Vergessene Aufklärungen. Unbekannte Geschichten über den Islam in der zeitgenössischen Kunst

Ausstellung

Keine kommenden Termine

Location: Halle 14 in der Leipziger Baumwollspinnerei

»Islam« und »Aufklärung« erscheinen gegenwärtig als größtmöglicher Widerspruch. Jedoch ist auch die Forderung geschichtsvergessen, der Islam müsse sich – wie im 18. Jahrhundert das christliche Abendland – einem Prozess der Aufklärung unterziehen. Während im mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Europa Hexenverbrennungen und Ketzerprozesse stattfanden, Bücher verboten und Glaubenskriege geführt wurden, erfreuten sich Kunst und Wissenschaften in der islamischen Welt einer Blütezeit. Der Philosoph Abu Yusuf al-Kindi forderte im 9. Jahrhundert dazu auf, die Ideen anderer Völker zu studieren. Universalgelehrte wie Abu Raihan al-Biruni und Ibn Sina (latinisiert: Avicenna) führten 1.000 Jahre nach Christus in Zentralasien eine »östliche Renaissance« an, begründeten die Prinzipien von Trigonometrie und Algebra, entwickelten Algorithmen und Astrolabien sowie die Grundlagen der modernen Medizin.
In Zeiten, in denen Islamismus, Populismus und Nationalismus Emanzipation und Vielfalt bedrohen, ist ein neues Projekt zum »Ausgang aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit« im 21. Jahrhundert nicht nur dringlich, sondern auch überlebenswichtig. Ziel ist es, die kulturellen Verbindungen zwischen Orient und Okzident in einem seit Jahrtausenden andauernden Projekt der Aufklärung des Menschen herauszuarbeiten. Welche Bedeutung hat das reichhaltige islamische Erbe für Künstler*innen aus islamisch geprägten Ländern bzw. für islamisch geprägte Künstler*innen? Lassen sich klassische Formen wie Ornamente, Mosaike, Schattentheater und Miniaturen zeitgenössisch interpretieren und mit neuen Technologien wie Video-, Computer- und Soundkunst erweitern? Wie verbinden sich Spiritualität wie z.B. die des Sufismus mit aktuellen ästhetischen, gesellschaftlichen und sozialen Fragestellungen? Wie wehren sich junge Kunstschaffende gegen Despotismus und Kriegsrhetorik sowie gegen stereotype Rollenbilder von Geschlecht, Herkunft und Glauben? (Source: Halle 14)
Event-Info
Kommentare
› Schreibe einen Kommentar
    • Bisher keine Kommentare.
  • Bitte registriere dich bei uns oder log dich ein um Kommentare zu schreiben oder Bewertungen abzugeben.

Urbanite verwendet Cookies

Um die Webseite optimal gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Hier geht’s zu unseren Datenschutzerklärungen.

Ich stimme der Verwendung von Cookies zu