Diese 5 Entwicklungen beschäftigen die Szene Gaming-Trends 2020/2021

Welche Veränderungen werden in den kommenden Monaten auf die Gaming-Branche zukommen?

Das Gaming über PC oder Konsolen ist begehrt und es ebnet immer neue Wege. Die Fans sind von vielen Ideen begeistert und die Zahlen der Besucher spezieller Messen, aber auch die Zuschauer von großen eSport-Events beweisen deren Vorliebe. Aber fast noch mehr als in anderen Bereichen kommt es in der Gaming-Branche auf Veränderungen und Neuigkeiten an. Mit dem Schema, welches 2000 funktionierte, lassen sich heute kaum noch Spieler vor die Konsole locken. Aber welche Veränderungen werden in den kommenden Monaten auf die Branche zukommen?

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1. Nischengames – eingeschworene Gemeinschaften

Gaming und E-Sport sind riesige Szenen, die teilweise auf großen Messen und Turnieren große Besucherzahlen aufweisen können. Leipzig ist dafür Vorzeigestadt und lebender Beweis. Mit der DreamHack Leipzig findet hier seit 2016 eines der größten E-Sport-Turniere statt. 2020 pausiert diese leider, doch für 2021 ist bereits eine neue Ausgabe angekündigt. Bis 2008 war die Stadt Gastgeber der größten Gaming Convention Europas – damals noch ein absoluter Vorreiter.

Doch wie in vielen Bereichen gibt es auch beim Gaming Nischen. Mal werden sie dadurch gebildet, dass die Hersteller recht unbekannt sind und eher ihr eigenes Ding machen, ohne sich groß auf Messen zu präsentieren oder Werbung zu machen. Andere Male sind es eher Spiele, die »unter den Tisch fallen«. Sie starten nicht so durch wie andere und haben keine unzähligen Zugriffe. Doch sie haben ihre kleine, aber feine Gemeinschaft. Und wenn man bedenkt, dass gerade Indie-Herausgeber auf den Messen immer mehr Raum geboten bekommen und Nischengames durchaus supportet werden, dann kommt der Trend zustande:

  • Anhängerschaft – die Spieler dieser Games bleiben Spiel und Hersteller oft treu. Es ist ihnen egal, ob diese Games im eSports auftauchen oder ob von ihnen jeder spricht. Ihnen geht es um ihren persönlichen Spaß.
  • Projekte – nicht selten tun sich die Anhänger zusammen und sorgen dafür, dass ihr Spiel weiterhin supportet wird und nicht in den Tiefen des Gamings verschwindet.
  • Zugehörigkeit – durch Beteiligungen, eingeschworene Gemeinschaften und oft die Möglichkeit, selbst ein wenig Einfluss zu nehmen, fühlen sich die Fans dem Herausgeber zugehörig.

Übrigens ist es nicht ausgeschlossen, dass eben ein solches, einst unbeachtetes Nischengame, dank und durch die treue Anhängerschaft nach oben katapultiert wird. Das ist wie der Musiktitel, der es nie in die Top 100 schaffte, dann aber von irgendwem in einem YouTube-Clip genutzt wurde – und er geht durch die Decke.

2. Immer größere Spielauswahl

Die Masse an Spielen und Spielarten wächst beständig an. Während früher nur Konsolen- oder PC-Spiele geboten wurden, warten nun Onlinegames jeglicher Facetten auf Spieler. Wer hat nicht schon einmal Stunden seiner Lebenszeit mit irgendwelchen Farm- oder Aufbauspielen auf dem Smartphone oder PC verbracht? Ein Klassiker der Spielewelt, der eigentlich zuerst nichts mit der Gamingbranche zu tun hat, liegt jetzt im Trend: Spielautomaten.

  • Digitalisiert – die klassischen Spielautomaten, die heute nur noch in Casinos oder Spielhallen stehen, früher aber in jeder Imbissbude oder in der Gaststätte auf Zocker warteten, wurden längst digitalisiert.
  • Angebot – zumeist werden die Online-Spielautomaten natürlich in Online-Casinos angeboten. Einige Onlinegames basieren jedoch auf Spielautomaten und sind auch anderenorts zu finden.
  • Möglichkeiten – Ein Casino in Deutschland kann gerade online eine große Masse an Spielautomaten bieten, da es nicht räumlich eingeschränkt ist. Etliche Hersteller bringen zudem ständig neue Automaten auf den Markt, sodass Spieler die Qual der Wahl haben. Diese betrifft auch das Spiel an sich, denn in digitaler Form sind ganz andere Gewinnlinien und Spieloptionen möglich.

