Prinzessin Hamlet

Prinzessin Hamlet

Kultur

Keine kommenden Termine

Location: Schauspielhaus

Prinzessin Hamlet kann und will diese Vorstellung ihrer Mutter Gertrud nicht bestätigen. Im Gegenteil, sie verweigert sich radikal allen Rollen, die für sie im Familien-, Gesellschafts- und Staatsgefüge vorgesehen sind. Die Vehemenz, mit der sie die Strukturen hinterfragt, ist lebens- und systemgefährdend: Für das Zeichen, das sie setzen will, ist sie bereit ihr Leben zu geben.
Prinzessin Hamlet wird als scheinbar Wahnsinnige von ihrer Mutter aus dem Königreich entfernt und im Buckingham Palace einquartiert, wo sie im Palastchor singt und von Mitpatient Ofelio vergöttert wird. Ihre beste Freundin Horatia versucht sie zu retten und endet doch schließlich als Spielball Gertruds, die sie benutzt, um die gesellschaftliche Ordnung aufrechtzuerhalten.

Das Stück der finnischen Theaterautorin und Dramaturgin E. L. Karhu greift Shakespeares Themen wie Wahrheit, Liebe, Verrat und Macht auf, ist dabei aber ein komplett eigenständiges Werk, eine feministische Hamlet-Überschreibung mit Anklängen an Sarah Kane und Heiner Müllers „Hamletmaschine“. Das Motiv der in Wahnsinn mündenden Verausgabung steht zentral sowie die Frage nach dem (nicht)funktionierenden Subjekt innerhalb der Logik, welche die Gesellschaft bereithält, und nach jenen, die ihr eigenes Leben stattdessen in ein weithin sichtbares Zeichen verwandeln wollen. (Source: Schauspiel Leipzig)
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