Hülsenfrucht mit Sex-Appeal Made in Leipzig: Hülsenreich

Bohne, Erbse und Linse sind wohl allen bekannt, aber noch nicht in aller Munde. So wurden vor einigen Jahren gerade einmal anderthalb Kilogramm pro Jahr und pro Person in Deutschland verzehrt. Durch die aktuellen Foodtrends und den zunehmenden veganen Lebensstil stieg dieser Verzehr in den letzten Jahren auf drei Kilogramm. Naheliegend also, einen Hülsenfrucht-Snack ins Leben zu rufen. Wir haben mit Emilie Wegner vom Gründertrio von „Hülsenreich“ gesprochen.

© Marco Warmuth

Die Geschichte startete mit der heute 26-jährigen Emilie Wegner, die in Halle Ernährungswissenschaften studierte. Hier lernte sie, wie gesund Hülsenfrüchte sind und auch, dass diese Ernährungskrankheiten präventiv bekämpfen können. Nebenbei hat Emilie für ihren Foodblog immer wieder experimentiert. So entstanden die ersten Cracker aus Hülsenfrüchten, die im Umfeld gut ankamen. Der gesunde Aspekt und das doch verstaubte Image der Früchte weckte in der Gründerin den Wunsch, leckere gesunde und eiweißhaltige Snacks aus Hülsenfrüchten zu produzieren; ihnen ein neues Image zu geben, zu zeigen, was sie können und wie gut sie schmecken.

© Hülsenreich

Von der Vision hin zum Geschäftsmodell

Aus einer ernährungswissenschaftlichen Vision wuchs ein Geschäftsmodell: „Wir wollen gesunde Snacks machen und es schaffen, dass die Leute im Supermarkt einen Snack kaufen können, der proteinreich, ballaststoffreich, fettarm ist und eine Mahlzeit ersetzen kann“, erklärt uns Emilie. Zu diesem „Wir“ gehören die Mitgründer Gunnar Schulze (36) und Simon Vogt (29). Gemeinsam experimentierten sie ein Jahr lang an der Uni Halle und haben die ersten Produkte, geröstete Kirchererbsen-Snacks, entwickelt. Die Gründung des Unternehmens erfolgte 2019, Mitte letzten Jahres zogen sie dann nach Leipzig um. Denn schnell bemerkten sie, dass die Idee Früchte trägt, der Verkauf gut anläuft, aber sie mehr Platz benötigen. Nach anderthalb Jahren steht nun bald eine erneute Veränderung an: Im Januar 2022 zieht Hülsenreich nochmal um und hat schlussendlich mehr als das Doppelte der aktuellen Fläche. Aktuell gibt es acht Sorten der gerösteten Kichererbsen im Online-Shop, da­runter Paprika, Sweet Onion oder Tomate Basilikum. Alle Produkte sind bio und vegan. Zur Zeit beziehen sie die Erbsen aus Italien, doch das wollen die drei bald ändern. Dafür gab es in Sachsen-Anhalt ein vielversprechendes und erfolg­reiches Anbauprojekt, ein regionalerBezug ist daher in Zukunft nicht ausgeschlossen. Doch warum genau diese Erbse? „Sie ist rund, relativ groß und man kann sie gut greifen“, erzählt uns Emilie. „Die Kirchererbse ist die Hülsenfrucht, die am ehesten Sexappeal hat, das liegt an den aktuellen Trends wie Hummus und Falafel“, so die Gründerin weiter. Im nächsten Jahr sind weitere Sorten geplant, jedoch in süßen Varianten. „Wir zeigen, dass die Kichererbse vielfältig ist, süß und herzhaft funktioniert“, erzählt Emilie. So sind auch Riegel und Müsli ein To-do auf der Liste. Die Produkte von Hülsenreich findet ihr in den Unverpackt-Läden, Ahoi Spätis, kleineren Bio­läden und in einigen Filialen von Konsum, Müller und REWE. Bald folgt auch Rossmann als Verkaufspunkt in Leipzig.

© Hülsenreich

Crowdfunding: Schoko-Knuspies

Für die Umsetzung und Produktion der neuesten Hülsenreich-Entwicklung wird Unterstützung benötigt. Die Herstellung der „Schoko-Knuspies“ ist handwerklich aufwendig und funktioniert ohne Maschinen. Dafür werden knusprige geröstete Kicher­erbsen-Flakes mit veganer Schokolade ummantelt. Das ganze schmeckt dann wie die bekannten Schoko-Crossies, ist aber vegan und ballaststoffreich. Unterstützung erhält Hülsenreich hierfür von einem Schokobetrieb, der sich mit dem Temperieren von vega­ner Schokolade auskennt. Das Crowdfunding ist am 1. November bei Startnext gestartet.

www.huelsenreich.de | Instagram: @huelsenreich

Wir verlosen 3×1 Packung Schoko-Kirchererbsen an euch: www.urbanite.net

© Jule Amelie Pinder