Der schwarze Nazi Filmplakat

Leipzig-Premiere: Der schwarze Nazi

Film + Kino

Keine kommenden Termine

Location: Passage Kinos

Rassismus, Identität und Integration – diese Themen treiben das ganze Land um. In ihrem Kinofilm-Debüt DER SCHWARZE NAZI zerlegen die Regisseure Tilman & Karl-Friedrich König alles, was mit Rassismus und Nazi-Ideologie zu tun hat, intelligent und gut gelaunt in Einzelteile. Wolfgang Thierse, Bundestagspräsident a.D. hat die Schirmherrschaft für den Film übernommen: „Ich wünsche dem Film viele Zuschauerinnen und Zuschauer - denn DER SCHWARZE NAZI provoziert und wird dadurch zum Nachdenken und Diskutieren anregen.“

DER SCHWARZE NAZI liefert ein mutiges und eindeutiges Statement gegen Fremdenfeindlichkeit und zwar – satirisch und aber trotzdem ernsthaft, grotesk und nachdenklich zugleich. In 90 Minuten entlarvt der Königs-Film den ostdeutschen Ausländerhass als von Unwissen und Angst geschürte Idiotie des Kleinbürgertums. Grotesk aber berührend wird die Problematik von Fremdenfeindlichkeit und Rechtsradikalismus thematisiert und Rassismus ad absurdum geführt gezeichnet.

Was ist Integration? Wie weit soll Integration gehen?

Der Clou ist: Die Frage nach deutsch und undeutsch reicht der Film ungefiltert an die Zuschauer weiter. Längst überfällige Fragen werden gestellt: Was ist eigentlich Deutsch? Das „Deutsche“ - gibt es das überhaupt? Und wenn ja: Was soll das eigentlich sein? Sind die Deutschen überhaupt selber integriert? Feste Identität – was soll das eigentlich sein? Bedeutet Integration die Totalassimilation bis hin zur Selbstaufgabe? Und was passiert, wenn ein Kongolose die plumpe rassistische Agenda einer rechtsradikalen Partei so auf die Spitze treibt, dass sie ins Überextreme kippt? Der eindrucksvolle, kantige Independent-Film ist ein gelungener Realitäts-Check, der auf unterhaltsame Art auf Probleme hinweist, die in Deutschland, Europa und weltweit unsere demokratische Gesellschaftsordnung (zer)stören. Als erkenntnisbringende Gesellschaftsstudie sollte dieser Film überall nicht nur in Ostdeutschland Beachtung finden.

Kurzinhalt

Der Kongolese Sikumoya (Aloysius Itoka) lebt mit seiner deutschen Freundin (Judith Bareiss) in Leipzig. Er verehrt Goethe, schmückt seine Wände mit Deutschlandfahnen, entspannt sich am besten bei Bier und deutscher Volksmusik und wird bald Vater. Trotz alledem wird Sikumoya immer wieder rassistisch behelligt: Im Jobcenter stempelt man ihn zum Faulenzer ab, in der Straßenbahn starrt man ihn an und seine Schwiegermutter akzeptiert ihn lediglich als Gast in Deutschland.

Zusammengeschlagen von Nazis ereignet sich im Koma seine Metamorphose. Sikumoya erwacht schlagartig als “Deutschester aller Deutschen”. Er überholt die Neonazis von rechts und macht sich daran, ihnen den Alleinvertretungsanspruch auf ihre Ideologie streitig zu machen. Und Sikumoya überzeugt: Er bringt die Neonazis auf seine Seite und kann Massen verängstigter Wutbürger hinter sich versammeln. Ob es um amerikanische Handys oder den sächsischen Dialekt geht, der die deutsche Sprache verunreinigt: Ab sofort entscheidet Sikumoya, was „deutsch“ und was „undeutsch“ ist.

Macher

Drehbuch, Regie, Produzent: Tilman & Karl-Friedrich König

Die König-Brüder (Tilman & Karl-Friedrich König) wissen, wovon sie reden. Wie der NSU stammen Sie aus Jena – allerdings nicht aus dem Untergrund, sondern aus dem Hause König: Ihr Vater ist der bekannte „Anti-Nazi-Pfarrer“ Lothar König, der seit Jahren engagiert gegen Rechtsextremismus kämpft und kontinuierlich mit Flüchtlingen zusammenarbeitet.

Darsteller

Aloysius Itoka, Judith Bareiss, Christian Weber, Bernd-Michael Baier

Gast-Star: Melanie Müller
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