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„Stets in den Spucknapf spucken!“

Ausstellung

Keine kommenden Termine

Location: Tapetenwerk

Unfallschutzplakate aus der Zeit zwischen 1924 und 1929

Im Rahmen des kleinen Sommerfestes im Tapetenwerk am 29.Juni 2012 ab 17 Uhr können die Besucher in der Werkstatt Joachim Bartz (Schmuck) und Atelier Hjördis Baacke (Malerei) eine bemerkenswerte Plakatausstellung in Augenschein nehmen.

Den interessierten Betrachter erwarten Bilddokumente aus der mechanischen Arbeitswelt. Im Zusammenspiel mit historischen Spuren auf dem Betriebsgelände des ehemaligen Tapetenwerkes berichtet die Ausstellung von konkurrierenden ästhetischen Stilrichtungen, aber auch vom teilweise schmerzvoll nachgeholten Strukturwandel der Arbeitswelt nach 1990.

Begleitet wird die Ausstellung von Holger Seidemann, Kulturwissenschaftler aus Leipzig, der zur Entstehungsgeschichte anmerkt:

„Die gezeigten Plakate gehören zur Serie „DER BESTE SCHUTZ IST EIN VORSICHTIGER ARBEITER“ - herausgegeben von der Unfallverhütungsbild G.m.b.H in Berlin und stammen aus einer Chemnitzer Sammlung. Ausgestellt werden die gut erhaltenen Originalplakate aus der Zeit zwischen 1924 und 1929.“

Man versprach sich seinerzeit von den teilweise recht drastischen Motiven einen besonders wirksamen Arbeitsschutz, und fragte die Drucke deutschlandweit und rege nach. Diese besondere Popularität hat ihnen auch einen Platz in der Sammlung des Deutschen Historischen Museums in Berlin gesichert.“

Holger Seidemann weiter: „Wer etwas Phantasie mitbringt, kann sich ja das Tapetenwerke in den Zwanzigerjahren zusammen mit den vielleicht schon früher einmal hier hängenden Unfallschutz-Plakaten vorstellen. Das ist ein gutes Rezept gegen verklärende Industrie-Romantik!“

Im Hinblick auf das am Abend stattfindende sehr liebenswerte Sommerfest auf dem Gelände fügt er hinzu: „Mit diesem Kontrastprogramm kann man die sehr angenehmen Veränderungen der Arbeitswelt im Tapetenwerk sicher mühelos würdigen. Hier ist in den letzten Jahren eine vitale Symbiose aus Handwerk, Kunst und verschiedenen Büros entstanden.“

Weiter meint er mit einem Schmunzeln: „Auch scheint die durchschnittliche Lebenserwartung der heute hier Arbeitenden deutlich gestiegen. Ob durch Selbstausbeutung und Kaffeegenuss dieser Vorteil aufgehoben wird, muss allerdings offen bleiben.“
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