Beatsteaks im Interview über grauenhaftes Englisch und Mainstream

Beatsteaks im Interview über sich abwendende Fans

Ein bisschen dümmer, aber mit besserem Englisch

13.11.2014

Man könnte meinen, es fehlt einer Band an Ideen, wenn deren 7. Studioalbum den eigenen Bandnamen trägt. Bei den Beatsteaks ist das was anderes. Gerüchten zufolge entschieden sie sich nur deshalb dafür, weil „Thriller“ schon vergeben war. Macht nichts, die Berliner Band beweist mit „Beatsteaks“, dass sie alles andere als unkreativ ist. Wir sprachen mit Gitarrist Bernd über grauenhaftes Englisch und sich abwendende Fans. 

Beatsteaks mit neuem Album auf Tour 2014 - auch in Leipzig
Beatsteaks sind Thomas, Bernd, Arnim, Torsten und Peter (v.l.)

Nummer-1-Album, ausverkaufte Clubtour, jetzt Arenatour – könnt ihr verstehen, wenn Fans der ersten Stunde das nicht mehr cool finden?
In gewisser Weise schon. Ich war früher großer The Clash-Fan v.a. vom Album „London Calling“. Irgendwann kamen die dann mit „Sandinista!“ um die Ecke. Ich habe anfangs überhaupt nicht verstanden, wie jemand plötzlich so komplett andere Musik machen kann – in meinen Ohren. Ich habe erst viel später begriffen, dass das eigentlich jede Band so machen sollte – sich weiterentwickeln und nicht dieselbe Platte noch mal machen. Wenn da am Ende jemand sauer ist, dem kann ich nur sagen, das ist totaler Unsinn, dann hast du die Band nicht verstanden. Oder auch: Mach es besser!

20 Jahre – was ist das Nervigste an dem Geschäft, was das Coolste?
Das Coolste ist, dass man mittlerweile in einem Studio sitzen und sich Musik ausdenken darf, die man gerne macht. Das Nervigste ist der Quatsch drumherum, der mit Musikmachen eigentlich nichts zu tun hat.

Wie z.B. Interviews?!
(lacht) Ja, aber das hat ja eigentlich was mit Musikmachen zu tun. Das ist was anderes. Nee, aber wenn es ums Business und so einen Quatsch geht.

Hast du einen Lieblingssong auf dem Album?
Ja, elf. Ich mag wirklich alle Songs auf dem Album. Mir fällt wirklich kein Titel ein, wo ich sage würde ... obwohl ... „Everything Went Black“ finde ich ziemlich geil. Es ist irgendwie so anders und auch für uns neu.

Welcher Song nervt nach 20 Jahren?
Es gehört ja irgendwie alles zu uns. Es gibt auf unserem ersten Album ein paar Songs, da waren wir von gutem Englisch weit entfernt. Das war grauenhaftes Englisch, was wir da anbieten. Da sind halt wirklich ein paar grammatikalische Fehler in den Texten, wo ich mir heute die Hand vor den Kopf schlage und mir denke: Da hätten wir aber echt mal einen drüber lesen sollen. Das würde ich heute auch nicht mehr machen. Aber das gehört zu uns. So hat man halt angefangen.

Euer Drummer Thomas hatte einen schweren Unfall. Wie hat das die Beatsteaks verändert?
Die Beziehung zueinander, auch die Beziehung zu dem eigenen Ich hat sich verändert. Du hast verstanden, dass jeden Tag alles vorbei sein kann, wenn es ganz dumm läuft. Du musst dich auf die Sachen konzentrieren, die dir wichtig erscheinen – auch in einem Bandkontext. In dem Moment muss man darüber nachdenken: Was ist, wenn das Allerschlimmste eintrifft, dass er nicht mehr aufwacht? Und dann kommt die Antwort ganz schnell: Ja, das wäre dann nicht mehr dasselbe, dann ist es vorbei! Das hat einem auf jeden Fall die Augen geöffnet. Ich glaube, das Album ist das direkte Ergebnis dieses Unfalls.

Aber Thomas geht’s jetzt wieder komplett gut?
Ja ... ein bisschen dümmer als vorher ... (lacht). Nein, es ist alles wieder gut!

 

Infos:

Was: Beatsteaks - Creep Magnet Tour
Wann: 22. November 2014
Wo: Arena Leipzig

Tickets bekommt ihr ab 39€

 

 



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