Not macht erfinderisch DEHOGA – Lokalhelden Sachsen

So heißt es zumindest. Und es scheint, als habe uns das Jahr 2020 immerhin gelehrt, dass dieses Sprichwort zutrifft. Die zahlreichen Lieferservice-Angebote der Restaurants, Bars und Cafés sind ein Sinnbild dieses ideenreichen Geists und der Branchen-Krise gleichermaßen und auch die Internetseite www.lokalhelden-sachsen.de ist wiederum ein Beispiel für die erfinderisch machende Not und die in der Not nötigen Ideen.

 

© Anne Küste

Der DEHOGA (Deutscher Hotel- und Gaststättenverband) in Sachsen hat auf die Lockdowns, neuerdings mit dem (für das Gastgewerbe vermutlich sehr euphemistisch klingenden) Attribut „Light“ mit digitaler Innovation geantwortet und die kostenlose Plattform lokalhelden-sachsen.de für das Liefer- und außer-Haus-Geschäft ins Leben gerufen. Einerseits, um die Gastronomie in diesen schweren Zeiten zu unterstützen, andererseits, um die nach Hause verbannten Gäste auf dem Laufenden zu halten. Für das Gastgewerbe geht es derzeit schließlich um nicht weniger als um alles. Seit November liegt die Branche brach – zum zweiten Mal in diesem Jahr. Was bei Gästen für Unmut sorgt, weil auf das geliebte Feierabendbier in der Kneipe, die Pizza oder den Sonntagsbrunch im Lieblings-Restaurant, einen Städtetrip oder den Ostsee-Urlaub verzichtet werden muss, löst bei denjenigen, die damit ihren Lebensunterhalt verdienen, nicht Unmut aus, sondern Existenzangst.

Die Lokalhelden-Kampagne der DEHOGA unterstützt sächsische Restaurant-, Café- und Gaststättenbetreiber, indem diese ihre Angebote für Lieferung und To-Go-Geschäft auf der Internet-Seite veröffentlichen können. Die hungrige Kundschaft bekommt dadurch alle Infos und Angebote der teilnehmenden Gastronomie gebündelt und übersichtlich präsentiert, sodass man sich die eigenständige Recherche darüber, wer etwas anbietet, wie man an das Essen kommt und was überhaupt zur Auswahl steht, spart. Denn eins steht fest: Die vielen, individuellen Lockdown-Services können mitunter auch unübersichtlich sein, da längst nicht alle bei Lieferando zu finden sind (aus guten Gründen möchte man meinen). Lokalhelden entwirrt und ordnet den kulinarischen Info-Knoten und macht allen Beteiligten das Leben ein wenig leichter, indem es die Branche dadurch unterstützt, dass uns Hungrigen der Zugang zur Information erleichtert wird und die Hemmschwelle zu bestellen durch den kleineren Aufwand sinkt. Die Registrierung sowie Nutzung ist dabei für beide Parteien kostenfrei. Über die Postleitzahl lassen sich dann, nach altbewährtem Prinzip, sämtliche mitmachende Lokale vom Stammrestaurant bis hin zum Lieblings-Burger-Laden oder dem Café, das man immer schon mal ausprobieren wollte, finden.

 

© DEHOGA

Jedem siebten Betrieb der Branche drohe bereits die Insolvenz, so der DEHOGA Landesverband Sachsen, der die Interessen von rund 2.100 sächsischen Mitgliederbetrieben vertritt. Zwar seien die Entschädigungen für die meisten Unternehmen ausreichend, das Problem liege jedoch darin, dass Wirtschaftshilfen oftmals noch immer ausstehen, so der Verband. Die sogenannten Novemberhilfen können schließlich nur dann ihren helfenden Zweck erfüllen, wenn sie rechtzeitig und unbürokratisch auch da ankommen, wo sie dringend gebraucht werden. Die Lokalhelden-Kampagne ist zumindest eine von vielen Antworten auf die gastronomische Krise dieser Zeit.

 

Wir haben zwei Stimmen der Leipziger Gastronomie eingeholt, die Lokalhelden nutzen und dazu vorsichtig nachgefragt, wie es stimmungstechnisch gerade so aussieht. Außerdem stellen wir euch Stefan Niklarz, das neue Gesicht von DEHOGA in Leipzig vor, den wir im Barcelona getroffen haben.

Marc Walenta, Hotel Seeblick:

„Die Corona-Pandemie hat viele Restaurants hart getroffen. Auch wir haben in dieser Zeit mit vielen Ungewissheiten, Zahlungsengpässen und anderen Unwägbarkeiten zu kämpfen.

Dennoch ist die Situation, wie sie nun einmal ist und damit muss man umgehen bzw. Lösungen und Wege finden – und die harte Zeit hoffentlich überstehen. Aus meiner Sicht gehört es dazu, sich mit den Angeboten und Möglichkeiten, die in dieser Situation entwickelt und einem mit an die Hand gegeben werden, zu beschäftigen und ggf. diese auch zu nutzen. Dabei ist es, zugegeben, nicht immer leicht, die richtige Entscheidung zu treffen bzw. sich zu entscheiden, welche Hygienemittel, Plattformen, Gutscheinservices oder andere Angebote man dabei nutzt. Bei uns ist bereits während des ersten Lockdowns die Entscheidung auf lokalhelden-sachsen.de gefallen.“

Shady Elwan, Restaurant Shady:

„Wir haben viele Stammgäste, die vor allem jetzt unsere Speisen genießen und uns damit unterstützen wollen – und wir haben eine Plattform, die zeigt, dass wir weiterhin da sind und nicht aufgeben. Jede Bestellung zeigt uns, dass wir gebraucht werden und gute Laune sowie Freude auf den Teller zaubern!“

3 Fragen an Stefan Niklarz –  Das neue Gesicht des DEHOGA Sachsen e.V. in Leipzig

 

Wer bist Du?

Stefan Niklarz, 40 Jahre jung, stolzer Papa, Betriebswirt und DER neue Kontakt im Fachverband für das Gastgewerbe in Leipzig Stadt, der Region und Nordsachsen.

Welche Erfahrungen bringst Du mit?

Ich bin ein Quereinsteiger, anfangs in die Beherbergungsbranche. Mein Weg führte mich einmal durch das gesamte Gewerbe. Parallel dazu habe ich ein berufsbegleitendes Studium absolviert und als Führungskraft sowie zuletzt als Hostelmanager gearbeitet.

Alle gesammelten Erfahrungen werde ich nun in den Dienst für unser Gastgewerbe stellen.

Was kannst du, was andere nicht bieten?

Ich höre hin, vor allem aber zu. Durch meine eigenen Erfahrungen verstehe ich die Standpunkte der Geschäftsführer, Unternehmer, Gastgeber, Vermieter. Ich bin offen, kommuniziere auf Augenhöhe und denke in Lösung und Perspektive mit einem pragmatischen Ansatz zum Handeln. Mein Netzwerk baue ich kontinuierlich aus und setze mich so auch an „höheren Stellen“ für die Interessen aller, ob klein oder groß, ein.

© Anne Gahlbeck
  

DEHOGA

Hinter der Abkürzung DEHOGA steckt der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband, der als Berufsorganisation die Interessen von Hotellerie und Gastronomie in der Bundesrepublik wahrnimmt und sich für eine Verbesserung der politischen Rahmenbedingungen für das Gewerbe einsetzt, zu dem bundesweit 223.000 Betriebe mit insgesamt 2,4 Millionen Beschäftigten zählen.