Im Netz gelandet Leipzigs Insta(r)s

Wir alle verbringen viel zu viel Zeit an unseren Handys. Doch wir haben die Zeit einmal sinnvoll genutzt und uns durch das Dickicht des urbanen Insta-Dschungels gekämpft! Dabei haben wir zwei herausragende Insta(r)s aus Leipzig gefunden: 

Tom Thiele

Leipzig von seiner schönsten Seite

© Tom Thiele
… zeigt Fotograf Tom Thiele. Von Architektur über Blütenmeere bis hin zu spektakulären Luftaufnahmen gibt es vieles auf seinem Account zu entdecken. Tom selbst ist seit über 13 Jahren als Fotograf tätig allein etwa zehn davon hauptberuflich. Wenn er zufälligerweise einmal nicht fotografiert, schwingt er sich aufs Fahrrad, um Gegenden zu erkunden, welche ihm bisher verborgen blieben oder er verbringt Zeit mit der Familie. „Fotografie ist bei mir allgegenwärtig“, erzählt Tom uns und erklärt, dass er immer an neuen Bildideen und -projekten feilt. So ist 2019 auch „Standnamewand“ entstanden. Ein Online-Shop mit zahlreichen, einzigartigen Wandmotiven aus den Großstädten Deutschlands, Leipzig inklusive. Es liegt wohl klar auf der Hand, dass wir wissen wollen, was sein Lieblingsort in Leipzig ist, oder? „Die Innenstadt und alle grünen Oasen“, antwortet er und das können wir dank seinen Bildern sehr gut nachvollziehen. Wir freuen uns auf mehr: Leipzig in Hülle und Fülle!

www.tomthiele.com | www.stadtnamewand.de und instagram.com/tomthiele.fotografie.leipzig/

Jule Amelie

„Mix aus Inspiration, veganen Rezepten,Vintagefunden und Nachhaltigkeit“

© Jule Amelie
… so beschreibt Jule Amelie auf Nachfrage ihren Account. Dabei fallen wohl den meisten zunächst ihre tollen roten Haare auf, die in ihrem Feed allgegenwärtig sind. Seit mehr als drei Jahren lebt Jule nun in Leipzig und hat Berlin den Rücken gekehrt. „Leipzig ist die perfekte Mischung aus Großstadt und Orten zum runterkommen“, sagt sie. Seit zwei Jahren ist sie – als kreativer Ausgleich zum Blogger­leben – auch öfter mal hinter der Kamera, um andere in Szene zu setzen. Mit ihrem Freund (@pauls.diary) hat sie den Account @karla.onthe­road ins Leben gerufen. Hier düsen die beiden mit dem Roller zu Orten in Leipzig, die ihnen gut gefallen und stellen diese dort vor. Einer ihrer Lieblingsorte ist z. B. der Fockeberg und die Gegend herum. „Zu einer bestimmten Zeit im Jahr sieht man dort sogar Glühwürmchen“, verrät sie uns. Im Sommer freut sie sich auf schöne entspannte, warme Abende mit Freunden am Kanal, am See oder auf dem Balkon. Das weckt gleich ein bisschen Sommerfeeling!

www.juleamelie.de und instagram.com/juleamelie/

Nhi Le

Fan saurer veganer Süßigkeiten & feministisch engagiert

© Martin Neuhof | Max Threlfall | Annkathrin Weis
–  ok, „Fan“ trifft es nicht ganz: Nhi liebt vegane Süßigkeiten und hat auf Insta hierfür ein eigenes Ranking. Sie selbst sagt: „Essen ist ein großes Hobby und ich verbringe viel Zeit damit, fleischhaltige Rezepte zu veganisieren.“ – die Rezepte teilt sie auf Insta und Twitter. Neben der Liebe zum Veganismus arbeitet, schreibt und engagiert sich Journalistin Nhi zu Themen wie Feminismus und digitaler Medienkultur. Als Speakerin und Moderatorin kennt man sie noch aus früheren Jahren des Poetry Slams, seit 2012 nahm sie daran sehr erfolgreich(u. a. Landesmeisterin Thüringen 2013) teil und moderierte später die U20 Slams. Mittlerweile hat sie die regelmäßige Kolumne „The Female Gaze“ bei jetzt.de, ist in Videos von MDR Investigativ als Host zu sehen, wurde von „DIE ZEIT“ zu den „100 wichtigsten jungen Ostdeutschen“ gezählt und ganz nebenbei hat Nhi im vergangenen Jahr ihren amerikanischen Masterabschluss von Leipzig aus beendet – Wow!

