehen die eigentlich? urbanite hat die politischen Hochschulgruppen von Links bis Liberal für euch unter die Lupe genommen.  

 Politische Hochschulgruppen an der TU Dresden
Der Vorstand der Liberalen Hochschulgruppe v.l.n.r.: Robert Müller (Stellvertreter), Henrietta Dörries (Vorsitzende) & Malte Wenk (Schatzmeister)

Alle Jahre wieder übernehmen die Studentinnen und Studenten der TU Dresden Verantwortung für ihre Hochschule, wenn die studentischen und akademischen Wahlen anstehen. Gewählt werden Fakultätsräte, Fachschaftsräte, die dann in den Studentenrat (StuRa) entsandt werden sowie der Senat. „Alle Statusgruppen, also Professoren, Mitarbeiter, Studierende, Verwaltungsangestellte und Wissenschaftliche Mitarbeiter sollen in diesen unterschiedlichen Gremien vertreten sein“, erklärt Robert Hoppermann. Der Informatikstudent arbeitet ehrenamtlich als Referent für Politik für den Studentenrat und kennt sich mit den unterschiedlichen Studentengruppen aus, die ihre Vertreter in die Gremien entsenden wollen.

Spaßgruppen ja – Extremisten nein

Rund 70 Hochschulgruppen sind auf Basis des sächsischen Hochschulgesetzes von der TU anerkannt und erfüllen die vom Gesetzgeber zugewiesenen Aufgaben, fördern beispielsweise die politische Bildung oder soziale Belange. Auch gegen Spaßgruppen ist nichts einzuwenden. „Rechts- oder linksextreme Gruppen werden aber nicht unterstützt“, betont Hoppermann. Hier findet jeder seine Nische: Die Studierenden haben sich in religiös oder sozial motivierten Verbände, Technikgruppen und Sport-Teams zusammengefunden oder machen Umweltpolitik. Politisch Interessierte schließen sich einer zumeist großen Partei in Deutschland nahestehenden Hochschulgruppe an.

Immer schwieriger, Ehrenamtliche zu finden

Der CDU-nahe Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) beispielsweise ist der größte politische Studentenverband Deutschlands. An der TU Dresden setzt sich die Hochschulgruppe unter anderem für einen Erhalt der juristischen Studiengänge an der TU und die Fortsetzung der Exzellenzinitiative ein. RCDS-Chef Peter Miersch ist Spitzenkandidat seiner Gruppe für die anstehenden Senatswahlen. „Eines unserer größten Probleme ist das geringe Interesse für Hochschulpolitik“, erzählt der Maschinenbaustudent. Es sei auch immer schwieriger, Ehrenamtliche zu finden, die sich in der studentischen Selbstverwaltung engagieren wollen. „Unser Ziel ist es deshalb, mehr Diskussionen in der Studentenschaft anzuregen und neue Themen und Ideen einzubringen, damit die Leute wieder zur Wahl gehen.“

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RCDS-Chef Peter Miersch ist Spitzenkandidat seiner Gruppe

Fehlendes Forum für politische Hochschulgruppen

Die inhaltliche Mitbestimmung der Studierenden und die politische Ausrichtung des StuRa sind wichtige Themen aller Hochschulgruppen. Dabei ist das System durchaus umstritten: An den meisten bundesdeutschen Universitäten verantwortet ein per Listenwahl gewähltes Studierendenparlament entscheidende Aufgaben an den Hochschulen. In Sachsen hingegen gibt es nur von der jeweiligen Fachschaft direkt gewählte Fachschaftsräte, die dann in den StuRa entsandt werden.  Die Liberale Hochschulgruppe (LHG) an der TU Dresden hält dieses System für ausbaufähig. „Ohne ein funktionierendes Studentenparlament fehlt ein Forum für politische Hochschulgruppen“, merkt der stellvertretende LHG-Vorsitzende Robert Müller an. Trotzdem ist die Liberale Hochschulgruppe aktiv, beschäftigt sich zurzeit primär mit dem Thema Flüchtlingskrise und veranstaltete jüngst eine Vortragsreihe zur Zukunft der sächsischen Hochschulen.

Studentische Themen: Chancengleichheit, Nachhaltigkeit, Gleichstellung

Die Hochschulgruppe DIE LINKE.SDS setzt vor allem auf die Weiterbildung ihrer Mitglieder. „Uns liegt die aktive Arbeit in der studentischen Selbstverwaltung am Herzen. Außerdem arbeiten wir eng mit dem hochschulpolitischen Sprecher der Landtagsfraktion zusammen, richten Lesekreise und bundesweite Treffen der Rosa-Luxemburg-Stiftung aus“, erklärt Kristin Hofmann, Geschäftsstellenleiterin des Dresdner LINKEN-Stadtverbandes.

 

Ähnlich sieht es bei der Juso-Hochschulgruppe aus. Die Themen Mitbestimmung und demokratische Hochschule stehen hier im Fokus. „Wir organisieren viele Vorträge, beispielsweise zum Thema Nachhaltigkeit, Gleichstellung und Chancengleichheit“, berichtet die Politikwissenschaftsstudentin und Sprecherin der Juso-Hochschulgruppe Sophie Koch. Die gewählten Kandidatinnen und Kandidaten der Hochschulgruppen werden über den Fachschaftsrat in den StuRa entsandt. Der tagt alle zwei Wochen und  thematisiert alle aktuellen Themen rund um die Hochschulpolitik. Davon gibt es genügend: Überfüllte Seminare, fehlende Dozenten und natürlich die Politik „da draußen“: Regelmäßig ruft der StuRa der TU Dresden beispielsweise zur Teilnahme an Demos gegen Rassismus und Hetze auf.

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Der Studentenrat (Stura):           

Der Studentenrat ist das zentrale Organ der Studentenschaft an sächsischen Hochschulen. Er existiert nur an Universitäten ohne Studierendenparlament und übernimmt auch legislative und exekutive Funktionen. (weitere Infos auf: www.stura.tu-dresden.de) 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Websites & Infos

· RCDS (Ring Christlich-Demokratischer Studenten)

 www.facebook.com/RCDSDresden

· DIE LINKE.SDS
(Sozialistisch-Demokratischer Studentenverband)  
 www.linke-hsg-dresden.de

· Grüne Hochschulgruppe Dresden

 www.facebook.com/GrueneHochschulgruppeDresden

· LHG (Liberale Hochschulgruppe)

 www.facebook.com/lhgDresden

· Juso-Hochschulgruppe Dresden 

 www.facebook.com/JHG.Dresden

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