Brauereiführung bei Sternburg

Ausflug ins Sterniversum – Brauereiführung bei Sternburg

urbanite Leipzig auf "heiligem" Boden

20.05.2017

Ausflug ins Sterniversum – Brauereiführung bei Sternburg
Über den Dächern der Sterni-Brauerei.

„Ich habe da schon mal was für Sie vorbereitet!“, begrüßt uns Sternburg-Geschäftsführer Martin Zapf und drückt uns die neuen Sterni-Plakate in die Hand: Mit Sprüchen wie „,Nein Danke – Das geht doch gleich in’ Kopf’ – ‚Nee, ins Herz!’“ oder „,Sternburg? Zu welchem Anlass passt das denn? – Zu jedem!’“ wird frech und trotzig mit den Sterni-Vorurteilen gespielt und selbstbewusst reagiert. Schon mal vorweg genommen: Eins hat Sterni echt drauf – es zieht einen in seinen Kult-Bann.  

 

Donnerstag, 12 Uhr. Die Brauereiführung beginnt mit einer Präsentation im Fan-Treff. Martin Zapf ist seit 2011 Geschäftsführer bei Sternburg und leitet unsere Gruppe an diesem Tag durch die Ecken und Kanten des Sterniversums. Immer grinsend, erzählt er uns von der Historie der Sternburg Brauerei und hat auch die ein oder andere Anekdote auf Lager: „Sternburg bezieht sich nicht auf einen Ort wie andere Biere. Wir haben deswegen der Gemeinde Kotzen (in Brandenburg; Einwohnerzahl: 585; Anm. d. Red. – Warum wohl ausgerechnet die? Ein Zufall?; weitere Anm. d. Red.) vorgeschlagen, sich doch in Sternburg umzubenennen. Wollten sie aber nicht ...“

 

Sternburg folgt der entstandenen Fanliebe gern

 

Die Meinungen zu Sternburg spalten die (ostdeutsche) Nation. „Wer trinkt eigentlich Sterni?“ ist eine Frage, die uns zu Anfang beschäftigt. Die Antwort: „Alle. Wir schließen da niemanden aus! Sternburg gehört zu den fünf beliebtesten Bieren in Ostdeutschland.“ Tatsächlich geht der Kult von der älteren Generation, die die Tradition des Bieres schätzt, bis zum 18-jährigen „Vorglüher“. Es ist unglaublich, was sich die Fans einfallen lassen: Aufwändige Basteleien, Sterni auf Reisen, Sterni im Weltall … 2013 wurde die Facebook-Seite von Sternburg sogar als die beste Deutschlands ausgezeichnet. Ein Highlight der letzten Jahre war wohl die aus über 130.000 Kronkorken nachgebaute Sternburg-Flasche eines Fans, die auch in der Brauerei bestaunt werden kann.

 

Sternburg folgt der entstandenen Fanliebe gern und reagiert mit Aktionen wie den o.g. Klischee-Plakaten oder „Wahlplakaten“ wie 2011 zur Abgeordnetenwahl in Berlin: „Es muss ein Schluck durch Deutschland gehen!“ oder „Stoppt den Klimawandel – Bier muss kalt bleiben!“. Es ist eine mitreißende, augenzwinkernde Symbiose aus Fans und Brauerei entstanden, sodass das eigentliche Produkt fast etwas in den Hintergrund gerät. Dessen Entstehung schauen wir uns aber jetzt an, denn entgegen einigen Worten böser Zungen wird hier hochwertig, von Anfang bis Ende selbst und mit sorgfältig ausgewählten Rohstoffen sowie hochmodernen Produktionsanlagen gebraut.

 

Der Rundgang beginnt (Tipp: Wer am Anfang ein Bier trinkt, sollte sich auch gleich mal zu den Toilettengegebenheiten auf dem Gelände informieren), wir stiefeln über den Sternburg-Innenhof. „Die Brauerei soll eine richtige Eventlocation werden“, schwärmt Zapf. 2018 findet das nächste Sternburg-Fanfest statt, zu dem auch die Brauerei ihre Pforten öffnet. Als Zapf erzählt, wie bei einem solchen Feste 60 Sterni-Fans aus ihrem Bus gestiegen sind, sich hinknieten und den Boden küssten, liegt doch etwas Episches in der Luft.

 

Sechs Tage in der Woche wird abgefüllt

 

Ausflug ins Sterniversum – Brauereiführung bei Sternburg
Sudwerk mit Abendmahl
Erste Station ist die Bierproduktion. Wir werfen einen Blick ins Sudhaus, wo Gerstenmalz auf Wasser trifft, um sich später mit dem Hopfen zu vereinen, und werden sofort abgelenkt durch ein von Sternifans interpretiertes „letztes Abendmahl“ – wir hätten es nicht besser machen können (und wir haben es schon versucht!). Dieses Bild ist eines von 40 Fankunstwerken, die sogar mal ausgestellt wurden und sich jetzt verteilt in der Brauerei wiederfinden. Welches Bier sonst kann eine solche emotionale Bindung seiner Trinker vorweisen?

 

Nächster Halt: Die riesigen Gär- und Reifetanks, die aus unserem würzigen Hopfen-Gemisch ein alkoholisches, kohlensäurehaltiges Getränk machen. Hier wird die selbstgezüchtete Hefe zum Bier-Fötus hinzugegeben und dann heißt es: warten (ca. drei Wochen). Inzwischen dürfen wir hoch hinaus und werfen einen Blick über die Dächer der Sternburg. Eine Brauerei mitten im Wohngebiet. „Sechs Tage die Woche findet hier die Abfüllung statt, d.h. man muss sich schon mit den Nachbarn arrangieren, aber das kriegen wir gut hin“, berichtet Zapf. 

 

 

Brauereiführung bei Sternburg
Neugewonnene Sterni-Fans
Zweite Station ist die Sortierung. Aus dem Supermarkt oder vom Späti kommen Flachen verschiedener Marken zurück in die Brauerei. Um diese auseinanderzuklamüsern, arbeitet die Sternburg Brauerei u.a. mit der Diakonie am Thonberg zusammen und ermöglicht 25 beeinträchtigten Menschen, einem normalen Job nachzugehen. Wir winken kurz in die – doch recht laute –Sortierung und machen uns weiter zum Endgegner: Abfüllung. Vollautomatisch und überwacht. Wir treffen auf Auspacker, Saubermann, Inspektor, Abfüller, Etikettierer und Einpacker (leider allesamt fotoscheu). Flasche an Flasche reiht sich hier aneinander, durchläuft die Stationen und landet am Ende, so der Inspektor will, mit den anderen wieder im Sterni-Kasten.

 

Wir schauen dem Treiben eine Weile zu und machen uns dann allmählich zurück, vorbei am Haustrank-Ausschank für die Mitarbeiter, zum Fan-Treff. Dort versorgt man uns noch mit einer kleinen Auswahl aus dem Sterni-Sortiment – stilecht im Sterni-Beutel mit der Aufschrift „Feierabend muss bezahlbar bleiben!“. Den haben wir jetzt auch, nach fast zwei Stunden im Sterniversum – schön war‘s! 

 

Infos:  

Mühlstraße 13, 04317 Leipzig, von Mo bis So von 7-22 Uhr geöffnet

http://www.sternburg-bier.de/sternburgweiche/



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Kommentare
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    • kriwi geschrieben am

      hmm lecker

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