www.nhi-le.de und instagram.com/nhile_de

DDReudnitz

“Aus der Hood in den Stadtrat”

© Martin Meißner | Sarah Bokeh
– diese Ansage und „Jägerschnitzel Taste Ambassador“ hat Martin in seiner Insta-Bio stehen.Warum? „Einer muss ja die Kids auf TikTok aufklären und das Wissen über Jägerschnitzel an die nächste Generation weitergeben“, schreibt er. Reudnitzer:innen dürfte sein Ostblog schon langeein Begriff sein, bereits seit neun Jahren zeigt er auf Facebook und im Blog die „schönen“ Seiten des Viertels und das mit einer großen „Haha“-Portion. Seit 2019 bringt er nun auch den Leipziger Stadtrat zum Schmunzeln und gibt auf seinen Social-Media-Kanälen einen interessanten, etwas anderen Einblick in dessen Arbeit (neuerdings auch als Pod­cast „Dunkel. Dreckig. Deutlich“). Auf Twitter wird es dann noch ein bisschen mehr politisch als auf seinen anderen Kanälen, wie z. B. seit geraumer Zeit auch TikTok. Den Witz und Servicehintergrund verliert er dabei aber nie aus dem Blick – oder wusstet ihr, dass Fruchtzwerge aus Frischkäsesind? Danke dafür!

www.dunkeldreckig.de und instagram.com/ddreudnitz

Ringo Fotografie

»Das „R“ Steht für Ringo«

© Ringo Fotografie
–  wie bei Ringo Starr! Zwar waren Ringo Schmorls Eltern keine Beatles-Fans, aber ihrem Sohn haben sie trotzdem eine kreative Ader in die Wiege gelegt – und ein Faible für ausdrucksstarke Orte. So sind es u. a. Leipzigs imposante Bauwerke, auf die es der Künstler abgesehen hat. Mal rückt er das Völki, mal den Augustusplatz in ein magisches Morgen- oder Abendlicht – nur von zwölf bis drei hat der Fotograf frei! Manchmal laufen ihm in dieser Zeit auch Menschen (z. B. „die Models“ André und Stefan von All in Sports) vor die Linse – vor allem dann, wenn er nicht gerade im Café Cantona den Kochlöffel schwingt. Mit seiner Canon (6D oder RP) möchte er sich in Zukunftein zweites Fotografen-Standbein aufbauen. Kraft dafür tankt das Allroundtalent beim Bouldern, Radeln und Laufen. Und wann dürfen die Emotionen Pause machen? Nie! Sie sind Ringos drittes Auge und liegen in jeder Momentaufnahme verborgen. Das hätten vermutlich auch die Beatles toll gefunden!

instagram.com/ringofotografie

Annabelle sagt

»Manchmal ist das Leben ganz schön leicht. Zwei Räder, ein Lenker und das reicht!«

