Leipzig leuchtet lila: Dein Guide zum feministischen Kampftag am 8. März

Leipzig wird am 8. März laut: Vom Augustusplatz bis zum Connewitzer Kreuz ziehen wir gemeinsam auf die Straße, um ein starkes Zeichen für feministische Solidarität und gegen patriarchale Gewalt zu setzen. Wir haben alle Termine, Demosprüche und Event-Tipps für deinen Kampftag zusammengefasst.

Der 8. März ist weit mehr als nur ein Datum im Kalender. Während der Tag oft fälschlicherweise als „Frauentag“ mit Blumen und Pralinen missverstanden wird, rückt der Internationale Feministische Kampftag die eigentliche Botschaft in den Fokus: Den weltweiten Kampf gegen patriarchale Strukturen, Lohnungleichheit und Gewalt gegen FLINTA* (Frauen, Lesben, inter-, nicht-binäre, trans- und agender Personen). In Leipzig wird dieser Tag traditionell laut, bunt und politisch gefeiert.

Mehr als nur ein Datum: Die Wurzeln des Widerstands

Schild mit dem Slogan "Gleicher Lohn gleiche Rechte"
Es gibt etliche Gründe sich an diesem Tag zu engagieren! Einer ist z.B. die Paygap

Der 8. März ist kein modernes PR-Konzept, sondern tief in der Arbeiterinnenbewegung des frühen 20. Jahrhunderts verwurzelt. Initiiert von Sozialistinnen wie Clara Zetkin, wurde der Tag 1911 erstmals begangen, um für das Frauenwahlrecht, bessere Arbeitsbedingungen und soziale Gerechtigkeit zu kämpfen. Während der Nationalsozialismus den Tag verbot und durch den „Muttertag“ zu ersetzen versuchte, wurde er in der DDR staatlich zelebriert, in der BRD hingegen von der autonomen Frauenbewegung der 70er-Jahre als radikaler Kampftag neu entdeckt. Heute verbindet der 8. März diese historischen Forderungen mit modernen, intersektionalen Kämpfen: Es geht nicht mehr „nur“ um das Wahlrecht, sondern um die Befreiung aller FLINTA* aus globalen Ausbeutungsverhältnissen.

Die große Demo: Die Zeit zu kämpfen ist jetzt!

Das Bündnis „8. März ist immer“ ruft dieses Jahr zur zentralen Demonstration in Leipzig auf. Unter dem Motto „Die Zeit zu kämpfen ist jetzt!“ geht es quer durch die Stadt, um ein starkes Zeichen für Selbstbestimmung und gegen Diskriminierung zu setzen.

  • Wann: Sonntag, 08.03.2026
  • Zeit: 14:30 Uhr bis ca. 18:00 Uhr
  • Route: Start am Augustusplatz → Ende am Connewitzer Kreuz

Wichtig für alle Teilnehmenden: Die Demo versteht sich als internationaler und intersektionaler Raum. Der Konsens lautet: Solidarität ohne National- oder Territorialflaggen. Es geht um den gemeinsamen Austausch gegen Nationalismus, Sexismus, Rassismus und Antisemitismus. Bringt eure Stimmen, Schilder und gute Energie mit! Mehr Infos zur Demo findet ihr auch hier.

Awareness: Sicher durch die Demo

Damit sich alle auf der Straße wohlfühlen, ist das Bündnis „8. März ist immer“ meist mit einem eigenen Awareness-Team vor Ort. Achte auf Menschen mit auffälligen Westen oder Taschen.

  • Was bedeutet das? Wenn du dich unwohl fühlst, bedrängt wirst oder Zeug:in von diskriminierendem Verhalten wirst, kannst du diese Leute jederzeit ansprechen. Sie bieten Unterstützung und einen Rückzugsraum.
  • Tipp für die Tasche: Pack dir genug Wasser, einen Snack und – je nach Wetter – eine Rettungsdecke oder Regenponcho ein. Eine Demo durch die ganze Stadt (vom Augustusplatz bis zum Kreuz) kann bei Leipziger Wind ziemlich schlauchen!

DIY: Dein Demoschild basteln

Demo-Schild zum feministischem Kampftag auf französisch
© Delia Giandeini/UNsplash
Was wird auf deinem Schild stehen?

Ein gutes Schild ist das Herzstück jeder Demo. Damit dein Statement sitzt, hier ein paar Tipps:

Worauf solltest du achten?

  • Material: Nimm stabile Pappe (z.B. von alten Versandkartons). Ein leichter Holzstab an der Rückseite schont die Arme bei langen Laufwegen.
  • Lesbarkeit: Nutze dicke, wasserfeste Marker. Weniger Text ist oft mehr – Passanten und Kameras sollten dein Schild im Vorbeigehen lesen können.
  • Wetterfest: Eine Schicht Klarsichtfolie schützt vor dem typischen Leipziger Nieselregen.

Sprüche-Inspiration:

„No one is free until we are all free.“
„Wäre Care-Arbeit ein Startup, hättet ihr längst investiert.“
„My Body, My Choice!“
„Equal Pay for Equal Work“„Gegen den sexistischen Normalzustand!“
„Feminismus ohne Klassenkampf ist Wellness für die Elite.“

After-Demo-Party: Feiern und Vernetzen

Nach dem Laufen kommt das Tanzen! Nach der Demo am Connewitzer Kreuz geht es direkt weiter zur Soli-Party. Die perfekte Gelegenheit, um den Abend gemeinsam mit Mitstreiterinnen ausklingen zu lassen, sich zu vernetzen und die feministische Solidarität zu feiern. Details zum Line-up und zur Location gibt es beim Kollektiv auf Instagram.

Veranstaltungstipp: „Beklaute Frauen“ – Die Show

Es ist okay wenn nicht jede*r von Euch die Kraft hat eine Demo zu besuchen. Da der 8. März dieses Jahr auf einen Sonntag fällt, finden viele Veranstaltungen am Folgetag statt. Leonie Schöler bringt ihr Buch „Beklaute Frauen“ als Live-Show auf die Bühne. Es geht um all jene Frauen, deren Errungenschaften in Wissenschaft, Kunst und Politik von Männern überschattet oder schlichtweg gestohlen wurden. Eine Show, die Geschichte neu schreibt – im wahrsten Sinne des Wortes. Tickets bekommt ihr hier. Das ganze findet am 9. März im Kupfersaal Leipzig statt!

Der 8. März in Leipzig ist kein Tag des Feierns, sondern ein Tag des entschlossenen Widerstands. Wenn die Demo am Connewitzer Kreuz endet, bleibt die Botschaft bestehen: Feminismus ist kein Trend, sondern die notwendige Antwort auf ein veraltetes System. Pack dein Schild ein, bring deine Wut und deine Hoffnung mit und lass uns gemeinsam zeigen, dass eine gerechtere Welt nicht nur möglich, sondern längst überfällig ist. Wir sehen uns auf der Straße!