#ohneunsistsstill Wenn die letzten Paukenschläge verstummen

Stellt euch mal vor, was wäre, wenn wir ein Konzert besuchen wollen, aber nicht reinkommen, weil niemand die Tickets checkt und die Türen zum Club aufschließt? Stellt euch mal vor, was wäre, wenn wir die Künstler:innen auf der Bühne nicht sehen können, weil wir zu weit hinten in der jubelnden Crowd stehen und sich niemand um die richtige Beleuchtung kümmert? Stellt euch mal vor, was wäre, wenn wir uns ein ganzes Jahr auf die Leipziger Buchmesse freuen und sie dann nicht stattfindet, weil es niemanden gibt, der für die Organisation und den Aufbau sorgt? Stellt euch mal vor, was wäre, wenn der Teamspirit des Unternehmens mit einer grandiosen Weihnachtsparty gestärkt werden soll, aber Veranstaltungsorte wie das Nachtcafe Leipzig aufgrund der Pandemie schließen müssen?

© Kulturgesichter Leipzig

Was wäre, wenn die Pandemie überstanden ist, uns der Kulturkonsum aber weiterhin verwehrt bleibt – vor allem, weil wir während der Pandemie die Held:innen hinter den großen Bühnen vergessen haben? Der:die Hausmeister:in von nebenan, Techniker:innen, die uns das Bühnenerlebnis, die Orchesterpremiere oder die Talkshows erst richtig zugänglich machen. Es geht um die Venues und deren Barkeeper:innen, die uns die Clubgänge durch ihre leckeren Drinks erst versüßen.

Damit Kultur(-Genuss) für alle Instanzen auch nach Corona möglich bleibt, wird ab dem 18. Dezember 2020 die Portraitkampagne der Kulturschaffenden aus Leipzig ins Leben gerufen. Die Aktion steht unter dem Hashtag „ohneunsistsstill“, welcher für eine deutschlandweite Initiative in der  Veranstaltungsbranche steht. Damit soll auf den Wirtschaftszweig aufmerksam gemacht werden, der mit am meisten von Corona betroffen ist. Parallel dazu wird in Leipzig ab 21. Dezember 2020 eine Plakatkampagne starten, die darüberhinaus für Sichtbarkeit innerhalb der Stadt sorgen soll. Online könnt ihr euch jederzeit unter: www.kulturgesichterleipzig.de oder auf der Facebookseite der Kulturgesichter Leipzig über die Kamgane informieren. Mit der Zurschaustellung von Gesichtern, die hinter den gerade stillgelegten Berufen stehen, soll gezeigt werden, dass es dabei um Existenzen geht. Es geht um Familien, deren finanziellen Rücklagen bald ausgeschöpft sind und um Menschen, die in ihrem Kulturabschnitt ihre berufliche Bestimmung gefunden haben, welche durch den Einschnitt in die Kultur bald verloren gehen könnte. Auf diese Weise soll auf die Problematik der Menschen aufmerksam gemacht werden, die Leipzig erst (mit) lebenswert machen.

Ihr möchtet helfen? Nutzt den Hashtag #ohneunsistsstill und teilt die Aktion auf Social-Media. Beträge zu der Aktion findet ihr sowohl auf Facebook als auch auf Instagram. Teilen erwünscht! Außerdem könnt ihr an die allgemeine bundesweite Aktion „Kulturgesichter 0231“ spenden, wodurch ihr die Mitarbeiter:innen hinter diesen Aktionen unterstützt.

Weitere Infos dazu findet ihr unter: www.kulturgesichterleipzig.de