© Fotos: Anne-Katrin Hutschenreuter | Robert Strehler
Ergänzen würde „annabelle sagt“ aka Anne-Katrin (aber Anne reicht) Max Raabes Reim eigentlich nur um ein Zitroneneis – das lässt ihr detailverliebtes Autorinnen-Herz nämlich genauso höherschlagen wie Fahrradtouren an den Cossi. Mit ihrem schnieken Pelago (die offizielle Nachfolge des grünen Hollandrads) galoppiert die Social-Media-Queen Tag und Nacht durch Leipzig und tischt euch obendrein hübsch gefiltertes Leckerwissen auf. Kein platter Reifen und kein vom Winde verwehter Pony hält sie von dieser sündhaft schönen Berichterstattung ab – das beweist u. a. ihr Insta-Profil, das sich (fast unend­lich) weit nach unten scrollen, scrollen, scrollen lässt. Nur da das Leben darüber hinaus aktuell nicht nur „happy“Milchschaum-Tulpen und warme Zimtschnecken bereithält, läuft euch die Bloggerin neuerdings auch auf der Straße mehrfach über den Weg: Entweder schlendernd mit „RECUP“-Becher, weil es ihr heißes Lieblingsgetränk gerade nur „to go“ zu kaufen gibt oder schwofend in schwarzer „Abendgarderobe“ auf den Plakaten der jüngsten Club-Rettungskampagne #duhastesinderhand. Die ruft uns nicht nur die brenzlige Corona-Lage auf Leipzigs Tanzflächen in Erinnerung, sondern macht auch darauf aufmerksam, dass mit jeder getrunkenen Düse – das gelbe solidarische Pils – eine Direktspendein die leeren Kassen der Livemusikspielstätten fließt. Schließlich möchte Anne auch künftig ihren Enkel:innen bunte Geschichten „von diesem Nachtleben“ erzählen. Ihr letzter wilder Ilse-Tanz liegt aber schon so lange zurück, dass ihr mittlerweile sogar die tropfenden Kellerwände und verrauchten Klamotten fehlen – ohje!

duhastesinderhand.info 

instagram.com/annabellesagt

Benjamin Diedering

Digital auf der Überholspur

© Benjamin Diedering
Benjamins Bilder(buch)reise startet in Aken an der Elbe, von wo aus er, zunächst als Partyfotograf, die große weite Welt abseits von Sachsen-Anhalt erkundet. Seine furchtlose Abenteuerlust führt ihn (2015) über Uni-Umwege in die Selbstständigkeit, die Gründung der eigenen BDX Media Agentur – damals ein echt mutiger Schritt. Heute, knapp sechs Jahre später, ist der Jungunternehmer unter den Top 100 der Business Punk-Watchlist, posieren Stars und Sternchen wie Kai Pflaume, Juju, H.P. Baxxter oder Lena Gercke vor seiner Linse, füllen seine Motive Kalender und stehen Produktionen für Porsche und RB Leipzig auf seiner To-do. Nachverfolgen lässt sich diese Insta(r)story u. a. in den sozialen Medien – wobei Benajmin 2019 auch den Mumm aufbrachte, seine Erfolgsgeschichte niederzuschreiben. EVERYWHERE heißt sein erstes Buch, in dem ihr euch vom Tatendrang  des Leipzigers anstecken lassen könnt. 

instagram.com/benjamindiedering

Christin Goy

Entschleunigung am Auslöser

© Christin Goy
Ein erster Blick in die analoge Fotowelt von Christin Goy ist wie eine Zeitreise durch Ur-Omas Fotoalbum. Denn die Künstler:innen-Portraits, die uns die Leipzigerin auf ihrem Insta-Profil im Mittel- bis Großformat unter dem Motto „ART IS WORK“ präsentiert, entstehen zum Teil mit Hilfe des Nass-plattenverfahrens, das 1851 von Frederick Scott Archer und Gustave Le Gray entwickelt wurde – ziemlich aufwändig, aber auch ungemein spannend. Ähnlich urteilte die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, die das kostenintensive Projekt mit einem Stipendium förderte. Für Christin bleibt die Arbeit an den Aufnahmen, die vor allem die Gesichter der coronagebeutelten Schauspiel-, Musik- und Kunstszene in den Fokus rücken, aber in erster Linie ein willkommener Ausgleich zu ihrem (sonst) oft stressigen Job als Maskenbildnerin und mehr denn je ein Kontrast zum überwiegend digitalen Alltagsleben.

instagram.com/christin.goy