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Niemandsland und Musterdorf. Fotoreportagen von Bettina Flitner 1990/2014

„Was fühlen Sie jetzt?“ — diese Frage stellt die Kölner Fotografin Bettina Flitner im Frühsommer 1990 Menschen aus Ost und West, als sie den nun brachliegenden Grenzstreifen der ehemals geteilten Stadt Berlin erkundet. Deutsch-deutsche Geschichte beschäftigt sie auch fortan und ein knappes Vierteljahrhundert später begibt sie sich im einstigen „sozialistischen Musterdorf“ Mestlin (Mecklenburg-Vorpommern) auf retrospektive Spurensuche unter der Fragestellung „Was ist die DDR für Dich?“. In Schwarz-Weiß gehalten die eine, in Farbe die andere. Stadtaufnahmen hier, Porträts vom Land dort: Auf den ersten Blick scheinen die Fotoreportagen widersprüchlich. Das verbindende Element ist die Herangehensweise von Bettina Flitner. In beiden Projekten kombiniert sie Bildkompositionen und Zitate — sensibel, individuell und voller Respekt den Porträtierten gegenüber. Diese Bild-Textkombination ist das Markenzeichen der Fotografin. Umbrüche, Widersprüche und Eindrücke sind es, die sie sucht und ins rechte Licht setzt. Immer stehen die Menschen dabei im Mittelpunkt. Ihre Antworten auf Bettina Flitners Fragen nach dem „Was wird?“ — „Was bleibt?“ zeugen von Freude und Frust, von Gleichgültigkeit und Betroffenheit, von Ängsten, Hoffnungen und Enttäuschungen. Das Zeitgeschichtliche Forum Leipzig zeigt erstmals eine Kombination beider Serien und präsentiert damit ein vielschichtiges Panorama der spannungs- und verwerfungsreichen Transformationsphase in Ostdeutschland seit 1989.

Termin

Freitag, 28.10.2022

Beginn

09:00 Uhr
Grimmaische Str. 6
04109 Leipzig
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