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Location: UT Connewitz

In Lamas' Langfilm-Debüt berichtet Paulo de Figueiredo (66) vom Töten. Als junger Mann kämpft er als Soldat auf der Seite der Kolonialisten in den Befreiungskriegen in Mosambik und Angola. Nach der Nelkenrevolution in 1974 arbeitet er zunächst als von der CIA angeworbener Söldner in El Salvador, um schließlich im Auftrag der antibaskischen Untergrundorganisation GAL zu morden. Neben die damalige Kaltschnäuzigkeit des Tötens (in Angola "gab es keine Gefangene, nur Leichen") reiht sich die heutige des Berichtens. Paolo liefert keine Beichte, kein Geständnis, sondern eine unbarmherzige und unkritische Schilderung seiner Killer-Biografie. Kaufen lassen, habe er sich nie, aber Geld habe immer eine Rolle gespielt. Und dass keines der Opfer es nicht verdient hätte zu sterben, versteht sich von selbst. Die Sehnsucht nach dem einstigen Blutrausch treibt Paulo im friedlichen Portugal in die Notaufnahmen, um den „süßen Geruch von Blut“ wieder einzuatmen.
So simpel wie die Anordnung der Erzählsituation (neben Paolo ein feste Kameraeinstellung, ein Stuhl und ein schlicht ausgestatteter Raum.) so komplex die Behandlung der Voraussetzungen dokumentarischen Erzählens: Authentizität, Zeugenschaft oder historische Wahrheit. Deren Verlässlichkeit und Unhintergehbarkeit problematisiert Lamas - in einer auf den ersten Blick unauffälligen Erzählung, in der Geschichte und Geschichten miteinander vermischt werden. (Source: UT Connewitz)
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