Heal Meal: Wochenbett-Catering

Heal Meal: Wochenbett-Catering

Denn Liebe geht durch den Magen

25.10.2020

Eine Frau, die zum ersten Mal Mutter geworden ist, schwelgt im Glück. Ihr Körper und ihr Geist sind mit Freuden ab sofort voll und ganz für das Neugeborene da, mit Leichtigkeit stellt sie ihre eigenen Bedürfnisse zurück. Soweit die leider immer noch weithin gängige Erwartung.Wer aber spricht schon gern davon, dass viele junge Mütter nach der Geburt überfordert sind von Schlafmangel, Hormonumstellung und dem Druck, alles mit links zu erledigen? Geschweige denn, dass sie es schaffen, sich und ihr Kind mit nötigen Nährstoffen zu versorgen? Genau an diesem Punkt setzen Nicole und Una an. Die beiden haben Leipzigs erstes Wochenbett-Catering „Heal Meal” ins Leben gerufen und wollen Frauen mit ihrer Idee dabei unterstützen, die Lebensphase „Wochenbett” bewusst und gesund zu erleben als das, was sie ist: Eine Zeit der Regeneration und der Ruhe.

 

Heal Meal: Wochenbett-Catering
Allein bei dem Begriff scheint Aufklärungsbedarf zu bestehen; das erleben die beiden Leipzigerinnen immer wieder. „Viele verbinden mit dem ,Wochenbett’ eine postnatale Depression”, erzählt Nicole. „Dabei ist zu wünschen, dass diese Phase kurz nach einer Geburt zu einer möglichst entspannten Kennlernphase von Eltern und Kind wird.” Sich mindestens zwölf Wochen Zeit nehmen, um den Körper zu stärken und sich an die neue Lebensrolle zu gewöhnen – das ist gerade in unserer Leistungsgesellschaft kaum vorstellbar. Schließlich soll frau so schnell wie möglich wieder für den Arbeitsmarkt verfügbar sein.

 

Dass dabei die eigene Gesundheit auf der Strecke bleiben kann, haben Una und Nicole am eigenen Leib erfahren. Innerhalb weniger Wochen nach der Geburt ihrer Kinder nahmen sie zehn Kilo ab, fühlten sich ausgelaugt. Zwar waren auch Freunde und Verwandte zur Stelle, aber bittet man die, mal den Haushalt zu schmeißen, wenn die eigene Kraft und Zeit dafür fehlt? Oft sei es schon schwierig, herauszufinden, welche Hilfe man benötigt. „Erst, nachdem der Besuch gegangen war, fiel mir auf, dass ich statt eines Geschenks für mein Kind eher jemanden gebraucht hätte, der sich mal eben an den Herd stellt und danach auch noch den Abwasch erledigt.”

 

Essen ist fertig!

 

Mit einem Menü, frisch gekocht, nährstoffreich und größtenteils aus regionalen Zutaten zubereitet wollen die beiden Leipzigerinnen die Mütter in der Wochenbett-Zeit entlasten. In Einmachgläsern werden die Mahlzeiten mit dem Lastenfahrrad direkt nach Hause geliefert und wieder abgeholt. Eine reichhaltige Hauptmahlzeit sowie Snacks und Salate sind für einen Tag eingeplant. Die durften viele Muttis in den letzten Wochen testen. Seit Monaten tüfteln die beiden Frauen an herzhaften und süßen Rezepten à la Rote-Bete-Apfelsuppe oder Aprikose-Apfel-Mandel-Bällchen. Mit ihrer Idee wagen sie sich in die Selbstständigkeit. „Nachdem unsere Kinder auf der Welt waren, haben wir nochmal ganz neu über unsere Lebenssituationen und die Zukunft nachgedacht. Wir wollten etwas tun, wo unsere Herzen drinstecken und womit wir Frauen in dieser Zeit des Umbruchs Unterstützung geben können.”

Heal Meal: Wochenbett-Catering
Neben der Wohlfühl-Bilanz von Mutter und Kind spielt für Una und Nicole auch der ökologische und ressourcenschonende Aspekt eine wichtige Rolle. Glas statt Einweg-Verpackungen, Elektro-Rad statt Lieferwagen. „Wir wollen möglichst wenig Müll produzieren und achten darauf, dass unsere Zutaten keine langen Wege zu uns nehmen, sondern aus der Region stammen.”

 

Neben allem Kochen, Kosten und Probieren basteln die beiden Gründerinnen wöchentlichen an leckeren Menüplänen, die hungrige Mütter unter www.healmeal.de finden.

 



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