IQ-Tube produziert kostenlose Lehrvideos für Schüler und Studenten Nachhilfe aus der virtuellen Welt

Marcel Marohn steht vor einer Tafel im Seminarraum der Universität Leipzig. Die Grundlagen mathematischer Funktionen erklärt er nicht nur mit Diagrammen und Zahlen, sondern auch mit Äpfeln und Bananen. Obwohl die Kamera wackelt und der Ton nur schwer zu verstehen ist, hat das Video schon über 40.000 Aufrufe auf dem Videoportal YouTube. 


Auf die Idee, kostenlose Lehrvideos für Schüler und Studenten zu produzieren und ins Internet zu stellen, kam der 22-Jährige Marcel durch sein eigenes Studium. „Ich studiere Wirtschaftsmathematik und hatte oftmals das Gefühl, dass der Stoff zu kompliziert und trocken vermittelt wird.“ Damit es nachfolgenden Studenten besser ergeht, gründete er mit dem Mediengestalter Robin Kleeberg IQ-Tube. An die 50 Videos haben sie schon gedreht, hauptsächlich aus der Fachrichtung Mathematik. Unterstützung erhalten sie durch die 22-Jährige Franziska Müller. Sie ist für den Bereich Kunst zuständig und erklärt in ihren Videos beispielsweise, wie man eine Mappe mit Arbeitsproben anfertigt. 

Eine wichtige Sache fehlt den Machern von IQ-Tube allerdings noch: Ein Büro. Sie hoffen dabei auf Unterstützung durch die Uni Leipzig. Diese ist jedoch nicht ganz einfach zu bekommen, weiß auch Johann Voigtsberger von der studentische Unternehmensberatung Campus Inform. „Die Uni hat zwar einen Lehrauftrag, aber keinen Förderauftrag. Somit stellt sie auch keine Gelder oder Räume für solche Projekte zur Verfügung“, so Voigtsberger. Die einzige Möglichkeit für IQ-Tube, trotzdem an ein Büro zu kommen, wäre die Schirmherrschaft eines Studienganges. „Sie müssten einen Professor finden, der für sie bürgt“, erklärt Voigtsberger weiter.

Noch haben Marcel, Robin und Franziska keinen Professor als Kurator gefunden. Trotzdem wollen sie weitermachen, das Feedback der Zuschauer spornt sie immer wieder an. Marcel erzählt: „Uns hat ein Schüler geschrieben: ‚Ihr habt mein Abitur gerettet!‛ Das macht uns natürlich stolz!“