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Die Blumen des Bösen

Während in Paris ganze Stadtviertel vernichtet werden, um für die breiten Boulevards Raum zu schaffen, während gläserne Passagen die mittelalterlichen Gassen ersetzen und Gaslaternen die Grenze zwischen Tag und Nacht verwischen, beginnt Baudelaire eine Revolution der Literatur. Die Verschmelzung des scheinbar Unvereinbaren – Themen des Abgründigen, Extremen und des Ennui gefasst und sprachlich verdichtet in der klassischen Form der romantischen Liebeslyrik – eben das
war der erste Schritt auf dem Weg in die Moderne. Und kaum war mit „Les Fleurs du Mal“ das erste Werk Baudelaires 1857 erschienen, folgte ein Strafprozess mit der Anklage der Amoralität und Blasphemie. Einige Gedichte wurden zensiert, alle gedruckten Exemplare beschlagnahmt. Baudelaires radikale Subjektivität und unablässige Suche nach dem Augenblick sowie die Vermutung des Schönen gerade da, wo keiner sie ahnt, öffnen den Raum für eine Umsetzung ins Figurenspiel. Die Texte sind durchzogen vom Phänomen der Synästhesie, einer Verschränkung der Sinneswahrnehmungen. Die Inszenierung folgt dieser Spur im Zusammenspiel von Figur, Stimme, Musik und lässt die irisierende Schönheit des Abgründigen aufscheinen. Jede Begegnung mit den „Blumen des Bösen“ ähnelt dem Betreten eines Labyrinths. Das Bekannte tritt neu und irritierend in
Erscheinung. Es ist zuweilen „erschreckend und grandios für jeden“ (Marcel Proust).
Für diese „Blumen des Bösen“ sind eine Reihe individueller Aufnahmen von verschiedenen Sprecherinnen in französischer, deutscher und englischer Sprache entstanden.

Nächster Termin

Donnerstag, 03.02.2022

Beginn

20:00 Uhr
Hähnelstraße 27
04177 Leipzig

Eintritt Hinweise

10,- / 15,- / 20,- Euro | Familientickets: 20,- / 30,- Euro | Einzelticket Kinder: 5,- Euro
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