RB Leipzig bläst ordentlich Gegenwind ins Gesicht Ost-Derby: Rot-Weiß Erfurt gegen RB Leipzig

Und täglich grüßt das Murmeltier! Will heißen: Es steht mal wieder ein Ost-Derby in der 3. Liga an und damit ist auch automatisch mal wieder Zeit für eine Diskussion um Traditions- versus Kommerzvereine. Schlagworte wie „Tradition gegen Kalkulation“ und „Leidenschaft gegen Berechnung“ dürfen da nicht fehlen – tun sie auch nicht, wie auf den Flyern von Rot-Weiß Erfurt unschwer zu erkennen.

© Geli Megyesi

Bisher ging RB Leipzig mit solchen im Fußball nicht unüblichen Spitzen stets souverän um. Getreu dem Motto: Tradition hat nichts mit Leidenschaft zu tun. Doch ab und an kann sich auch der Erzfeind von Traditions-Anhängern etwas Polemik nicht verkneifen. Als Dortmunds Zweite im vergangenen Jahr in der Red Bull Arena gastierte, wurde RB Leipzig just in Rasenschach Leipzig umgetauft. Damit wurde gleichzeitig BVB-Boss Hans-Joachim Watzke aus dem fernen Osten gegrüßt. Cheftrainer Alexander Zorniger stellt klar: Im Profifußball – egal wo – geht es um Geld. Nicht nur in Leipzig. So nütze auch eine lange Tradition im Falle einer Insolvenz ziemlich wenig.

Gegenwind aus vielen Richtungen

Derzeit weht aus allen Richtungen Gegenwind für den vor knapp fünf Jahren gegründeten Verein. Sportlich stehen die Roten Bullen mit 40 Punkten zwar noch auf dem zweiten Tabellenplatz, was einen direkten Aufstieg in die 2. Bundesliga garantiert. Doch der Rückrundenstart 2014 war alles andere als optimal. Zwei Spiele, zweimal 0 Punkte. Darmstadt kratzt mit 39 Punkten am Aufstiegsplatz und auch Hansa Rostock, Rot-Weiß Erfurt und Wehen Wiesbaden liebäugeln mit der Tabellen-Position der Leipziger. Dass die zwei Pleiten so nicht geplant waren, ist selbstredend. „In der Hinrunde hatten wir auch schon solche Spiele. Der einzige Unterschied ist, dass wir die dann noch gewonnen haben“, sagt Zorniger.

Weiterer Gegenwind kommt aus Richtung der DFL. Es geht um die Lizenzvergabe im Falle des Aufstiegs der Leipziger in die 2. Bundesliga. Der Liga-Präsident Dr. Reinhard Rauball stänkerte gegenüber der Bild-Zeitung: „Wenn ich die beiden letzten Spiele sehe (…), sollte sich der Club vielleicht überlegen, ob das der richtige Weg ist.“ Zorniger spricht bei solchen Aussagen von Populismus. Denn beim nächsten Empfang, wo man auf Sportdirektor Rangnick treffe, sei dann alles wieder nicht so gemeint gewesen.

Fall Kammlott führt zu Fragezeichen

© Tina Reimann
Auch der Fall Kammlott hinterlässt für viele einen bitteren Beigeschmack. Es geht um die Vereinbarung, dass Carsten Kammlott, der im Januar zu seinem Heimatverein Rot-Weiß Erfurt ablösefrei zurück gegangen ist, gegen seine ehemaligen Leipziger Kollegen nicht spielen wird – aufgrund eines sogenannten „Gentlemen’s Agreement“. Die Erfurter Verantwortlichen zeigen Verständnis, die Rot-Weiß-Fans, die Kammlott bei seiner Rückkehr wenig herzlich als „RB-Söldner“ begrüßten, wahrscheinlich nicht und auch bei Leipzigern und RB-affinen Fußball-Interessierten sind Fragezeichen zu beobachten. 

Infos:

Was: 24. Spieltag Dritte Liga FC Rot-Weiß Erfurt gegen RB Leipzig
Wann: 8. Februar 2014 um 14 Uhr
Wo: Erfurt im Steigerwaldstadion

Der MDR überträgt die Partie.

Mehr Infos zu RB Leipzig findet ihr unter www.dierotenbullen.com und zum FC Rot-Weiß Erfurt unter www.rot-weiss-erfurt.de