Leipzigs Insta(r)s

Im Netz gelandet

08.04.2021
Autor: Anne Küste

Zückt die Handys und schärft die Linsen: Wir schlängeln uns durch das Profil-Dickicht des urbanen Insta-Dschungels! Auf der Suche nach seltenen Subjekten, einzigartigen Blickwinkeln und prächtigen Leipzig-Spiegelungen sind uns diese Insta(r)s ins Netz gegangen: 

Ringo Fotografie

»Das „R“ Steht für Ringo«

Ringo Fotografie
–  wie bei Ringo Starr! Zwar waren Ringo Schmorls Eltern keine Beatles-Fans, aber ihrem Sohn haben sie trotzdem eine kreative Ader in die Wiege gelegt – und ein Faible für ausdrucksstarke Orte. So sind es u. a. Leipzigs imposante Bauwerke, auf die es der Künstler abgesehen hat. Mal rückt er das Völki, mal den Augustusplatz in ein magisches Morgen- oder Abendlicht – nur von zwölf bis drei hat der Fotograf frei! Manchmal laufen ihm in dieser Zeit auch Menschen (z. B. „die Models“ André und Stefan von All in Sports) vor die Linse – vor allem dann, wenn er nicht gerade im Café Cantona den Kochlöffel schwingt. Mit seiner Canon (6D oder RP) möchte er sich in Zukunftein zweites Fotografen-Standbein aufbauen. Kraft dafür tankt das Allroundtalent beim Bouldern, Radeln und Laufen. Und wann dürfen die Emotionen Pause machen? Nie! Sie sind Ringos drittes Auge und liegen in jeder Momentaufnahme verborgen. Das hätten vermutlich auch die Beatles toll gefunden!

instagram.com/ringofotografie

 

Annabelle sagt

»Manchmal ist das Leben ganz schön leicht. Zwei Räder, ein Lenker und das reicht!«

Annabelle sagt
Ergänzen würde „annabelle sagt“ aka Anne-Katrin (aber Anne reicht) Max Raabes Reim eigentlich nur um ein Zitroneneis – das lässt ihr detailverliebtes Autorinnen-Herz nämlich genauso höherschlagen wie Fahrradtouren an den Cossi. Mit ihrem schnieken Pelago (die offizielle Nachfolge des grünen Hollandrads) galoppiert die Social-Media-Queen Tag und Nacht durch Leipzig und tischt euch obendrein hübsch gefiltertes Leckerwissen auf. Kein platter Reifen und kein vom Winde verwehter Pony hält sie von dieser sündhaft schönen Berichterstattung ab – das beweist u. a. ihr Insta-Profil, das sich (fast unend­lich) weit nach unten scrollen, scrollen, scrollen lässt. Nur da das Leben darüber hinaus aktuell nicht nur „happy“Milchschaum-Tulpen und warme Zimtschnecken bereithält, läuft euch die Bloggerin neuerdings auch auf der Straße mehrfach über den Weg: Entweder schlendernd mit „RECUP“-Becher, weil es ihr heißes Lieblingsgetränk gerade nur „to go“ zu kaufen gibt oder schwofend in schwarzer „Abendgarderobe“ auf den Plakaten der jüngsten Club-Rettungskampagne #duhastesinderhand. Die ruft uns nicht nur die brenzlige Corona-Lage auf Leipzigs Tanzflächen in Erinnerung, sondern macht auch darauf aufmerksam, dass mit jeder getrunkenen Düse – das gelbe solidarische Pils – eine Direktspendein die leeren Kassen der Livemusikspielstätten fließt. Schließlich möchte Anne auch künftig ihren Enkel:innen bunte Geschichten „von diesem Nachtleben“ erzählen. Ihr letzter wilder Ilse-Tanz liegt aber schon so lange zurück, dass ihr mittlerweile sogar die tropfenden Kellerwände und verrauchten Klamotten fehlen – ohje!

duhastesinderhand.info 

instagram.com/annabellesagt

 

 

 

Benjamin Diedering

Digital auf der Überholspur

Leipzigs Insta(r)s
Benjamins Bilder(buch)reise startet in Aken an der Elbe, von wo aus er, zunächst als Partyfotograf, die große weite Welt abseits von Sachsen-Anhalt erkundet. Seine furchtlose Abenteuerlust führt ihn (2015) über Uni-Umwege in die Selbstständigkeit, die Gründung der eigenen BDX Media Agentur – damals ein echt mutiger Schritt. Heute, knapp sechs Jahre später, ist der Jungunternehmer unter den Top 100 der Business Punk-Watchlist, posieren Stars und Sternchen wie Kai Pflaume, Juju, H.P. Baxxter oder Lena Gercke vor seiner Linse, füllen seine Motive Kalender und stehen Produktionen für Porsche und RB Leipzig auf seiner To-do. Nachverfolgen lässt sich diese Insta(r)story u. a. in den sozialen Medien – wobei Benajmin 2019 auch den Mumm aufbrachte, seine Erfolgsgeschichte niederzuschreiben. EVERYWHERE heißt sein erstes Buch, in dem ihr euch vom Tatendrang  des Leipzigers anstecken lassen könnt. 

instagram.com/benjamindiedering

 

Christin Goy

Entschleunigung am Auslöser

Leipzigs Insta(r)s
Ein erster Blick in die analoge Fotowelt von Christin Goy ist wie eine Zeitreise durch Ur-Omas Fotoalbum. Denn die Künstler:innen-Portraits, die uns die Leipzigerin auf ihrem Insta-Profil im Mittel- bis Großformat unter dem Motto „ART IS WORK“ präsentiert, entstehen zum Teil mit Hilfe des Nass-plattenverfahrens, das 1851 von Frederick Scott Archer und Gustave Le Gray entwickelt wurde – ziemlich aufwändig, aber auch ungemein spannend. Ähnlich urteilte die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, die das kostenintensive Projekt mit einem Stipendium förderte. Für Christin bleibt die Arbeit an den Aufnahmen, die vor allem die Gesichter der coronagebeutelten Schauspiel-, Musik- und Kunstszene in den Fokus rücken, aber in erster Linie ein willkommener Ausgleich zu ihrem (sonst) oft stressigen Job als Maskenbildnerin und mehr denn je ein Kontrast zum überwiegend digitalen Alltagsleben.

instagram.com/christin.goy

 

 



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