Pop in Serie | Jazz zu zweit | Vier wie wir | Allein am Klavier 4 x neue Musik aus Berlin: Lalume, Till Brönner, DinoSound und Nils Frahm

Wie jeden Monat haben wir auch im Januar wieder Label-Listen und Blogs durchforstet, um die spannendsten neuen Releases aus und zu Berlin zuammenzustellen. Das hier sind unsere Highlights zum Jahresbeginn ...

Lalume: Satisfy

© Lalume
Bereits seit November bastelt das norwegisch-australische Duo Lalume an einer Single-Serie, in der die beiden Wahlberliner bis September diesen Jahres einen Song pro Monat veröffentlichen wollen, ehe sie mit ihrem Longplayer-Debüt (das derzeit im Funkhaus entsteht, siehe weiter unten) den Schlusspunkt ihres ersten Kapitels setzen. Nach den verhaltenen Soundscapes von „Clouds“ und dem elektropoppigen „Juno“ ist das elektrisiert puckernde, klar an Goldfrapp erinnernde „Satisfy“ der jüngste und bislang spannendste Beitrag der Reihe. Zu hören sind die bereits erschienenen sowie alle künftigen Songs über den Soundcloud-Kanal der Formation.

Till Brönner: Nightfall

© Sony Music Entertainment
Vom Newcomer zum Superstar: Gemeinsam mit dem Freiburger Bassisten Dieter Ilg veröffentlicht unser aller liebster Startrompeter Till Brönner mit „Nightfall“ ein neues Album, das zugleich den ersten Koop-Release der deutschen Jazz-Musiker bildet. Auf diesem sind neben drei vergnüglich freifliegenden Eigenkompositionen vor allem souverän aus dem Fenster gelehnte Interpretationen von Evergreens aus Pop, Klassik und natürlich Jazz zu hören, von Bach bis Beatles („Eleanor Rigby“), von Johnny Green bis Jerome Kern.

DinoSound

© DinoSound
„Not much to say here: We love music and we love it loud!“ – so beginnt und endet die Band-Biografie, die sich DinoSound auf ihre Facebook-Page getippt haben. Wir unterschreiben, dass damit das Wichtigste bereits gesagt ist, möchten aber doch hinzufügen, dass sich die vier Berliner*innen um den einstigen Placenta-Bassisten Florin Kerber mit ihren himmelstürmenden Rocksongs unverblümt bei den großen Kollegen von den Foo Fighters bedienen. Nicht voll originell, aber voll gut.

Nils Frahm: All Melody

© Alex Schneider
Nils Frahm, Wunderkind der deutschen Neoklassik-Szene und spätestens seit seinem Soundtrack zum One-Take-Kino-Klassiker „Victoria“ kaum noch heimlicher Popstar, ist mit neuem Album zurück: Zwei Jahre hat der langjährige Berliner an „All Melody“ gearbeitet, auf dem er sich noch ein Stück weiter vom klassischen Klavier entfernt und mit Harmonium, Synthie und Drum-Machine sowie erstmals ein wenig Hilfe seiner Freunde mit oft tiefmelancholischen, bisweilen verblüffend clubbigen Kompositionen an der Ur-Melodie arbeitet.
 
Der Pianist ist übrigens auch seit einiger Zeit der gute Geist im Funkhaus und neben seinem eigenen Studio auch für die Programmgestaltung des geschichtsreichen Schmuckstücks mitverantwortlich. Damit geht unmittelbar nach vier (!) bereits ausverkauften Solo-Shows an selber Stelle auch der Samstag (27. Januar) auf seine Kappe, wenn das Londoner Avantgarde-Label Erased Tapes mit einem zweitägigen Festival an der Spree Halt macht. Unter anderem im eklektischen Line-Up vertreten: Produzent Rival Consoles, Highspeed-Pianist Lubomyr Melnyk und das Chamber-Jazz-Kollektiv Penguin Cafe. Hingehen!