Ausstellungsrezension: "Colours of Descents" in der G2 Kunsthalle

Ausstellungsrezension: "Colors of Descents" in der G2 Kunsthalle

Endgegner: Verpixelte Kunst

13.07.2017

Ausstellungsrezension: "Colors of Descents" in der G2 Kunsthalle
Verspielte Malerei bei Tobias Hild: „No, No“, 2015-2017
Die Ausstellung „COLORS OF DESCENTS“ führt den Besucher in eine Welt digitaler Spiele, denn sie zeigt seit dem 25. Mai 2017 die Werke dreier Leipziger Absolventen der Hochschule für Grafik und Buchkunst, die sich auf verschiedene Weise dem Einfluss von Computerspielgrafik der 90er Jahre auf die Kunst nähern.

 

Die Ausstellung hätte auch „Ausstellung der Kontraste“ genannt werden können, denn diese findet man in  der Kunsthalle G2 zur Genüge. Auf verschiedene Weise nähern sich die Künstler dem Einfluss von Computerspielgrafik der 90er Jahre auf die Kunst. Einerseits zeichnen sich die Werke durch einen groben Pinselduktus, sehr bunte Farben und einen hohen Abstraktionsgrad aus. Dann lassen sich aber auch Malereien finden, die grafisch anmuten, detailgenauer sind und glatte Oberflächen statt der dicken, mehrschichtigen Farbtexturen aufweisen. Teilweise wirken die Bilder, als ob ein Kind seine Spielekonsole und deren digitale Welt gemalt hat, sie erscheinen naiv, verspielt und nicht wirklich wie Kunst. 

 

Packman, Tetris, Prince of Persia ...

 

Doch darin liegt gerade der Reiz dieser Werke. Die Künstler versuchen, sich durch Abstraktion und Reduktion von der heute oft geforderten detaillierten, realitätsnahen und informationsüberladenen Kunst und auch Spielegrafik abzuheben. Dafür orientieren sie sich an der Grafik der 90er-Jahre-Computerspiele, die sich vor allem durch grobe Pixel und starke Farben auszeichnet. Der Fantasie wird so noch etwas Platz gegeben. Das lässt sich auch in dem Video erkennen, das ebenfalls zur Ausstellung gehört und in dem eine imaginäre Spielwelt erschaffen wurde, die stark an Filme wie Sin City und Spiele wie Midtown Madness erinnert. Auch Fans von Packman, Tetris und Prince of Persia kommen auf ihre Kosten. Die Grafiken dieser Spiele wurden aufgegriffen und als Kunstwerk umgesetzt. Ergänzt mit kleinen Details, die so wohl nie in der jeweiligen Spielewelt zu sehen gewesen wären, bekommen sie ihren individuellen Charakter. 

 

Die Ausstellung ist angenehm übersichtlich, die Kunstwerke bekommen genug Raum, um zu wirken. Besonders interessant ist es wahrscheinlich für die, die selbst etwas mit dieser Art von Computerspielen anfangen können. Empfehlenswert ist eine Führung, die ein wenig hilft, die versteckten Botschaften hinter den Bildern zu erkennen.

 

 INFOS:  noch bis zum 17.9.2017, Geöffnet: Mi 15-20 Uhr, Führungen Do-So 15 Uhr und Mo 11 Uhr. Anmelden zur Führung unter www.g2-leipzig.de, Eintritt: erm. 3/6€



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