Zu Hause steht ein Hofbräuhaus ... Rezept: Brezeln mit Obazda

Zu Hause steht ein Hofbräuhaus – eins, zwei, g’suffa! Schon wieder fällt das Oktoberfest in München aus. Doch anstatt Trübsal zu blasen, machen wir einfach das Beste daraus, denn sind wir mal ehrlich: Wer möchte sich schon freiwillig bei drittklassigen Schlagerhits zwischen schwitzenden Bierbäuchen und faltigen Dirndl-Dekolletés stundenlang zum Imbissstand hindurchzwängen, um dann, dort angekommen, ein halbes Vermögen für eine mickrige Brotzeit hinzublättern. Da machen wir uns doch lieber bei selbst gemachten Brezeln und Obazda eine Mordsgaudi zu Hause, oder was meint ihr? Also dann, pack mas!

© Sandra Petz

Zutaten

Brezel-Teig
• 250 g Mehl
• 150 ml Milch (lauwarm)
• ½ TL Salz
• ½ Würfel Hefe
• ½ TL Zucker
• 20 g Butter
• grobes Meersalz zum Bestreuen der Brezeln

Lauge
• 1 Liter Wasser
• 3 EL Natron

Ergibt: ca. 8 Brezeln
Kosten: 4 Euro | Zubereitungszeit: ca. 3 Stunden (inkl. Geh- und Ruhezeiten)

Obazda
• 200 g Camembert oder Brie
• 30 g Butter
• 1 mittelgroße rote Zwiebel (sehr fein gewürfelt)
• 2 EL saure Sahne
• ½ TL Paprika rosenscharf
• 1 TL Paprika edelsüß
• 1 TL mittelscharfer Senf
• 30 ml helles Bier
• nach Geschmack: Salz, Pfeffer, Kümmel (gemahlen)
• Schnittlauch zum Garnieren

Ergibt: die perfekte Menge für eure Brezeln.
Kosten: 5 Euro | Zubereitungszeit: 10 Minuten (+ Durchziehenlassen im Kühlschrank)

© Sandra Petz

Zubereitung Brezeln

Schritt 1 Als Erstes verrührt ihr eure Hefe mit ein paar Tropfen Milch und dem Zucker. Diese hübsche Pampe lasst ihr 15 Minuten bei Zimmertemperatur gehen. Danach verknetet ihr diese Hefemasse mit Salz, Mehl, der restlichen Milch und der Butter und erhaltet sodann einen Hefeteig, den ihr noch einmal ca. 30 Minuten abgedeckt und im Warmen gehen lasst. Das Volumen des Teiges sollte sich nach dieser Entspannungsprozedur verdoppelt haben (kennt ihr vielleicht aus diversen All-inclusive-Urlauben von euch selber).

Schritt 2 Auf einer bemehlten Arbeitsfläche wird der Teig nun noch einmal durchgeknetet und im Anschluss zu einer Rolle geformt, die ihr in ca. acht gleich große Stücke schneidet. Aus jedem Teil rollt ihr nun eine ca. 30 cm lange Wurst, die in der Mitte etwas dicker ist. Die beiden Enden der Rolle schlagt ihr nun zweimal übereinander und presst den entstandenen Zipfel zurück an die Mitte. Profitipp: Wenn ihr gerade nur „Bahnhof“ verstanden habt, schaut einfach im Internet nach entsprechenden Videos zum Brezelformen.Wir selber können es nicht besser erklären, nur lauter. Legt dann ein Geschirrtuch über die Brezeln und lasst sie weitere 15 Minuten gehen.

© Sandra Petz

Schritt 3 Nach dieser erneuten Entspannung müssen die Brezeln nun für eine Stunde unbedeckt in den Kühlschrank. Jetzt wirds spannend, es geht nämlich an die Lauge. Wenn ihr damals im Chemieunterricht aufgepasst hättet, müssten wir euch das jetzt nicht erklären, aber urbanite füllt natürlich auch diese peinliche Wissenslücke mit dem größten Vergnügen: Kocht das Wasser in einem Topf auf und gebt das Natron vorsichtig nach und nach hinzu. Die Brezeln kommen nun einzeln für 30 Sekunden in die kochende Lauge. Dies gelingt am besten mit einem Schaumlöffel oder Pfannenwender. Nachdem ihr die Brezeln ein bisschen habt abtropfen lassen, gebt ihr sie auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech und bestreut sie mit grobem Salz. Wenn ihr euch gefragt habt, wann ihr eure Schätze endlich in den Backofen schieben könnt, kommt hier die Antwort: jetzt. Und zwar auf die mittlere Schiene in den nicht vorgeheizten (!) Backofen bei 220 °C für ca. 18 bis 20 Minuten. Danach erwartet euch ein Blech mit goldbraunen und herrlich duftenden Brezeln, die nur darauf warten, mit leckerem Obazda verspeist zu werden.

© Sandra Petz

Zubereitung Obazda

Schritt 1 Entfernt von eurem Käse die Rinde (macht sich am besten, wenn er gut gekühlt ist), schneidet ihn in kleine Stücke und gebt ihn sodann in eine Schüssel.

Schritt 2 Fügt die restlichen Zutaten, bis auf Zwiebel und Schnittlauch hinzu und zerdrückt das Ganze mit einer Gabel. Nun könnt ihr eure klein gehackte Zwiebel untermengen und euren Obazda noch für ein bis zwei Stündchen im Kühlschrank ruhen lassen. Kurz vor dem Servieren noch einmal mit Salz, Pfeffer und Kümmel abschmecken, mit klein gehacktem Schnittlauch garnieren und dann: An Guadn!