Was sich am Ende der Saison als Erfolg anfühlt, ist noch ungewiss RB Leipzig gegen Frankfurt: Ähnlich guter Fußball wie in Hinrunde gefordert

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Es geht wieder los! 30 Tage nach der Bayernpleite (3:0) steht das letzte Punktspiel der Hinrunde und erste im neuen Jahr für RB Leipzig an. Gegner ist Eintracht Frankfurt – die neben den Leipzigern zu den Überraschungsmannschaften der Hinrunde gehören. Abriss und Vorausschau. 

Direkt nach dem ernüchternden Spiel gegen die Bayern durften sich die Leipziger Spieler in die Weihnachts- und Winterpause verabschieden, um am 4. Januar ins portugiesische Lagos zu reisen und sich auf die Rückrunde vorzubereiten. Nach der rekordträchtigen Hinrunde – 13 Spiele ohne Niederlage – und Platz 2 in der inoffiziellen Herbsttabelle wurden ein ums andere Mal Zweifel laut, dass die Leipziger in der Rückrunde diesen Platz nicht verteidigen werden. Es wurden Vergleiche zur Sensations-Saison von Hoffenheim 2008 gezogen. 

Nachdem die damalige Mannschaft um Trainer Ralf Rangnick die Herbstmeisterschaft in ihrer ersten Bundesliga-Saison sicherte, fiel sie am Ende der Saison auf den 7. Platz. Rangnick, heutiger Sportdirektor von RBL, meint dazu: Andere Mannschaft, andere Zeiten, andere Umstände. 

Testspielpleite gegen Ajax, Werner immer noch im Fokus, Sieg gegen Schotten

 

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Doch das Testspiel gegen den niederländischen Erstligisten Ajax Amsterdam (5:1) ließ bei einigen Beobachtern ein bestätigendes „Siehste“ purzeln. Auch RBL-Coach Ralph Hasenhüttl war mehr oder weniger geschockt über diese Pleite und warf seinen Spielern laut „Kicker“ u.a. „mangelnde Einsatzbereitschaft und taktische Undiszipliniertheiten“ vor. Zudem bekamen sich im Camp Diego Demme und Timo Werner in die Haare, als Werner im Training einen Mitspieler umgrätschte. Der 20-Jährige steht immer noch im Fokus der Kritik durch seine Schwalbe im Spiel gegen Schalke 04. Selbst bei der Darts-WM in London ist diese Szene Thema gewesen. Deutsche Fans hielten einen Schmähgesang auf den Leipziger. 

Umso wichtiger war das erfolgreich absolvierte Testspiel gegen die Glasgow Rangers, die mit Tausenden von Fans nach Leipzig reisten und die Kneipen der Stadt unsicher machten. Woher die Zahl 8.000 kommt, die vorab in allen Medien zu lesen war, weiß niemand. Das Spiel endete 4:0 vor knapp 19.000 Zuschauern, darunter laut Verein 6.000 aus Glasgow. 

Grandioser Saisonstart wird zur Bürde

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Nun beginnt wieder der Liga-Alltag. Am Samstag, den 21. Januar 2017, stehen sich der Tabellenzweite und der -vierte gegenüber. Dieses Spiel sei besonders wichtig, weil es ein Feedback gebe, wie gut die Vorbereitung lief, so Coach Hasenhüttl. Aber: „Wer glaubt, dass wir uns mehr Druck machen, weil wir so eine glänzende Hinrunde gespielt haben, täuscht sich.“ Doch wer den Verein und seine Ambitionen kennt, kann leicht erahnen, dass das nach dem Aufstieg formulierte Ziel „sorgenfreie Saison zu spielen“ obsolet sein dürfte. Denn nun, da man gesehen hat, dass einiges mehr drin ist, sollte am Ende der Saison auch mehr drin sein. Der Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz höchstpersönlich brachte diesen Stein ins Rollen, als er vor dem Bayern-Spiel zur Schweizer Zeitung „Blick“ meinte: „Wir wissen ja, dass vier die Champions League und zwei die Europa League erreichen – das ist das Minimalziel.“ So wird dieser grandiose Saisonstart schnell zur Bürde. Hasenhüttl ist sich bewusst, dass nun alle auf ein vermeintliches Korrigieren des Saisonziels spekulieren. Doch er meint auch, dass es ein mutiges Ziel sei, die jetzige Position halten zu wollen. Er würde auch „keine Tränen vergießen“, wenn der 6. oder 7. Platz“ rauskäme. „Wir wollen in der Rückrunde ähnlich gut Fußball spielen. Aber was sich am Ende der Saison als Erfolg anfühlt, kann ich heute noch nicht sagen“.

Und sonst so?

 

Neuzugang Upamecano

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Am vergangenen Freitag wurde der lang umworbene Innenverteidiger Dayot Upamecano vom großen Bruder Red Bull Salzburg verpflichtet. Der Franzose bekam einen Vertrag bis Juni 2021. Das 18-jährige Talent wurde von verschiedenen Clubs gejagt. So wurde berichtet, dass Bayern München, Real Madrid, FC Barcelona und von Manchester United an ihm dran waren.

Laut Hasenhüttl ist Upamecano eine Option fürs kommende Spiel – „spätestens, wenn Willi Orban seine 5. Gelbe Karte kassiert und gesperrt ist.“

Orban – Gelbsperre droht

„Wenn die fünfte kommt, dann kommt sie. Wir haben einen guten Kader und können jeden ersetzen.“ (siehe Upamecano)

Emil Forsberg – 3 Spiele Sperre

Für das Foul an Philipp Lahm muss Forsberg nun drei Spiele aussetzen. Hasenhüttl: „Das schmerzt. Aber es ist wichtig, dass eine Mannschaft nicht von einem einzigen Spieler abhängig ist.“

Naby Keita – schmerzfrei nach Rückenproblemen

Nachdem der Rücken im Testspiel gegen die Rangers zumachte, wurde der 21-Jährige geschont. Die letzten Tage war er schmerzfrei. Doch Hasenhüttl erinnert: „In den ersten Spielen der Saison haben Naby und Emil auch nicht gespielt, und wir haben trotzdem gepunktet.“

Verbindung Hasenhüttl, Niko Kovač und RB

Beide waren zur selben Zeit Spieler des FC Bayern München. Hasenhüttl schmunzelnd: „Als er Profi bei Bayern war, stand ich auf dem Nebenplatz.“ Kovač bestritt 34 Spiele für den Rekordmeister. Hasenhüttl spielte zu der Zeit für die Amateure des FC Bayern.

Zudem war Kovač von 2006 bis 2009 Spieler von Red Bull Salzburg, von 2009 bis 2011 Trainer der Salzburger Jugend und von 2011 bis 2012 Co-Trainer der ersten Mannschaft. 

Kalte Temperaturen am Spieltag 

Laut Wettervorhersage sollen es am Samstag -5 Grad werden. Willi Orban meint dazu: „Durch das Adrenalin merkt man die Kälte nicht so. Und wer friert, soll schneller rennen.“

Spiel(er)infos:

Ausfälle: 

Emil Forsberg (Rotsperre)

Lukas Klostermann (Kreuzbandriss)

Gelbsperre droht: 

Willi Orban (4 Gelbe Karten)

Was: 17. Spieltag, 1. Bundesliga – RB Leipzig (2.) gegen Eintracht Frankfurt (4.) 

Wann: Samstag, 21. Januar 2017, 18:30 Uhr 

Wo: Red Bull Arena 

  

Das Spiel ist ausverkauft