Leipzig

Voodoo Beach

Der Mond steht von starren Wolkenschlieren verbrämt über dem nächtlichen Meer. Es stellt sich die Frage: bleiben sie dort, die zarten Wolken, auch wenn der alte Kalktrabant weiterdreht, um das Wasser mitzuziehen? Sie haben sich eingerichtet, in ihrer Luftschicht, scheinen zu verharren, wie ein paar sture Vögel, die sich nicht einmal durch Gewehrsalven von der Oberleitung verscheuchen ließen. So oder so: da am Strand, mit den reglosen Wolken und unter der Gemächlichkeit der weißen Scheibe, ist alles still, liegt der Sand in Frieden, wird vom Salzwasser mehr massiert als dass die Brandung ihn in Aufruhr versetzte. Das Feuer, aus getrocknetem Treibholz geschichtet, glimmt vor sich hin, atmet in ruhigen Zügen die salzige Luft, scheint kurz vor dem Einschlafen. Ein lebendiges Stillleben.
Dann passiert etwas. Ein Sturm zieht auf, und die groben Holzstücke glimmen immer stärker, bis sich die Flammen auf den weitgereisten Oberflächen entzünden. Während die Wellen heftiger werden, der Sand aufwirbelt, die Flammen und Funken der Dunkelheit nun lodernd die Stirn bieten, kommen von der Straße drei Gestalten auf den Lichtkreis zugeschritten. Sie scheinen den Sturm mitzubringen, vor dem sogar die Krebse flüchten. Zwei Frauen und ein Mann, sie setzen sich auf den Boden, verteilen sich symmetrisch ums Feuer, in dem sich ihre Verbindungslinien kreuzen und dessen Flammen im Auge des Sturms ganz ruhig werden – als hörten sie auf die Gesetze einer außerirdischen Natur, während der nun wütende Wind bereits die angrenzenden Strandhütten verwüstet, Palmen abknickt, die Boote losmacht.

Eintritt frei, aber Konzertbesuch nur mit Premierenticket möglich.

Termin

Samstag, 15.10.2022

Beginn

21:00 Uhr
Bosestraße 1
04109 Leipzig

Eintritt Hinweise

Eintritt frei, aber Konzertbesuch nur mit Premierenticket möglich.
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