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Unipolar: Wissenschaft in Mode

Das Dresdner Start-Up bringt Wissenschaft auf Textil

23.03.2018


Die Badewanne der ehemals „Guten Stube“ steht noch – aber seit November 2017 wird im Ladenlokal 
auf der Rothenburger eine andere Art handgemachter Stücke für Liebhaber verkauft. Unipolar steht nun dran, 
und drin ist eine große Palette ungewöhnlicher Mode – nicht nur für Wissenschafts-Nerds.

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Der Unipolar Shop auf der Rothenburger Straße

Steve Kupke ist der Kopf hinter dem Label. Der 33-Jährige 
kam während seines Physikstudiums an der Techni
schen Universität Dresden auf die Idee, dezente Shirts für unterschiedliche Studiengänge zu entwerfen. „Ins
piriert“ wurde er von den sackähnlichen, schwarzen Einheitsshirts mit wiederkehrenden Motiven – das muss besser gehen, sagte er sich und designte prompt ein Shirt mit dem legendären Darwin-Finken für seine damalige Freundin, eine Biologie-Studentin. 

Nach einem Jahr Auszeit in Neuseeland schrieb der gebürtige Bautzner seine Doktorarbeit, schnupperte aber noch während der Promotion in die Welt der StartUps hinein – da musste es noch mehr geben, abseits der schnöden Arbeit im Labor. Die Idee, ein eigenes Modelabel zu gründen, reifte; gleichzeitig wuchs die Ideensammlung für wissenschaftliche Motive, deren Hintergründe erst auf den zweiten Blick sichtbar werden. 

 

Mainstream, aber nicht beliebig

Kupke vernetzte sich in der Dresdner Gründerszene und suchte über die Crowdfunding-Plattform startnext Unterstützung für die erste Kollektion. Der Anspruch: Wissenschaftliche Errungenschaften und prägende Momente der Forschung in modischen Designs auf fair gehandelter Kleidung, und das in Bio-Qualität. „Das Motiv muss in erster Linie optisch überzeugen“, betont Kupke, es müsse mainstreamtauglich sein, ohne beliebig auszusehen. Im Angebot sind inzwischen vom Pawlowschen Hund über die Newtonschen Gesetze bis hin zu Goethes Farbenlehre viele Klassiker der Wissenschaftsgeschichte, per Hand im Siebdruckverfahren auf den Stoff gebracht. „Die Leute fanden das auf Anhieb gut“, erinnert sich der Physiker. Er sammelte via Crowd
funding 8.100€ und brachte im Oktober 2015 seine erste 
Kollektion auf den Markt. Es folgte ein Pop-up-Store nahe dem Bahnhof Mitte, in dem auf 35 qm die ersten Shirts und Longsleeves auf Abnehmer warteten. Eigentlich sollte es mit dem Pop-up-Store nach einigen Monaten vorbei sein, denn das Konzept dieser Läden ist kurzfristig angelegt: Spontan aufgepoppt, verschwinden 
sie nach einiger Zeit wieder. Nicht so „Unipolar“, wie Kupke sein Unternehmen nannte, angelehnt an „Universität“ und den aus der Physik stammenden Begriff der Unipolarität, der sich in seiner Doktorarbeit wiederfand. 

 

Alles ist Handarbeit

Kupke hatte eine Marktlücke entdeckt. „Es gab zu dem Zeitpunkt nicht so viele Fair-Trade-Läden in Dresden“, erinnert er sich. Der Pop-up-Store lief so gut, dass er blieb und im Herbst 2017 sogar zusätzlich der Konzept-Store in der Rothenburger seine Türen für das Neu
städter Klientel öffnete. Seitdem bietet Kupke dort gemeinsam mit seiner Angestellten Susanne Rudolph die gesamte Modepalette an, und das mit Herz fürs Detail und die Produkte. Alles ist Handarbeit, sogar die La
deneinrichtung hat Kupkes Vater aus Heizungsrohren selbst gebaut. 

Inzwischen bietet Unipolar neben den Basics, bedruckten T-Shirts und Longsleeves auch Accessoires wie bunte Socken aus Bambusfasern, Mützen, Tücher, Bambusgeschirr oder lokale Produkte wie die Lippenpflege von lipfein an – die Dresdner Gründerszene kennt und unterstützt sich. So kann Steve auf sein Netzwerk aus dem ehemaligen Dresdner Coworking-Standort „Collab & Couch“ zurückgreifen und schaut sich neben Handmade- und Kreativmärkten auch regelmäßig auf Gründerveranstaltungen um. 

 

„Bloß keinen Leinsack-Charakter“!

Beim Designen – er macht alles selbst – prüft Kupke 
verschiedene Basis-Modelle, achtet auf moderne Schnitte und „bloß keinen Leinsack-Charakter!“ Die Unipolar-Stücke besäßen die höchste Bio-Zertifizierung bei gleichzeitig erschwinglichen Preisen, erklärt Verkäuferin 
Susanne. Viele Kunden fragten, wie sie es schafften, für einen Bio-Fair-Trade-Laden so günstig zu kalkulie
ren. „Wir möchten, dass unsere Produkte für alle be
zahlbar sind“, so die Verkäuferin. „Wir teilen hier alle die Liebe zur Klarheit, zum Minimalismus, aber auch zur Fair Wear“, ergänzt Kupke, der selbst vegan lebt und seine Maßstäbe zum nachhaltigen Leben auch an sein Unternehmen anlegt. „Gute Qualität fasst sich gut an, die wollen wir den Leuten auch nicht vorenthalten. Gleichzeitig können wir durch die Produktion in Bangladesch fair hergestellte Kleidung aus Bio-Baumwolle anbieten, die sich unsere studentische Zielgruppe auch leisten kann.“ 

Die Unipolar-Macher tragen ihre Designs selbst, probieren aus, wählen Schnitt, Farbe und Material passend zum Entwurf. „Wir bieten eine Alternative zu den großen Ketten auf der Prager Straße an – unsere Produkte sind eben keine Wegwerfware, sondern langlebig und wertvoll“, erläutert Susanne das Konzept, so wolle Unipolar Dresden auch ein Stück weit bunter und vielfältiger machen.

 

Von Infrarot bis Ultraviolett

Für die Zukunft hat Steve Kupke große Pläne, so sollen demnächst auch Hosen ins Sortiment genommen werden „um den ganzen Menschen abzudecken“, außerdem wird der Online-Shop ausgebaut, damit die wissenschaftlichen Motive in Bio-Qualität an möglichst vielen Universitäten auftauchen. 

Kupkes persönlicher Favorit unter den Shirt-Prints ist übrigens die farb- und maßstabsgerechte Darstellung der Wellenlängen des sichtbaren Spektrums von Infrarot bis Ultraviolett, und der Designer erklärt noch ein weiteres besonderes Detail: „Jedes unserer Motive greifen 
wir mit unseren Rückenprints wieder auf. Damit hast du die Aufmerksamkeit im Hörsaal sicher!“



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