Zart wie die Schöne, wild wie das Biest Made in Leipzig: Belle et la Bête

© Belle et la Bête
Mädels aufgepasst! Getroffen haben wir uns mit der Schmuckdesignerin Tine Pilkenrodt, dem Künstler-Kopf des Leipziger Labels Belle et la Bête. Für uns plaudert die Powerfrau ein wenig aus dem eigenen Schmuckkästchen.

© Belle et la Bête

Sechs Jahre ist es mittlerweile her, seit Tine am heimischen Couchtisch ihr erstes Paar Ohrstecker produziert hat. Sie fing an, ihre Schmuckstücke auf Märkten zum Verkauf anzubieten, und plötzlich entwickelte sich die Wohnzimmeridee Hals über Kopf zu einem festen Standbein: Mit Belle et la Bête gründete die Illustratorin 2013 ihr eigenes Label. Belle – die Schöne – steht für das Zarte, Schlichte, Filligrane. Bête – das Biest – für die wilde, bunte und manchmal verschrobene Seite der selbstangefertigten Teile. Damals bei DaWanda, heute bei Etsy und Selekkt bringt Tine aber auch online ihre Lieblingsteile an die Frau beziehungsweise an den Mann.

Schmuck, Schnack und Schäkerei

Die Anfertigung und Produktion läuft von Teil zu Teil komplett unterschiedlich ab. Mal wird mehr, mal weniger gefädelt, geknipst, gehämmert, gestanzt oder geschliffen. Mittlerweile scheint es, als hätte Tine dabei ihr ganz eigenes Gespür für die schönen Dinge gefunden: Schlichte geometrische Formen definieren ihren Schmuck. Hier und da eine Kombination mit farbigen Perlen, buntem Acetat oder knalligen Steinchen treffen auf Messing, Silber und Gold.

Große Freude bereitet der Designerin aber nicht nur das Experimentieren, damals noch in ihrem Atelier am Lindenauer Markt, sondern vor allem der Kundenkontakt – „der dann am liebsten direkt, da kann man nämlich ganz super so ein bisschen schnacken und viele interessante Leute kennenlernen“, verrät die Designerin. Gerade in den Sommermonaten findet man Tine und ihre Schmuckstücke aka Ketten, Ohrringe, Armbänder und Co. daher auf allerhand Leipziger Kreativ- und Flohmärkten. So hat schließlich auch alles begonnen.

© Belle et la Bête

„Am coolsten ist wirklich dieses Zusammensein“

Im September 2018 wagte die Leipzigerin einen nächsten großen Schritt: Sie eröffnete ihren eigenen Laden. Mit Panta Panta war da plötzlich ein ganzes Reich zum Ausleben und Austoben. Nicht nur in der kleinen Werkstatt hinten dran, sondern eben auch im Verkaufsraum. Liebevoll, minimalistisch und bunt eingerichtet kommen die zarten Schmuckstücke hier richtig gut zur Geltung. Neben den eigenen Schmuckkreationen sind aber auch Illustrationen, Taschen und bonbonfarbene Keramik-Elemente von internationalen Künstlern und Labels zu finden. Mit dem Laden kam auch Friede. Die war zwar schon vorher ein fester Bestandteil in Tines Leben, seit November sind die beiden aber nicht nur Freundinnen, sondern auch Kolleginnen. Und genau das bereitet die meiste Freude: „Am coolsten ist wirklich dieses Zusammensein.“ Und das merkt man bei den beiden auch gewaltig.Unser Gespräch wird gegen Ende durch ein Klopfen an der Ladentür unterbrochen: „Hat der was für uns?“ Der Postmann bringt ein Paket. Für Tine und Friede bedeutet das: Neues Material und Ware zum Ausprobieren und Umdekorieren der Ladenfläche! Das breite Grinsen, der Vorfreude geschuldet, ist auch nach mehreren Minuten noch klar auf den Gesichtern der beiden Frauen zu erkennen. Die beiden sind in ihrem Element.

PS: Wer den Laden auf der Zschocherschen Straße betritt, wird aber nicht nur von den Mädels freundlich begrüßt, auch „Bürohund“ Toni beschnuppert neue Kundschaft gern. Eins der schönsten Trios des Leipziger Westens lädt euch zum analogen Shopping ein! Auf, auf!

Panta Panta

Zschochersche Str. 55, 04229 | Dienstag bis Freitag 13 – 18 Uhr, Samstag 12 – 16 Uhr

UPDATE vom 09.06.2020 // In unserem „Best of Made in Leipzig“ der Support Your Leipzig-Sonderausgabe vom Juni 2020 haben wir bei einigen Leipziger Unternehmen nachgefragt, wie es sich seit unserem letzten Besuch für sie entwickelt hat und wie es ihnen in der aktuellen Situation ergeht. Auch Tine Pilkenrodt, Künstler-Kopf des Leipziger Labels Belle et la Bête stand uns Rede und Antwort:

1. Tine, wie hat sich dein Label Belle et la Bête im letzten Jahr entwickelt? 

Unser Fokus hat sich vor allem durch unseren eigenen Laden Panta Panta sehr stark auf eine regionale Präsenz gelegt. Wir beliefern zwar auch einige andere Läden in und auch außerhalb Leipzigs, aber ein Online Geschäft als solches gab es nicht mehr – dafür fehlte einfach die Zeit.

 
2. Hast du Auswirkungen der Corona-Krise zu spüren bekommen und wenn ja, wie?
Als kleines Label mit einem Laden waren wir natürlich genau so betroffen, wie die meisten kleinen Unternehmen und Läden. An dieser Stelle hieß es für uns alle kreativ werden. Ich fand spannend und erfrischend zu sehen, wie unterschiedlich und wie einfallsreich viele unserer Kolleginnen und Kollegen mit der Situation umgegangen sind. Es wurden Liefer-Service aus dem Boden gestampft, Spendenaktionen ins Leben gerufen, etc. Ich habe temporär einen Online Shop bei Etsy bespielt. Es war überwältigend zu sehen, wie sehr unsere Kundschaft und die Community zu uns gehalten und uns mit ihren Einkäufen und Wünschen supportet haben. Das habe ich auch bei vielen anderen Läden und Labels bemerkt.
 
Auch habe ich einen großen Austausch und gegenseitige Unterstützung innerhalb der kreativen Leipziger Szene, kleiner Läden und Cafés wahrgenommen.
 
3. Was wünscht du dir für die Zukunft? 
Wir wünschen uns natürlich, dass wir weiterhin so ein tolles und treues Publikum haben, denn das gibt uns die größte Krisensicherheit.