Andere Realitäten Doku-Tipps aus der Redaktion

Die Realität ist hart, doch wir sind härter: Damit ihr nicht traumlos in den Winterschlaf verfallt, haben wir hier die vierfache Dosis Wahrheit für euch. So schön oder schonungslos diese manchmal ist: Diese Doku-Serien legen wir euch guten Schlafes ans Herz.

 Anne taucht ab in

DER BLAUE PLANET

Manche sagen, der Mensch wisse weniger über das Leben in den Meeren als über den Mars – möglich wär’s! Oder habt ihr schon davon gehört, dass in Neuseeland Schwertwale mit Tümmlern, die sie gewöhnlich jagen, eine Kooperation eingehen, um gemeinsam Futter zu „suchen“? In den vergangenen Jahren haben neue Entdeckungen das Wissen über die Weltmeere fast auf den Kopf gestellt – dank fortschrittlicher Unterwassertechnologien, durch die sich die dunklen Tiefen erforschen lassen wie nie zuvor. In der noch jungen sechsteiligen Doku-Reise „Der Blaue Planet“ könnt ihr sehen, was ihr noch nie gesehen habt. Während einer Drehzeit von mehr als drei Jahren begaben sich Teams aus Taucher:innen und Biolog:innen auf 125 Expeditionen, besuchten 39 Länder und filmten so ziemlich jeden Winkel, der sich von den uns bekannten Küsten bis in die Tiefsee aufmacht. Vor allem an den Bildern der größten und spektakulärsten Tiere der Meere, den Walen, kann ich mich einfach nicht satt sehen – auch wenn mich die dramatischen Auswirkungen, die u. a. der Klimawandel auf das Leben der Tiere hat, oft sehr nachdenklich stimmen.

à eintauchen am 1.1.21 ab 18:15Uhr, 3.1.21 ab 15Uhr & 4.1.21 ab 15:15Uhr im SWR

àweitere Sendetermine auf daserste.de

Bianca stellt sich der Realität in

BAUTZEN      

Die arte-Serie „Bautzen“ entstand um die Kommunal- und Landtagswahlen 2019 und beschäftigt sich in 10 Mal 30 Minuten mit der politischen und gesellschaftlichen Struktur der 40.000-Einwohner:innen-Stadt in der Oberlausitz, die ihren Ruf nicht erst seit besagten Wahlen als „braunes Herz Deutschlands“ oder „Nazi-Nest“ weghat. Anfangs wollte ich das ehrlich gesagt weit von mir wegschieben: Das bin ich nicht, so denk ich nicht, hat nix zu tun mit mir. Und ja, die Doku tut weh, an vielen Stellen. Doch sie hat mir auch aufgezeigt, dass Augenverschließen eben keine Option ist. Gezeigt werden Menschen, die irgendwo zwischen Enttäuschung und Hoffnung ihren Platz zu finden versuchen. Die ihre Stadt nicht aufgegeben haben, sondern sie positiv gestalten wollen. Zu Wort kommen ganz verschiedene Bautzener:innen, deren (politische) Ansichten man nicht von vorneherein auf dem Silbertablett serviert bekommt. Da die Serie allein von den Stimmen der Bürger:innen vor Ort lebt und nicht von einer Moderation von außen geführt wird, kommt man gar nicht umhin, in sich hineinzuhorchen und sich ein eigenes Bild von den Aussagen der Protagonist:innen und letztlich auch von Bautzen zu zeichnen.

àverfügbar unter www.arte.tv

Sina fühlt den

DRUCK 

Neben den alltäglichen Problemen von Schüler:innen (Freundschaft, erste Liebe, Mobbing, …) zwischen 14 und 18 Jahren spricht die fiktionale YouTube-Serie „Druck“ gesellschaftskritische Themen an, welche sich an mehr Menschen richtet als an die empfohlene Zielgruppe von 1420 Jahren. Jede Staffel steht unter dem Licht eines wichtigen Themas — Religion, Krankheit, Outing/ Sexualität etc. Die Staffeln drehen sich um eine Gruppe von Freund:innen, welche in Berlin versuchen, ihr Leben möglichst optimal zu meistern. Die Charaktere lassen euch durch fiktive Social-Media-Accounts an ihrem Leben teilhaben. Ereignisse, die über die Woche passieren, werden jeden Freitag zu einer Folge zusammengeschnitten, die für euch kostenlos und dauerhaft auf YouTube zur Verfügung steht. Die Serie hat einen einzigartigen Bezug zur Realität, da sie Themen anspricht und Lösungsansätze für Probleme diskutiert, die viele Menschen gegenwärtig betreffen. Dadurch bekommen die Zuschauer:innen das Gefühl, hautnah am Geschehen beteiligt zu sein. Derzeit läuft die fünfte Staffel der Serie.

à verfügbar auf YouTube und unter www.funk.net

Marius schwärmt von

JANE FONDA – EINE REBELLIN IN HOLLYWOOD 

Spätestens seit der Serie „Grace and Frankie“ bin ich ein ausgemachter Jane-Fonda-Fan. Sie ist 83 Jahre alt und in vielerlei Hinsicht beeindruckend. Das finde ich sehr inspirierend. Nicht weil es zeigt, dass Karriere in Hollywood à la American Dream im sogenannten Land der angeblich unbegrenzten Möglichkeiten machbar ist, ohne oberflächlich und dämlich sein zu müssen. Sondern weil es zeigt, dass man gesellschaftliche Missstände angehen kann, wenn man bereit ist, Mut aufzubringen und Risiken einzugehen. Die Doku zeigt eine Person, die so vielseitig und teils widersprüchlich ist, dass es genau deshalb authentisch ist – weil wir alle irrational sind. Jane Fonda ist bekannt als Filmikone und Aerobic-Queen. Was viele jedoch nicht wissen, ist, dass sie mindestens genauso sehr Bürgerrechtlerin, Feministin und Klimaaktivistin ist. In ihren Zwanzigern war sie noch als „Sexsymbol“ bekannt und vollzog danach eine totale Kehrtwende (da war sie bereits älter als ich heute). Diese Doku zeigt, was im Leben möglich ist und dass es vor allem nie zu spät ist, sich zu engagieren. 

à verfügbar auf YouTube