Gekommen, um zu bleiben Leipziger Musiker im Fokus #109: Johannes Scheurich

Vor acht Jahren ist der Songwriter Johannes Scheurich nach Leipzig gezogen und hat hier viele Gleichgesinnte getroffen. Nach den ersten Anläufen als Straßenmusiker kamen Konzertanfragen. Im vergangenen Jahr veröffentlichte Scheurich seine Debüt-EP „Jetzt und hier”. Den Lockdown nutzt er, um seinen ersten Langspieler fertigzustellen. Im Interview erzählt er urbanite von dem Aufnahmeprozess und seinen Zukunftsplänen.

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Der entscheidende Durchbruch kam mit dem Umzug nach Leipzig. Scheurich kam in die Stadt, um seinen Master-Abschluss zu machen und war sofort begeistert von der lokalen Musikszene. „In Leipzig gibt es viele Möglichkeiten, sich auf kleinen Bühnen auszuprobieren. Als ich das erste Mal Straßenmusik gemacht habe, kamen gleich die Anfragen für Auftritte, das war so schön”, erinnert sich Scheurich.

Für seine erste EP „Jetzt und hier” entscheidet sich der Musiker dafür, neben Gitarre und Gesang noch weitere Instrumente aufzunehmen. In Heimarbeit entstehen erste Song-Skizzen, mit denen es ins Tonstudio geht. Scheurich singt und spielt Gitarre, sein Produzent Florian Becker steuert die anderen Instrumente bei. „Ich möchte für jeden Song alle Instrumente, die der Song braucht, um das Bild und die Tiefe zu erzeugen, die ich mir beim Schreiben gedacht habe”, begründet der Musiker seine Entscheidung. Für dieZukunft möchte Scheurich ohnehin weg vom reinen Solo-Projekt, die Suche nach musikalischen Mitstreiter:innen steht „ganz weit oben auf der To-do-Liste.”

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Auffällig an der Musik von Johannes Scheurich ist die Tatsache, dass er nicht davor zurückschreckt, sich politisch zu positionieren. „Ich möchte mit politischen Liedern eine Reflexion anregen und Leute dazu bringen, ihre Standpunkte nicht zu absolut zu sehen, sondern auch Anders­artigkeit zuzulassen und das als Chance zu sehen.”

Diesen Anspruch formuliert Scheurich auch in seinen Texten: „Der Beinahe-Jackpot” kritisiert die AfD und wirbt für eine tolerante Weltsicht, der Song „Bleib drin” ist ein Appell, während der Pandemie zu Hause zu bleiben. 

  

Genau das hat Johannes Scheurich auch getan und die Zeit genutzt, um an seinem ersten Album zu arbeiten. Mindestens 13 Songs sollen veröffentlicht werden; wieder alle mit kompletten Bandarrangement. Während bei der EP noch alle Beats vom Drumcomputer kamen, hat dieses Mal ein echter Schlagzeuger die Sticks geschwungen. Wesentlich rockiger sei die Platte außerdem geworden und auch vielfältiger, meint Scheurich. Für ihn sei der Lockdown zumindest insofern gut gewesen, „weil ich so viel Zeit hatte, über die Songs nachzudenken und wie man sie am besten umsetzt.” Außerdem hat Scheurich die Zeit genutzt, um Videokonzepte zu schreiben für die fünf Singles, die in den nächsten Monaten erscheinen sollen. Man darf gespannt bleiben, was da noch so kommt!

Hier gehts zum Link: johannesscheurich.de