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copy>paste: Das Testament des Dr. Mabuse

Film + Kino

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Location: Cinémathèque

Dr. Mabuse führte ein Doppelleben als Psychoanalytiker und dämonischer Gangster –
und die westliche Welt beinah an den Rand des Zusammenbruchs. Nachdem er gefasst wurde, konstruiert er nun, nahezu manisch, in einer Nervenklinik perfekte Verbrechen auf dem Papier. Zeitgleich stellt eine Serie von Morden und Einbrüchen die Polizei vor Rätsel... Der Wert dieses Films ist gar nicht zu überschätzen: Mabuse ist der Prototyp des Superschurken, eine Vielzahl an Szenen wurden zu Blaupausen des Action- und
des Horrorfilms der folgenden Jahre. Auch mit heutigem Blick bleibt dieses Schlüsselwerk des modernen Unterhaltungskinos ein dicht erzählter, hervorragend inszenierter Film.
In Fritz Langs Klassiker ist der Bösewicht als Individuum dargestellt und die ihn umgebende Gesellschaft ist abhängig vom Handeln einzelner, willensstarker Männer. Bei Chabrols Neuverfilmung von 1989 wird M zum personifizierten Ausdruck eines Systems, dessen Bestandteil er selbst ist. Das zentrale Thema, um das beide kreisen,
sind die Prinzipien der Macht und das Motiv des (toten) Tyrannen. Wo Lang den hektischen Totentanz der 1920er- und 30er-Jahre reflektiert, klingt in Chabrols Film die Umbruchssituation von 1989/90 wider. Dr. M hat darin nicht nur alle Fäden in der Hand, er hängt seinerseits auch existentiell an ihnen. Und ganz planmäßig geht in diesem sehr kühlen Krimi gleich noch ein Gesellschaftssystem unter. (Source: Cinémathèque)
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