Bauhaus und mehr Unterwegs im Leipziger Umland #4: Dessau- Roßlau

Zu Dessau-Roßlau fällt den meisten wahrscheinlich sofort das Stichwort „Bauhaus“ ein. Aber welche spannenden Entdeckungen hat die anhaltinische Doppelkleinstadt noch zu bieten? Das erfahrt ihr alles im vierten Teil unserer Umland-Reihe.

Zu Dessau-Roßlau fällt den meisten wahrscheinlich sofort das Stichwort „Bauhaus“ ein. Aber welche spannenden Entdeckungen hat die anhaltinische Doppelkleinstadt noch zu bieten? Das erfahrt ihr alles im vierten Teil unserer Umland-Reihe.

© Stiftung Bauhaus Dessau / Foto: Meyer, Thomas, 2017 / OSTKREUZ

Moderne Architekturgeschichte

Weniger als eine Stunde ist man mit der S2 oder dem Regionalexpress von Leipzig nach Dessau unterwegs. Wenn man der Beschilderung vom Hauptbahnhof aus folgt, kann man das Highlight der Stadt kaum verfehlen: Die als UNESCO Welterbe ausgezeichneten Bauhausstätten. Im Jahr 1925 zog das Staatliche Bauhaus von Weimar nach Dessau. Hier entstand ein Jahr später das berühmte Gebäude mit dem auffälligen Schriftzug. Zurzeit ist es leider von einem Gerüst eingehüllt, da wichtige Sanierungsmaßnahmen zum Erhalt durchgeführt werden müssen. Für Architekturfans gibt es in der sehr weitläufigen Stadt noch mehr als 300 weitere Bauhaus-Gebäude zu entdecken, wie zum Beispiel die Meisterhäuser, die Laubenganghäuser oder das Kornhaus an der Elbe. Bitte beachtet, dass nicht alle Gebäude für einen individuellen Rundgang geöffnet sind. Oft werden aber Führungen angeboten. Wenn ihr immer noch nicht genug von der avantgardistischen Kunstschule habt, könnt ihr noch das 2019 eröffnete Bauhaus Museum in der Innenstadt von Dessau besuchen. Der große gläserne Kubus am Rande des Stadtparks widmet sich weniger den bekannten Werken der Meister des Bauhauses, sondern den Entwürfen und Experimenten der damaligen Studierenden. Von Möbeln über Keramik bis hin zu Heimtextilien wird das Lernen und Arbeiten am Bauhaus anhand von über 1.000 Objekten sichtbar gemacht.

© Cindy Hiller

Museen für jeden Geschmack

Doch Dessau hat noch viele andere Museen zu bieten. Am Rande der Altstadt steht beispielsweise der Johannbau. Er ist der einzige noch bestehende Flügel des ehemaligen Schlosses. Denn Dessau war seit dem Jahr 1471 die Residenz der Fürsten von Anhalt und später der Herzöge von Anhalt-Dessau. Heute befindet sich in dem Schlossrest das Museum für Stadtgeschichte. Hier erfährt man alles über die mehr als 800-jährige Geschichte dieses Ortes zwischen Mulde und Elbe.

Wer danach immer noch nicht genug von Museen hat, kann dem Museum für Naturkunde und Vorgeschichte, dem Technikmuseum „Hugo Junkers“, dem Schiff­bau-und Schifffahrtsmuseum oder der Anhaltinischen Ge­mäl­degalerie noch einen Besuch abstatten.

© Cindy Hiller
Museum für Naturkund und Vorgeschichte

Rund ums Rathaus

Da im Zweiten Weltkrieg mehr als achtzig Prozent der ehemaligen Stadtbebauung zerstört wurde, ist von der einstigen Pracht der Residenzstadt wenig übrig geblieben. Die Innenstadt um den Markt herum ist hauptsächlich geprägt von der Plattenbauarchitektur der DDR. Aber auch die hat ihren Charme und Liebhaber:innen dieser Kunst- und Bauepoche können bei einem aufmerksamen Stadtspaziergang auf ihre Kosten kommen. Geprägt wird der Marktplatz allerdings von dem gewaltigen Rathaus. Es entstand in den Jahren 1898 bis 1901 und hat mit 73 Metern den höchsten Turm der Stadt. Nicht weit davon entfernt steht die Marienkirche. Auch sie wurde 1945 stark beschädigt und war danach lange eine leer stehende Ruine. Erst im Jahr 1987 begann man sie zu beräumen. Beim Wiederaufbau wurde die Kirche innen eher schlicht gehalten und wird heute hauptsächlich als Veranstaltungsort genutzt. Kulinarisch ist Dessau ziemlich gut aufgestellt. Gerade um den Marktplatz finden sich einige Cafés und Restaurants. Empfohlen werden das Schlemmer-House und das Brauhaus Zum Alten Dessauer. Dort gibt’s alles, was das Herz begehrt von Würzfleisch bis Burger.

© Cindy Hiller

Aktive Stadttour

Wenn ihr gerne mit dem Rad unterwegs seid, ist Dessau perfekt geeignet, denn es gibt keine nennens­werten Erhebungen, die ihr bewältigen müsst. Angeboten werden zwei ausgeschilderte Touren, die ihr entdecken könnt. Zum einen gibt es die Bauhausbauten-Radtour, die direkt am Hauptbahnhof beginnt und an allen wichtigen Gebäuden vorbeiführt. Zum anderen gibt es die sehr ausgedehnte Gartenreichroute Fürst Franz, die bis ins Dessauer Umland führt. Der Weg führt vorbei an den kleinen Schlössern Mosigkau und Luisium bis hin zum Gartenreich Dessau-Wörlitz. Für Naturfreund:innen liegt unweit der Stadt das Biosphärenreservat Mittelelbe. Auch hier könnt ihr dank des weitverzweigten Radwegenetzes schöne Touren unternehmen.

Infos: www.visitdessau.com | www.bauhaus-dessau.de

Dessau DSCN9418.jpg
© Cindy Hiller

Event-Highlights

Xist*innen: Ein Metabolistisches Labor nach Solomon Nikritin | 10. – 14.11.2021
Performative Installation mit Workshops

Der Zauberer von Oz | 21.11.2021
Premiere des Stücks im Anhaltinischen Theater

Adventsmarkt | 11.-12.12.2021
von 11 bis 19 Uhr, Wasserburg Roßlau

Vormerken: Kurt-Weill-Fest | 25.02.-13.03.22
Jährliches Musikfestival zu Ehren des aus Dessau stammenden Komponisten