3. Virtual Reality

Mittlerweile schaffen es die Hersteller, die Kinderkrankheiten hinter sich zu lassen und durchaus preislich günstigere und vor allem komfortablere Brillen anzubieten. Grundsätzlich ist es nicht einmal mehr nötig, eine Konsole zu nutzen oder den PC zu belasten, denn die Brillen arbeiten mit einem Smartphone-Chip oder gleich dem Smartphone. VR birgt wunderbare Trends:

  • Im Spiel sein – durch VR fällt die Grenze zwischen Spieler und Spiel. Da alles andere ausgeblendet wird und die Bewegung des Gamers das Spiel steuert, schlüpft er tatsächlich in die Rolle seiner Spielfigur.
  • Casino – Online-Casinos könnten mit VR-Technik tatsächlich begehbar sein. Spieler zocken gemeinsam am Tisch oder trinken einen Drink an der Bar.
  • Sport – es ist schon bekannt, dass VR beim heimischen Sport hilfreich sein kann. Nicht nur wird das Joggen auf dem Laufband oder das Radfahren im Schlafzimmer interessanter, wenn die Brille traumhafte Landschaften vorgaukelt, mit entsprechenden Verbindungen könnte die Intensität auch noch entsprechend der gezeigten Landschaft angepasst werden. Andere Sportspiele, die es für Konsolen gibt, ließen sich aufpeppen: Tennis, Boxen, letztlich wäre sogar der Onlinesport mit Schattenboxen wesentlich unterhaltsamer, wenn nicht mehr in die Luft, sondern gegen Zombies geboxt wird.

Da dies aktuell noch recht aufwendig ist, da spezielle Hardware beschafft werden muss, kann nicht jeder den VR-Spaß in den eigenen vier Wänden testen. Glücklicherweise gibt es in Leipzig jedoch VR-Räume, in denen man genau das erleben kann – sogar mit extrem hochwertiger Ausstattung, wie man sie zuhause kaum haben wird.

Wer daran interessiert ist, sollte sich zu LEAVR in der Südvorstadt oder zur fsociety an der Karl-Liebknecht-Straße begeben – im Multiplayer mit einer Gruppe von Freunden ist das sehr empfehlenswert.

4. Augmented Reality

Das Paradebeispiel für ein Game, welches auf der Augmented Reality fußt, ist Pokémon GO. Das Spiel lässt die Realität auf dem Smartphone-Display mit dem Spiel verschmelzen und mit einem Mal finden sich auch im Goldfischteich die benötigten Pokémon. Augmented Reality wird es sicherlich auch künftig geben, denn sie bietet Möglichkeiten:

  • Lernspiele – sie gehören fest mit zur Gaming-Branche, wenngleich sie natürlich eine andere Zielgruppe innerhalb der Gemeinde ansprechen. Doch Lernspiele lassen sich wunderbar mit der Realität verschmelzen: Sei es das Umweltspiel, welches dem Spieler beim Aufnehmen eines Löwenzahns Wissenswertes rund um den Löwenzahn verrät. Oder aber in Tierparks oder auf Sightseeing-Touren, bei denen die App erkennt, um welches Tier oder Gebäude es sich handelt und das Wissen preisgibt.
  • Suchspiele – Geocaching ließe sich gut mit der Augmented Reality vereinbaren, wobei nun natürlich nicht mehr die Koordinaten zählen, sondern das Spiel schickt Pokémon-mäßig den Spieler zum gewünschten Ort.

Je nach Umgebung und Altersgruppe wären auch noch ganz andere Games denkbar. Es muss nur aufgepasst werden, dass Realität und Spiel nicht zu sehr verschmelzen.

5. Cloud-Gaming

Dieser Trend wird sich definitiv ausweiten, da er für Spieler vorteilhaft ist: Sie brauchen keinen besonders leistungsstarken PC, da das Spiel nicht dort gespeichert ist. Auch ist das Game von überall aus zugängig, sofern eine Internetverbindung besteht.

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Fazit – da kommt noch was

Dass sich die Gamingbranche weiterentwickelt, ist quasi ein festgeschriebenes Gesetz. Doch mit den heutigen technischen Möglichkeiten wird wohl eine neue Game-Generation heranwachsen. Spieler tauchen virtuell tatsächlich in die Welt des Gamings ein, anstatt nur vor dem Bildschirm zu hocken. Auch die Bereiche Online-Glücksspiel und E-Sport werden davon profitieren. Wer den aktuellen Stand der Dinge beobachten möchte, sollte bei der DreamHack Open, die jährlich in Leipzig stattfindet, genauer hinsehen.