Am 29. Februar 2020 machen sich René und Liliana mit ihrem Land Rover „Barney“ auf den Weg nach Tokio – eine Herzensangelegenheit in vielerlei Hinsicht.

On the Road2Tokio: Eine (Olympia-)Reise um die halbe Welt

Im Geiste von Olympia

15.02.2020
Autor: Florian Eib

Über 15.000 Kilometer, 23 Länder, zwei Reiselustige, ein Ziel: Tokio, die Hauptstadt von Japan, Metropolregion mit knapp 10 Millionen Einwohnern und Gastgeber der Olympischen Spiele 2020 vom 24. Juli bis zum 9. August. René Beck und seine Freundin Liliana freuen sich auf den Trip ihres Lebens – eine Herzensangelegenheit in vielerlei Hinsicht.

Am 29. Februar 2020 machen sich René und Liliana mit ihrem Land Rover „Barney“ auf den Weg nach Tokio – eine Herzensangelegenheit in vielerlei Hinsicht.
Vier Monate haben die beiden ihren Partner „Barney“ präpariert und fahrtauglich gemacht, inklusive Reservekanister und Dachzelt.
So langsam steigt die Spannung: Am 29. Februar 2020 werden René und Liliana offiziell verabschiedet, in festlichem Ambiente auf dem Olympiaball in der Kongresshalle am Zoo Leipzig. Einen Tag später starten die beiden ihren eigens für diese Reise präparierten Land Rover „Barney“ (inspiriert von der Serie „How I met your mother“) – die erste Etappe führt nach Salzburg. So nimmt es langsam Fahrt auf, ihr Abenteuer, das im Kern auf ein Gespräch bei ihrem ersten Treffen zurückgeht: „Es ging uns von Anfang an darum, das Leben zu leben und zu genießen, Länder zu bereisen und Kulturen kennenzulernen“, berichtet der studierte Sportmanager. „Ich habe schon einmal ein Jahr in Afrika gelebt und das hat mich extrem geprägt. Danach habe ich ein Stück weit Abstand von der materialistischen Lebensweise, die wir kennen, genommen. Meine Wohnung ist zum Beispiel seitdem absolut puristisch eingerichtet.“ 

 

Rund 35.000 Euro kostet die Reise von René und Liliana bis nach Tokio, finanziert durch eigene Ersparnisse, ein Crowdfunding und einige kleine Sponsoren. Viel Geld, aber heute in der Regel nicht mehr als ein paar schwarze Ziffern in einem Banknetzwerk, die das Paar eintauscht gegen Lebenserfahrung und Zeit: „Wir wohnen nicht zusammen und aufgrund unserer Jobs haben wir im Schnitt nur zwei Tage pro Woche, an denen wir uns sehen. Das ist für uns zu wenig und deshalb freuen wir uns in erster Linie auf die gemeinsame Zeit – Zeit zum Kochen, Zeit zum Bücherlesen und auch zum Nachdenken darüber, was man in zehn Jahren noch so erreicht haben möchte.“

 

Im Geiste von Olympia

Ganz so entspannt, wie es klingt, wird die Reise von René und Liliana zu Beginn allerdings nicht werden. Denn im ersten Teil ihres Sabbaticals reisen beide mehr oder weniger in offizieller Mission, nämlich als Botschafter für die Deutsche Olympische Akademie (DOA). Viereinhalb Monate ist bis zum Start der Olympischen Spiele Zeit – kein straffer, aber dennoch ein enger Plan. Dabei nehmen sie durchschnittlich 100 bis 150 Kilometer pro Tag auf sich und das zum Großteil auch, so kann man es verstehen, im Sinne eines kulturellen Engagements: „Es geht darum, dass wir die olympischen Werte in die Welt hinaustragen“, erklärt René.

 

Dazu muss man wissen: Die Olympischen Spiele waren schon im Ursprung ein Wettkampf unterschiedlicher Volksgruppen. Unter dem Mantel der Fairness ruhten die Waffen mindestens für die Zeit der Veranstaltung. Der ein oder andere kam danach auf andere Gedanken und es stellte sich nicht selten die Frage, warum man eigentlich überhaupt Krieg geführt hatte. Es mag mystisch oder fabuliert klingen – die Notwendigkeit, sich darauf zu besinnen, sei aber vorhanden, meint René: „Ich war mit der DOA im Rahmen einer Delegationsreise in Olympia, der Ausgrabungsstätte der Olympischen Spiele der Antike. Dort haben wir uns intensiv über die Bedeutung der Olympischen Spiele ausgetauscht, nämlich Menschen friedlich zu vereinen. Für uns ist das heute ein Thema, unsere Reise zu nutzen, um über Toleranz und Weltoffenheit zu sprechen.“ Für den gebürtigen Thüringer, der seit 2012 in Dresden lebt, ist auch das eine Herzensangelegenheit. 

In diesem Zuge werden Liliana und René ihre Reise gleichzeitig als Botschafter für die Image-Kampagne „So geht sächsisch“ antreten. Auf zahlreichen Zwischenstationen, zum Beispiel in Teheran, Istanbul und Ljubljana, sind, auch mit Unterstützung der Deutschen Olympischen Akademie, Vorträge geplant.

 

Spenden für den Sport


Zuspruch für ihre Reise bekommen die beiden zusätzlich durch den Olympiastützpunkt Leipzig sowie zahlreiche erfolgreiche Sportlerinnen und Sportler aus ganz Sachsen, die sich für Tokio qualifiziert haben oder noch qualifizieren können. Sie alle verewigten sich mit ihrer Unterschrift auf „Barney“, dem Geländewagen, und sind damit zumindest im übertragenen Sinne Teil der Reise, die Liliana und René ungefähr ein Jahr lang durchgeplant haben. Und da für den 36-Jährigen erstens alles, wie er selbst sagt, einen Sinn haben muss, und er sich zweitens gerne Herausforderungen stellt, gibt es auf dem Weg nach Tokio noch ein weiteres Ziel: „Mit Beginn unserer Reise starten wir ein weiteres Crowdfunding-Projekt, das bis zur Eröffnungszeremonie der Olympischen Spiele in Tokio gehen soll. Unser Ziel ist, dass wir 100.000 Euro zusammenbekommen, um diese Summe dann im Deutschen Haus an das Paralympische Team Deutschland zu spenden.“ Die Hoffnung ist, dass die Reise so noch nachhaltiger wirkt.

Am 29. Februar 2020 machen sich René und Liliana mit ihrem Land Rover „Barney“ auf den Weg nach Tokio – eine Herzensangelegenheit in vielerlei Hinsicht.
Diese Route wollen René und Liliana zusammen mit „Barney“ in den kommenden 4,5 Monaten bewältigen.

@road2tokio 


Auf Facebook und Instagram kann die Reise nach Tokio verfolgt werden. In Tokio angekommen, warten die Olympischen Spiele – das Highlight des Sportjahres, bei dem sich René und Liliana natürlich vor allem die Wettbewerbe ansehen wollen, bei denen sächsische Sportlerinnen und Sportler vertreten sind. Nach ihrem Trip in mehr oder weniger offizieller Mission geht es für die beiden knapp 18.000 Kilometer weiter westlich einmal über den Pazifik – Ziel Südamerika – und zwar ganz bewusst ohne Plan, wie René lächelnd zugibt: „Es kann dann auch sein, dass wir einfach nur in Brasilien am Strand liegen und surfen.“ 



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