Made in Leipzig: Rotor Bikes

Made in Leipzig: Rotor Bikes

„Jedes Rotor, das unsere Werkstatt verlässt, bleibt in Gedanken bei uns“

16.05.2018
Autor: Anne Küste

Schwer zu sagen, an welchem Punkt der 22-jährigen Rotor-Geschichte wir am sinnvollsten einsteigen, um euch das erfolgreiche Leipziger Radunternehmen vorzustellen. Deshalb probieren wir es mit dem Hier und Jetzt und mit Sebastian Billhardt, der 2014 als Student und Quereinsteiger den Entschluss fasste, den 1996 gegründeten Betrieb zu übernehmen. 

Made in Leipzig: Rotor Bikes
Ein mehr als mutiger Schritt, zumal unmittelbar nach Übernahme der Umzug von der Baumwollspinnerei auf das alte Gelände der Kammgarnspinnerei bevorstand. Der fahrradverrückte Jungunternehmer nutzte diese Gelegenheit, um sich im Herzen der historischen Industriekultur Plagwitz eine gläserne Werkstatt einzurichten, mit der er sich, wie er selbst betont, nicht nur sprichwörtlich auf dünnes Eis bewegte, sondern direkt „eine dicke Eisdecke aufbohrte.“ Das Abenteuer Rotor bedeutet wenig Zeit für Hobbys, Familie und Freunde und ist – damals wie heute – eine große Herausforderung und gleichzeitig eine Aufgabe, die Sebastian seit dreieinhalb Jahren erfolgreich meistert. Mittlerweile reicht seine Expertise so weit, dass Hersteller mit ihren Produkten direkt auf ihn zugehen: „Wir begegnen uns auf Augenhöhe – ein großer Schritt für mich.“

 

Zudem konnte der enthusiastische Schrauber feststellen, dass sich das einst simple Fortbewegungsmittel in Leipzig aktuell zu einem stillvollen Ganzjahresprojekt mausert.

Made in Leipzig: Rotor Bikes
Nicht verwunderlich also, dass der Inhaber auch außerhalb der Saison in seiner wirklich detailverliebten Werkstatt, die, mitten in der ehemaligen Industrielandschaft gelegen, den Charme eines Ateliers versprüht, ganzjährig vor sich hin werkelt. Bevor es allerdings ans Schrauben geht, wird fleißig konfiguriert. Immerhin 70 Teile am Vorder- und Hinterrad sind es, die prinzipiell mit dem Kunden besprochen werden können. Da wurden wichtige Bestandteile wie Rahmen, Lenker und Sattel noch nicht einmal berücksichtigt. Doch Rotor bietet bewusst jedes Teil in verschiedenen Qualitäten, Farben, Formen und Materialien an, um ein Rad individuell auf Einsatzzweck, Belastung, Größe und Geschmack des Nutzers abzustimmen.

 

Fahrrad nach Maß

 

Made in Leipzig: Rotor Bikes
Selbstredend stehen euch Sebastian und seine vier Mitarbeiter während der Unternehmung „Custom Made" mit fachkundiger Beratung zur Seite. Jeder Entwurf beginnt mit einem leeren Blatt Papier. „Hobbys, Träume und Familienzusammensetzung spielen bei der Planung eines Rads eine genauso große Rolle wie die Lieblingsfarbe. Da ist es egal, ob der Rotor letztendlich auf Weltumrundung geht oder sich als Alltagsbegleiter im Großstadtdschungel behaupten muss.“ „Keep on moving to stay in balance“ – Die Firmenphilosophie und ein Leitgedanke, der sich seit Unternehmensgründung uneingeschränkt bis heute in jedem einzelnen Rad wiederspiegelt. Wer seinen Blick durch die Werkstatt und anliegenden Verkaufsräume schweifen lässt, stellt fest, dass vor Ort eine Menge ausgefallener Räder zu begutachten – was sagen wir, zu bestaunen – sind. Rotor legt großen Wert auf Ästhetik und Handarbeit. Zudem sind alle Bauteile auf maximale Lebensdauer und weltweite Beschaffenheit konzipiert. Aus diesem Grund berichten die Räder von Abenteuern und erzählen von Begegnungen mit Menschen anderer Kulturen.

 

Made in Leipzig: Rotor Bikes
Der Rotor von Gisela Gartmair, der feuerrot von den Wänden leuchtet, bewältigte nicht nur die Tour d’Afrique, sondern gleichzeitig eines der härtesten Mountainbike-Rennen der Welt. Und auch Thomas Meixner, Werksfahrer, berichtet in den Räumlichkeiten regelmäßig von seinen ganz persönlichen Reiseerlebnissen. Erst im April brach der Weltenradler aus Sachsen-Anhalt mit seinem Rotor von der Haustür aus zum Kaspischen Meer auf, um nach China zu radeln. Einen besseren Beweis dafür, wie qualitativ hochwertig und eng die Zusammenarbeit mit den unterschiedlichsten Kunden sein kann, gibt es wohl nicht. „Ein Rotor wird eben nicht einfach gekauft, er wird gemeinsam entwickelt“, betont Sebastian und fügt bescheiden hinzu: „Außerdem helfen wir gerne, Gedanken und Träume zu realisieren, wenn es darum geht, auf zwei Rädern die Welt zu erkunden.“ Seinen ersten privaten Drahtesel kaufte er sich übrigens 1995 von seinem Jugendweihegeld, ein Jahr vor bevor sich Rotor aus dem Generator Radsport e.V. gründete. Zum Abschied präsentiert er uns stolz seine eigene beeindruckende Rotor-Sammlung, die – wie wir finden – allein einen Besuch wert gewesen wäre und so eine praktische Bierhalterung für unser selbstgebrautes urban Sommer-Bräu am Rahmen brauchen wir definitiv auch! 

 

Öffnungszeiten: Mo - Fr 10  - 20 Uhr, Sa 10 - 15 Uhr

weitere Infos: www.rotorbikes.com



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