urbanite zu Besuch im UNIKATUM Kindermuseum Leipzig

Neue Ausstellung im UNIKATUM Kindermuseum: „Bionik – Ideenlabor Natur“

Natur macht erfinderisch

11.02.2019

Es ist bereits der zweite urbanite-Einsatz für unsere siebenjährige Nachwuchsreporterin Jonna, als wir die noch Unwissende nach der Schule zu einem geheimen Ausflug abholen. „Wir gehen ins Museum“, lautet die Aufklärung, die bei Kindern für gewöhnlich nicht gerade zu Freudensprüngen führt. Doch wir besuchen nicht irgendein, sondern das UNIKATUM Kindermuseum, welches Ende Dezember seine neue Ausstellung „Bionik – Ideenlabor Natur“ eröffnet hat.

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Das UNIKATUM Kindermuseum wurde 2010 von Annegret Hänsel mit dem Team der Ausstellungsagentur UNIKATUM gegründet. Seitdem gab es bereits sieben Jahresausstellungen sowie wechselnde Sonderprojekte für Kinder und Erwachsene. Mit den interaktiven Mitmach-Ausstellungen möchte das UNIKATUM gesellschaftliche Themen als begehbare Bilder gestalten, die von den Besuchern „erspielt“ werden können.
Das schmuddelige Wetter lassen wir im Kindermuseum ganz schnell hinter uns, als wir über das Museumscafé Goetz eintreten und freundlich empfangen werden. Im Museum sind mehrere interaktive Ausstellungen zu sehen; im Café z.B. „Die Erfindung der Zukunft“, im Erdgeschoss können wir außerdem in die „Liebe Liebe“ eintauchen, eine unglaublich sorgsam gestaltete Annäherung an ein „kleines“ Wort mit großen Gefühlen. Im Obergeschoss tummeln sich auch die kleinsten Besucher im „Königreich der Phantasie“.

Unser Ziel heute ist die Wanderausstellung Bionik, die seit dem 27. Dezember 2018 für Kinder ab sieben Jahren geöffnet ist und auch für uns Erwachsene einiges Wissenswertes bereit halten wird. Die Ausstellung, deren Name eine Zusammenfügung aus Biologie und Technik ist, wurde vom Umweltzentrum Hanau und den Biotechnik Zentrum der TU Darmstadt (heute Bionik Sigma) entwickelt, das Unikatum hat noch weitere Stationen für jüngere Kinder hinzugefügt.

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Zentrales Thema der Ausstellung: Welche technischen Meilensteine und Entwicklungen haben wir Menschen uns von der Natur abgeguckt? An über zehn Stationen staunen wir nicht schlecht, was wir alles nicht (mehr) wussten. Dabei zeigt die Ausstellung nicht nur das „simple“ Kopieren von Problemlösungen aus der Natur, sondern möchte für das Thema sensibilisieren – von der Beobachtung über das Verstehen bis zur technischen Umsetzung.
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Verschiedene Fledermaus-Interpretationen. Da mussten/wollten alle durch ;)
 

Leuchten, Fliegen, Strömen

Es werde Licht: Wir lernen, wie Leuchtkäfer und andere Tierarten durch ihr biologisches Licht kommunizieren, wie eine Biene ihre „Landebahn“ auf der Blüte findet – und wie auch der Mensch gelernt hat, ohne Worte und durch Licht zu kommunizieren.

Hai im Anflug: Wir kommen den Haien ganz nah, berühren seine Haut und erfahren, wie er so flott durchs Wasser gleiten kann – und wie sich das die Flugtechnik zunutze gemacht hat. Beim Quiz an der Station glänzen Jonnas Augen und ihr neu erlangtes Hai-Tech-Wissen.

Mit dem Strom: Selbst fliegen wie der Vogel wird der Mensch nie können – wir sind zu schwach (und würden außerdem ziemlich komisch aussehen). Das Aussehen, den Flügelschlag und die Kraft der Luft nutzt der Mensch jedoch für Aufbau, Auftrieb und Vortrieb von Flugmaschinen.

Neugierig wie Leonardo: Auch da Vinci treffen wir, der als „Gründungsvater“ der Bionik gilt. Die Ideen aus der Natur sprudelten förmlich aus ihm heraus – deswegen ist ihm u.a. ein großes Wimmelbild mit verschiedensten seiner Erfindungen gewidmet.

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Male dein Fluggerät! Leonardo-like werden wir zu kleinen Wissenschaftlern (jedenfalls fast).
 

Wachsen durch Weiterentwicklung – es gibt noch viel zu lernen

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Nicht immer in gleichen Mustern verharren – das ist die Botschaft der Evolution und auch eine unseres Nachmittags im Kindermuseum. Beim Trio-Memory mag Jonna trotzdem nicht verlieren. Naja, Evolution braucht eben auch seine Zeit ... Nach fast eineinhalb Stunden sind wir durchgespielt, etwas kaputt (ich jedenfalls) und gehen noch durch die weiteren Ausstellungen, während es sich große und kleine Besucher in allen Ecken des Museums gemütlich machen und der Regen sanft an die Fensterscheiben klopft. Der muss aber draußen bleiben!

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Erwachsenenfazit zu Bionik: Wie es im Museum meist so ist, gibt es an den Stationen viel zu erklären und vorzulesen – aber man möchte ja auch Zeit mit den Kindern verbringen und sie nicht nur „abgeben“. Auch das Kind in uns wird beim Verkleiden als Fledermaus, beim Memory oder beim Malen etwas herausgekitzelt und wir erlernen einiges zurück, was uns im Alltag gar nicht mehr bewusst ist.

Jonnas Fazit zu Bionik: „Es hat mir gut gefallen. Am besten fand ich das Quiz mit der Haihaut, den schwebenden Ball, die Verkleidung als Fledermaus und die Befreiung von Wuschel.“

 

 

 

Aktuelle Ausstellungen im UNIKATUM

„Liebe Liebe“ (Jahresausstellung 2018 / 19, im EG) – ab 9 Jahren

„Das Königreich der Phantasie“ (im OG) – ab Vorschule

„Bionik – Ideenlabor Natur!” (im EG) – ab 7 Jahren

„Die Erfindung der Zukunft“ (im Museumscafé Goetz) – für Jugendliche & Erwachsene

 

UNIKATUM Kindermuseum

Zschochersche Str. 26, 04229 Leipzig

www.kindermuseum-unikatum.de

Museumsöffnungszeiten: regulär Di-So 14-18 Uhr;

in den Ferien und an Feiertagen: Di-Fr 10-18 Uhr; am 19. und 25.02.2019 „Montags-Museum“ mit Sonderöffnung von 14-18 Uhr

 



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