Studium auf Probe - Pro & Contra

Pro & Contra: Studium auf Probe

Hörsaal und Mensa im Testlauf

19.06.2014

Jeder dritte Bachelorstudent in Deutschland bricht sein Studium vorzeitig ab. Die Lösung für diesen unerfreulichen Trend könnte ein Studium auf Probe sein. Das heißt: Die ersten beiden Semester sind „Testsemester“, in denen keine Noten vergeben werden. Wer nach diesem Probejahr Gefallen am Stoff gefunden hat, studiert weiter – oder eben nicht. Kann diese Idee funktionieren?

 

CONTRA

 

Studium auf Probe - Pro & Contra
Macht ein Probesemester Sinn?
Willkommen im Studentenleben! Hier, bitteschön, allerlei Vorteile und Rabatte, zeig einfach deinen Studienausweis vor! – So oder so ähnlich lautet wohl bei vielen die Motivation zum Ausfüllen eines Immatrikulationsantrags. Durch das Studium auf Probe würde sich die Zahl der „Geisterstudenten“ noch erhöhen. Verständlich, immerhin hätte ein Studienabbruch keinerlei Konsequenzen. Keine Noten bedeuten keine
verpatzten Prüfungen.
Wenn tausende junge Leute in die Hochschulen pilgern, diese aber nur ein kleiner Teil von ihnen mit einem Zeugnis in der Hand wieder verlässt, ist das nicht nur ein wissenschaftlicher, sondern auch ein hoher finanzieller Verlust für die Institutionen. Die Studenten, die bis zum Abschluss durchziehen, bekommen die Folgen zu spüren. Nämlich dann, wenn die Hochschulen durch die Mehrkosten in den Spargang schalten müssen.
Mit dem Abitur in der Tasche sollten junge Menschen wissen, wo ihre Stärken liegen. Und ob sie für ein Studium gemacht sind – oder eben nicht. Die Hochschulen bieten dafür genügend Orientierungshilfen.

FAZIT: Ein Probestudium würde die Zahl der Scheinstudenten nur unnötig erhöhen.

 

PRO

 

Wartelisten und Numerus Clausus sind für manchen Schulabgänger die Worte, aus denen Albträume gemacht sind. Ein Studium auf Probe könnte dieses Problem zumindest ansatzweise lösen: Die Hochschulen planen von vorneherein eine gewisse Abbrecherquote ein und immatrikulieren mehr Studenten. Wer das Studium dann wirklich durchziehen will, hängt sich umso mehr rein. Unabhängig von der Abiturnote.
Mit der Volljährigkeit kommt die Pflicht zur Planung der beruflichen Zukunft. Für viele junge Erwachsene hängt dabei die Wahl des Studienfachs von persönlichen Vorlieben und Stärken ab. Ob der Berg an Lernstoff in der Hochschule dann auch wirklich zu bewältigen ist, merkt man erst im Studium selbst. Die Möglichkeit, ein Fach ohne weitere Konsequenzen abzubrechen oder in ein anderes zu wechseln, schafft eine wichtige Orientierungsphase.
Durch den Verzicht auf Noten im ersten Jahr kann man sich dann vollkommen auf den Inhalt des Studiums konzentrieren, ohne unter Lerndruck zu stehen. 

FAZIT: Ohne Zwang lernt man seine persönlichen Stärken am besten kennen.



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