Von CBD bis Johanniskraut Mit Heilpflanzen durch den Berliner Winter

Hin und wieder erwischt der Winterblues auch die Hauptstadtbewohner. Es gibt verschiedene Arten, damit umzugehen. Die einen nehmen ihn stoisch hin und warten, bis er sich wieder verflüchtigt. Die anderen versuchen, ihm mit Bewegung oder mit hellem Licht entgegenzuwirken. Und wieder andere schauen sich nach natürlichen Mitteln um, welche die Laune heben können. Erste Anlaufstelle ist natürlich oft das Internet. Aber wer in Berlin lebt, hat auch zahlreiche Möglichkeiten, Heilpflanzen vor Ort zu kaufen. Damit werden nicht nur regionale Unternehmen unterstützt - das Stöbern und die Beratung in einem kleinen Geschäft sind Erlebnisse, die keine Webseite ersetzen kann. Neben losen Kräutern sind zunehmend auch natürliche Nahrungsergänzungsmittel gefragt. Eines der beliebtesten ist CBD, ein Stoff, der aus der Hanfpflanze gewonnen wird. Im Gegensatz zu vielen anderen pflanzlichen Mitteln ist die Nutzung von CBD ein relativ junges Phänomen. Zwar wird Hanf bereits seit Jahrtausenden medizinisch genutzt, aber erst seit einigen Jahrzehnten werden gezielt Sorten mit einem erhöhten CBD-Gehalt gezüchtet. Mittlerweile ist CBD geradezu ein Lifestyle-Produkt, das auch von Sportlern und Fitness-Enthusiasten gerne eingenommen wird. Traditionellere Mittel, um die Laune zu heben, sind beispielsweise Johanniskraut oder Ginkgo. 

Heilpflanzen kaufen in Berlin

In und um Berlin gibt es zahlreiche Möglichkeiten, traditionelle Heilpflanzen und zu kaufen. So gibt es im Kräuterhaus Kreuzberg nicht nur Tees und Gewürze, sondern auch eine Vielzahl seltener Heilkräuter. Sie können nicht nur lose, sondern teilweise auch als Salben oder Tinkturen erworben werden. Wer gerne selbst Hand anlegen möchte, findet im Kräutergarten der Späth’schen Baumschulen über 30 Arten von Heilpflanzen, die im Garten oder auf dem Balkon gedeihen. Auch auf dem Berliner Staudenmarkt, der im Frühjahr und im Herbst im Botanischen Garten stattfindet, gibt es üblicherweise eine große Auswahl an Heilkräutern. Leider musste der Staudenmarkt in diesem Jahr pandemiebedingt ausfallen und es ist noch nicht klar, wann er wieder stattfinden kann. Wer sich in Berlin selbst auf die Suche nach Heilkräutern machen möchte, dem sei das Buch Heilpflanzen in Berlin aus dem Emons-Verlag empfohlen. 

© Elena Elisseeva

CBD

Die Nutzung von CBD als Nahrungsergänzungsmittel wurde vor allem durch die Forschung seit der Jahrtausendwende beflügelt. Zuvor war der Stoff hauptsächlich Botanikern ein Begriff. Mittlerweile sind CBD-Produkte weit verbreitet und werden auch in der Medizin zur Behandlung von Krankheiten eingesetzt. In der Regel wird CBD in Kapselform oder als CBD-Öl verkauft, gelegentlich ist es aber auch als wasserlösliches Pulver erhältlich. Viele Nutzer berichten von einer positiven Auswirkung von CBD auf das Wohlbefinden. Ein Grund hierfür könnte laut dem Unternehmen Cibdol sein, dass CBD das Gleichgewicht von körperlichen Funktionen unterstützt. Der Pflanzenstoff interagiert mit dem körpereigenen Endocannabinoid-System und erfüllt dort möglicherweise eine Signalfunktion. Das Endocannabinoid-System ist unter anderem an der Regulierung des Gehirns und des Immunsystems beteiligt. Insbesondere scheint es auch einen Einfluss auf den Neurotransmitter Serotonin zu haben. Ob CBD tatsächlich zur Stimmungsaufhellung beitragen kann, dürfte von Person zu Person unterschiedlich sein. Aufgrund der guten Verträglichkeit könnte es aber einen Versuch wert sein.

Johanniskraut

Im Gegensatz zu CBD wird das Echte Johanniskraut schon seit Jahrhunderten zur Behandlung leichter Depressionen eingesetzt. Der Wirkmechanismus ähnelt dem einiger synthetischer Antidepressiva. Allerdings ist unter Fachleuten umstritten, wie es um die Wirksamkeit von Johanniskraut letztendlich bestellt ist. Ein Problem besteht in den schwankenden Inhaltsstoffen der Pflanze. Zudem kann Johanniskraut eine starke Wechselwirkungen mit einigen Medikamenten haben. Es verstärkt die Aktivität eines Entgiftungsenzyms in der Leber und kann dadurch die Wirkung von Antibiotika, Antiepileptika oder anderer Medikamente beeinträchtigen. Besonders bedenklich ist der Einsatz von Johanniskraut in Schwangerschaft und Stillzeit. Angesichts unproblematischer Alternativen ist Johanniskraut wohl nicht das Mittel erster Wahl gegen den Winterblues.

Ginkgo

Vergleichsweise sicher ist hingegen der Ginkgo. Auch diese Pflanze hat eine lange Tradition in der Naturheilkunde und soll einigen Berichten zufolge stimmungsaufhellend wirken. Diese Wirkung wird vermutlich über neuroprotektive Eigenschaften und eine Förderung der Neurotransmission im Gehirn erzielt. Am besten untersucht ist zwar die Anwendung von Ginkgo bei Demenz. Einige Studien weisen aber darauf hin, dass Gingko ähnlich wie CBD eine beruhigende Wirkung haben könnte. Auch bei Ginkgo ist eine gewisse Vorsicht geboten, wenn gleichzeitig andere Medikamente angewendet werden. Extrakte aus der Apotheke sind zwar deutlich besser standardisiert als Tees oder Kapseln, können allerdings teuer sein.