Kre.V: Universalismus und Antiuniversalismus

Bildung + Vortrag

Keine kommenden Termine

Location: IfZ

Universalismus und Antiuniversalismus. Überlegungen zur Dialektik der Aufklärung.
Vortrag und Diskussion mit Samuel Salzborn.

Die Aufklärung hat dem Menschen versprochen, Individuum sein zu dürfen und (politisches) Subjekt sein zu sollen. Dieses Versprechen war aber von Beginn an ein dialektisches, da der naturwissenschaftlich begründete Emanzipationsprozess, der den Menschen in das Wissen ob seiner leiblichen Existenz jenseits göttlicher Vorsehungen versetze, zugleich auch eine Omnipotenzphantasie in die Welt zauberte: war der (christliche) Gott entthront, enthronisierte sich nun der Mensch selbst an seiner Statt. Das
liberale Versprechen auf Freiheit wurde so zu einem halbierten: schloss es doch weite
Teile der Menschheit aus, durch die neuen Ideen der Anthropologie und Ethnologie, die die
Grundlage für rassistische und antisemitische Diskriminierung bildeten. Und durch die in
der liberalen Trennung von Privatheit und Öffentlichkeit, die zugleich Basis der modernen
patriarchalen Situierung bürgerlicher Vergesellschaftung wurde. Das Versprechen der
Aufklärung war also, philosophisch betrachtet, ein universalistisches -- in seiner Konstituierung aber strukturell halbiert und damit, so paradox es scheinen mag, auch die philosophische Grundlage für antiuniversalistisches Denken. (Source: IfZ)
Event-Info
Kommentare
› Schreibe einen Kommentar
    • Bisher keine Kommentare.
  • Bitte registriere dich bei uns oder log dich ein um Kommentare zu schreiben oder Bewertungen abzugeben.

Urbanite verwendet Cookies

Um die Webseite optimal gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Hier geht’s zu unseren Datenschutzerklärungen.

Ich stimme der Verwendung von Cookies zu