Veranstaltungen im Leipziger Studentenkeller „StuK ist nicht nur Saufen“

 

Der StuK (Leipziger Studentenkeller e.V.) ist eine feste Instanz in Leipzig. Vor allem, wenn es darum geht, dienstags noch einen draufzumachen. Weil sich diese Dienstage jedoch ein bisschen in Nacht und Nebel umhüllen, trafen wir uns einmal bei Tageslicht gegen Mittag mit Clubchef Weini und Jonny, der sich um die Öffentlichkeitsarbeit kümmert. Die beiden Vereinsmitglieder des Leipziger Studentenkeller e.V. erzählten uns, warum der StuK nicht nur „Saufen“ ist und was Poetry Slam mit den verschiedenen Arten des Koitus aus dem Kamasutra zu tun hat. Türen auf:

© Polymorphic Decay
„1997 wurde der Verein Leipziger Studentenkeller e.V. gegründet. Damals war hier unten noch alles Heizungskeller, welcher von den ehrenamtlichen Leuten mit Spitzhacken und Schaufeln erstmal ausgehoben werden musste. Bis heute passiert hier weiterhin alles ehrenamtlich, sodass die meisten Sachen, die hier gestaltet werden, einfach von den Vereinsmitgliedern gemacht werden. Zur Zeit sind wir 50 aktive“, erzählt uns Weini, dem man seine Liebe zum StuK auf Anhieb anmerkt. 

Die Arbeit im und für den StuK ist eben eine Herzensangelegenheit. Und das, obwohl das Baby vieler Vereinsmitglieder gar nicht mal so klein ist. Genauer gesagt, ist der StuK deutschlandweit der größte Studentenclub innerhalb eines Wohnheims – und auch für Leipzig steht er via Definition für DEN Gemeinschaftsraum aller Wohnheime der Messestadt. In

© StuK Leipzig
Sachen Gemeinschaftlichkeit zählt der Club ja ohnehin zu einer der Plattformen, wo sich auch mal zwanglos kennengelernt werden darf. Jonny erzählt uns, dass „das Publikum hier einfach relativ offen und kontaktfreudig ist. Gerade wenn du neu nach Leipzig kommst, ist der StuK eine tolle Gelegenheit, um neue Leute kennenzulernen und zu netzwerken. Das liegt einfach auch am hohen Studentenanteil. Laut Facebook sind 80% unserer Gäste Studenten. Es heißt hier ‚von Studenten für Studenten‘.“ Nicht zu vergessen auch der Slogan „Where everybody knows your name“ … 

Konsequenterweise sind ganz dem Publikum entsprechend die Preise weiterhin günstig geblieben. Das Bier gibt’s für 2€, der Eintritt liegt nach wir vor bei 1€ (für Nicht-Studenten 3€). 

Doch trotz moderater Bierpreise versteht sich der StuK keineswegs nur als Saufschuppen. „Wir manifestieren auch unsere kulturellen Standbeine. Jeden ersten und dritten Donnerstag im Monat findet so zum Beispiel das ‚Seitenquiz‘ statt, eine Art von „You Don‘t Know Jack“ aus den 90ern. Jeden dritten Freitag kommen die Jungs von Leipzig e-Sports zu uns und so wurde beispielsweise das Counterstrike-Turnier in Malmö hier live übertragen und zusammen geschaut. Weiterhin veranstalten wir jeden ersten Freitag im Monat mit dem ‚Retro Games‘ einen Retrogaming-Abend, an dem wir alte Röhrenfernseher aufstellen und dann an verschiedensten Konsolen gezockt werden kann.“ Wem das zu nerdig klingt, der sollte sich vielleicht lieber den zweiten Montag im Monat schon mal vormerken. „Mit Leonie Warnke veranstalten wir ‚Lesen für Bier‘.

© Carolin Schreier
Das Konzept: Die Leute bringen einen Text mit. Der Slammer trägt dann diesen Fremdtext vor. Dann gewinnt entweder der Slammer für seinen Vortrag oder der Text an sich. Und je nach Ausgang gibt’s dann ein Bier für den Slammer oder eben den Textverfasser. So wurden schon Beiträge vom Einkaufszettel über die Google-Maps-Beschreibung des Alfred-Kunze-Sportparks bis hin zum holländischen Fahrschein oder auch die verschiedenen Arten des Koitus aus dem Kamasutra unterhaltsamst vorgetragen. Es ist der Hammer, wie es die Slammer schaffen, selbst eine Bedienungsanleitung gekonnt vorzutragen.“ Der vierte Freitag im Monat bietet außerdem Platz für Livekonzerte. Punkt. Das ist ‘ne Menge! Langweilig wird es so gewiss nicht – ob man sich abschießen, quizzen, kennenlernen, zocken, tanzen oder einfach nur einen schönen Abend mit Freunden und denen, die es vielleicht noch werden, verbringen möchte. Prost!