Hier ist Klassik

Hochschulsinfonieorchester: Poulenc und Schumann

Live

Keine kommenden Termine

Location: HMT, Musikhochschule Leipzig

Das Orgelkonzert des französischen Komponisten Francis Poulenc entstand 1938 auf Bitte von Prinzessin Winnaretta Singer-Poglinac, die Poulencs Mäzenin und eine reiche Erbin des amerikanischen Nähmaschinenfabrikanten Isaac Merrit Singer war. Mit Blick auf das Soloinstrument Orgel ist das Opus eine Hommage an Johann Sebastian Bach, dennoch tat sich Poulenc mit der Komposition schwer und schrieb der Prinzessin bereits drei Jahre vor der Uraufführung: „Das Konzert hat mir viel Schmerz bereitet.“ Dass in dem einsätzigen, in sieben Abschnitte geteilten Opus auch eine Pauke als Soloinstrument vorgesehen ist, verleiht dem interessanten Werk, das zu den meistgespielten des Komponisten zählt, einen besonderen Reiz. Uraufgeführt wurde es 1939 in Paris durch den berühmten Organisten und Komponisten Maurice Duruflé.

Eine Uraufführung steht bei diesen Konzerten des Hochschulsinfonieorchesters auf dem Programm:„Wortlos singend ...“ Klanggedichte für Orchester, die Martin Christoph Redel 2017 komponierte. Er lehrte von 1971 bis 2012 an der Hochschule für Musik Detmold und war 1993 bis 2001 deren Rektor. Von 1992 bis 2004 war Redel Präsident der Jeunesses Musicales Deutschlands, die ihn anschließend zu ihrem Ehrenvorsitzenden ernannte und in deren Auftrag er mehr als 40 Jahre die Kompositionskurse für Jugendliche auf Schloss Weikersheim leitete.
Zu seiner Komposition äußerte er: „Das viersätzige Werk entstand im Jahr 2017. Es handelt sich dabei um eine Umarbeitung der aus dem Jahr 2012 stammenden sinfonischen Kantate ,STERNENKINDER‘, in welcher mit wunderbaren Gedichten zurückliegender Jahrhunderte das Thema Kindstod anrührend verarbeitet wird. Die ursprünglichen Vokalpartien werden durch Instrumentation sowie die Erweiterung des Orchesters gegenüber der Ursprungsfassung intensiviert zu wortlos gesungenen Klanggedichten, einer Art Kinderrequiem.“

Wie im Orgelkonzert von Poulenc lassen sich in der 2. Sinfonie von Robert Schumann, die er 1845/46 schrieb, Einflüsse von Bach finden. Zu dieser Zeit war der Komponist schon stark von schweren Depressionen gekennzeichnet, die 1854 bekanntlich so schlimm wurden, dass er sich in den Rhein stürzte und kurze Zeit später auf eigenen Wunsch in die Nervenheilanstalt Endenich eingeliefert wurde. „In mir paukt und trompetet es sehr – ich weiß gar nicht, was daraus werden wird“, schrieb er während der Komposition an seiner 2. Sinfonie, meinte damals aber noch, er könne sich mit dem Verfassen dieses Werkes von seiner Krankheit heilen. Wie schon bei Beethoven und Mendelssohn ist der langsame Satz statt an der zweiten an der dritten Stelle der Sinfonie zu finden und zitiert aus Bachs „Musikalischem Opfer“.

Karten zu 10 €, ermäßigt 7 € und HMT-Studierende 2,50 € (Source: HMT)
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